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Land fördert Projekt 25000 Euro für Kottenaufbau in Venne

Von Rainer Westendorf | 23.07.2012, 18:37 Uhr

Der Heimat- und Wanderverein Venne erhält eine Förderung in Höhe von 25000 Euro aus dem Investitionsprogramm für kleine Museen in Niedersachsen.

Das Programm hatte die Landtagsmehrheit von CDU und FDP beschlossen. Das Geld ist für das Dorfmuseum Venner Mühle bestimmt, und zwar konkret für den Aufbau eines Kottens auf der Mühleninsel.

Der Fachwerkkotten wird Teil des Ensembles der historischen Gebäude und soll später auch unter anderem Exponate des Dorfmuseums beherbergen. Neben der Nutzung als erweiterter Teil des Heimatmuseums soll der Kotten als Raum für regionale kulturelle Veranstaltungen dienen.

„Mit dem von Land gestarteten Investitionsprogramm bekommen kleinere Museen die Möglichkeit, sich noch attraktiver ihren Besuchern zu präsentieren“, so der Landtagsabgeordnete Clemens Lammerskitten am Montag. Zugleich sei das Programm ein Zeichen der Anerkennung und Unterstützung der in den Museen geleisteten ehrenamtlichen Arbeit, betonte der CDU-Parlamentarier aus Wallenhorst. „Ehrenamtliche gehen besonders gut mit Geld um“, merkte Lammerskitten an.

Neben dem Projekt in Venne wird in der hiesigen Region auch das Tuchmachermuseum in Bramsche unterstützt. Insgesamt fördert das Land kleine Museen in diesem und im kommenden Jahr mit einer Summe von einer Million Euro.

„Die Mühleninsel ist Bestandteil unserer breit gefächerten niedersächsischen Museumslandschaft. Dort wird mit großem Engagement ein Stück Heimatgeschichte erhalten und den Besuchern auf anschauliche Weise vorgestellt“, teilten die FDP-Abgeordneten Gabriela König und Roland Zielke mit.

Um Geld zu erhalten, mussten die Einrichtungen einen (begründeten) Antrag stellen. Lammerskitten hatte die Venner auf das geplante Programm aufmerksam gemacht. „Wir freuen uns, dass der Antrag erfolgreich war“, sagte Erich Möhlmeyer, Vorsitzender des Heimat- und Wandervereins. Der Verein kann nun das Projekt „Wiederaufbau des Kottens“ in Angriff nehmen. Nach Möglichkeit sollen noch in diesem Jahr die ersten Arbeiten getan werden. „Die Finanzierung ist gesichert“, so Möhlmeyer. Eine erhebliche Summe hatte wie berichtet auch die Sparkasse zur Verfügung gestellt.

Die Sparkassenstiftung will das Projekt ebenfalls fördern. Das heißt, die benötigten öffentlichen Gelder und Zuschüsse stehen bereit – wenn der schriftliche Bescheid aus Hannover in Venne angekommen ist. Das soll in den kommenden Tagen geschehen.

Natürlich benötigt der Verein darüber hinaus Spender und Sponsoren. Außerdem ist auch jede Menge ehrenamtliche Arbeit für das Vorhaben eingeplant, darauf wies Reinhard Wolff, der zweite Vorsitzende des Vereins, hin. Zum Glück gebe es in der Bevölkerung viele Interessierte, die dem Kottenaufbau positiv gegenüberstehen und die sich engagieren wollen, berichteten Möhlmeyer und Wolff.

Der Kotten, der auf der Mühleninsel seinen Platz finden soll, wurde im Jahr 1838 in Bad Essen-Barkhausen gebaut. Die Dachbalkeninschrift verweist übrigens unter anderem auf die Eigentümerfamilie Glameyer. Die Familie hatte den aus dem Denkmalschutz entlassenen und zum Abriss freigegebenen Kotten dem Verein zum Aufbau auf der Mühleninsel angeboten. Nach Besichtigungen und intensiven Beratungen im Verein entschieden sich die Venner dafür, dieses ehrgeizige Projekt zu realisieren.

Das Haus aus Barkhausen wurde dann Stück für Stück abgetragen, nach Venne transportiert und zunächst einmal gelagert. Ebenfalls eingelagert haben die Aktiven des Vereins rund 7500 alte Hohlpfannen, die Familie Heitkamp aus Schwagstorf gestiftet hat.

Da diese Pfannen allerdings noch das Dach eines alten Kottens in Schwagstorf beschützten, waren die Venner angerückt, um die Pfannen abzudecken und mitzunehmen. Weitere Sachspenden gab es zudem für das Vorhaben.

Der Kotten soll künftig das Heimatmuseum und Mu(h)seum, Mühleninsel mit Pferdestall, Backhaus, Schmiede, Bleichhaus und Remisen mit bäuerlichen Geräten sowie das „Café Pferdestall“ ergänzen.