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Mit Stipendium nach West Virginia Johanna Brörmann aus Schwagstorf geht in die USA

Von Kerstin Balks, Kerstin Balks | 19.08.2016, 19:30 Uhr

In die große weite Welt geht es für Johanna Brörmann in der kommenden Woche. Die 16-jährige Schwagstorferin hat sich erfolgreich um ein Stipendium im Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestags und des amerikanischen Kongresses beworben und wird ein Jahr in West Virginia verbringen.

Am kommenden Mittwoch um 12.20 Uhr startet der Flieger von Frankfurt nach Washington D.C., von da führt die Reise nach Pittsburgh und schließlich nach Buckhannon, West Virginia. Natürlich ist Johanna Brörmann ein bisschen aufgeregt, aber ihre Vorfreude überwiegt. „Ich freue mich auf neue Eindrücke, darauf, andere Landschaften zu sehen und andere Lebensweisen kennenzulernen“, sagt sie und gibt zu, dass dazu auch „so typische Mädchensachen“ gehören, wie etwa Schulbälle und die Proms, jene legendären Abschlussfeste amerikanischer Highschools. Denn an einer solchen wird sie das kommende Jahr zur Schule gehen. Möglich gemacht hat das Auslandsjahr https://www.bundestag.de/ppp , das gemeinsame Parlamentarische Patenschafts-Programm des Deutschen Bundestags und des amerikanischen Kongresses.

Persönlichkeit entscheidet

Ein Programm, auf das sie an ihrer Schule, dem Gymnasium Bad Essen, aufmerksam gemacht wurde. Doch als ihr damaliger Lehrer über PPP informierte, hatte Johanna das für die Teilnahme erforderliche Mindestalter von 15 Jahren noch nicht erreicht. Gleichwohl blieb bei ihr das Thema aktuell und so bewarb sich Johanna im Juni vergangenen Jahres schließlich via Internet – und wurde zu einem ersten Auswahlgespräch nach Münster eingeladen. „In diesen Gesprächen wird geprüft, ob die Bewerber für ein Stipendium in den USA geeignet sind. Neben guten Schulleistungen und guten Englischkenntnissen kommt es vor allem auch auf die soziale Kompetenz, das politische Allgemeinwissen und das Interesse am politischen und gesellschaftlichen Leben an“, heißt es bei PPP. Kurzum: Entscheidend für die Auswahl ist das gesamte Persönlichkeitsbild, und da konnte Johanna natürlich nochmals punkten. Denn neben ihren guten Schulnoten und ihrem Interesse an Politik half bestimmt auch ihr Engagement als Messdienerin, als Mediatorin am GBE und nicht zuletzt wohl auch ihr Mitwirken in der Blaskapelle Schagstorf, wo sie Flöte und Klarinette spielt. Die letzte Entscheidung trifft jedoch der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises, in diesem Fall war es der SPD-Abgeordnete Rainer Spiering, der Johanna „eine tolle, erfahrungsreiche und unvergessliche Zeit in den USA“ wünscht. Interessant: Die Bewerber wissen nicht, welcher der heimischen Abgeordneten die Entscheidung trifft. Insofern ist die politische Gesinnung nicht ausschlaggebend für die Nominierung, wie man gerade bei Familie Brörmann erkennen kann: Schließlich ist Johannas Großvater Mathias seit Jahren in der CDU aktiv.

Internationale Kontakte

So oder so: Ende Februar erhielt Johanna die Zusage und Mutter Melanie erinnert sich noch an den Freudenschrei ihrer Tochter. Danach gab es so einiges zu erledigen: Einreiseformalitäten, wozu auch ein Besuch des amerikanischen Konsulats gehörte, im Mai ein Vorbereitungsseminar in Würzburg, und jetzt geht es ans Packen. Während Mama Melanie, die per Handy-App das Klima in der Appalachen-Region verfolgt, dabei auch an dem Wetter angepasste Kleidung denkt, steht für Johanna fest, dass auf jeden Fall das Fotobuch, das ihr ihre deutschen Freundinnen geschenkt haben, mit in den Koffer muss. Freunde wird Johanna natürlich auch in Amerika finden; seit Mitte Juli steht die Gastfamilie fest: eine junge Mutter mit zwei jüngeren Kindern. „Gleich um die Ecke wohnt die Gastoma, die ebenfalls Austauschschülerinnen aufnimmt. Die eine kommt aus Brasilien und die andere aus Tadschikistan, also eine sehr interessante Mischung“, freut sich Johanna schon jetzt auf internationale Kontakte. Und, klar, ist sie neugierig auf die neue Schule, mit ihrem vielfältigen Angebot an Sport- und Freizeitaktivitäten und dem schuleigenen Schwimmbad, auf Fächer wie American History – und auf die Proms.