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Ludwig-Windthorst-Jubiläumsjahr Ein genialer Parlamentarier aus Ostercappeln

Von Rainer Westendorf | 30.12.2015, 20:03 Uhr

Ludwig Windthorst ist der berühmteste Ostercappelner. Der Jurist und Politiker wurde 1812 auf Gut Caldenhof in Hitzhausen geboren. Sein Vater war dort als Verwalter tätig.

In Ostercappelns Ortsmitte erinnert die Windthorststraße an den Gründervater der Zentrumspartei, aus der später die CDU hervorging.

Windthorst besuchte zunächst die Schule in Ostercappeln und wechselte dann zum Gymnasium Carolinum nach Osnabrück, wo er 1830 das Abitur ablegte – als Jahrgangsbester. Er studierte Jura in Göttingen und war als Anwalt in Osnabrück tätig. 1838 heiratet er Julie Engelen. Das Ehepaar bekommt vier Kinder, von denen aber drei früh sterben.

Im Jahr 1848 wird er Richter am Oberappellationsgericht in Celle, dem höchsten Gerichtshofs des Königreichs Hannover. Im Jahr darauf zieht Windthorst als Abgeordneter in die Zweite Kammer der Hannoverschen Ständeversammlung ein. 1851 beruft ihn König Georg V. zum Justizminister. Es ist das erste Mal, dass ein Katholik im Königreich in ein so hohes Amt gelangt. Die Amtszeit endet 1853. Von 1862 bis 1865 amtiert er erneut als Justizminister. Nach dem Krieg von 1866 verliert Hannover seine Unabhängigkeit und wird Bestandteil Preußens.

Große Mehrheiten

1867 kandidiert Windthorst im Wahlkreis Meppen sowohl für das Preußische Abgeordnetenhaus als auch für den Reichstag – und wird in den Folgejahren immer wieder mit großer Mehrheit gewählt. Ludwig Windthorst wird zum Vorkämpfer für die Rechte des Parlaments und zum Gegenspieler des Reichskanzlers Otto von Bismarck. „Windthorst war der genialste Parlamentarier, den Deutschland je besaß“, so urteilte der Historiker Golo Mann. Der Katholik Windthorst kämpft zudem für die rechte der Minderheiten im Deutschen Reich. Dazu zählten damals auch die Katholiken.Die katholischen Mitglieder des Preußischen Abgeordnetenhauses fassten im Dezember 1870 den Beschluss, eine neue Partei zu gründen, das „Zentrum“. Obwohl Windthorst dort niemals eine Leitungsfunktion bekleidete, entwickelt sich Windthorst rasch zu ihrem eigentlichen Haupt. Er starb am 14. März 1891 in Berlin. 2016 wird des 125. Todestags des Politikers mit vielen Veranstaltungen – unter anderem im Emsland, in Hannover und Berlin – gedacht. Das Osnabrücker Land und Ostercappeln sind ebenfalls vertreten. Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto „Demokratie – Welt – Gestalten“. Das Programm will die Aktualität der Werte Windthorsts aufzeigen.

Festgottesdienst am 17. Januar

Auftakt in Ostercappeln ist am Sonntag, 17. Januar. Ab 16Uhr zelebriert Bischof Franz-Josef Bode einen Festgottesdienst in St. Lambertus. Am 7. März wird in der Ludwig-Windthorst-Schule eine Ausstellung, die sich mit Leben und Werk des Politikers beschäftigt, eröffnet. Eine Karikaturenausstellung wird ab 23. März in der Alten Mädchenschule am Kirchplatz präsentiert. Weitere Veranstaltungen folgen im weiteren Verlauf des kommenden Jahres. So eine Wanderung von der Mädchenschule am Kirchplatz zum Gut Caldenhof mit der Windthorst-Gedenkstätte.