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Großes Oldtimertreffen Venner Berg rief Traktoren, Land - und Baumaschinen

Von Hubert Dutschek | 31.08.2015, 18:30 Uhr

Der Berg rief - und Hunderte kamen. Nach vierjähriger Unterbrechung lebte nun wieder die deutschlandweit bekannte Großveranstaltung auf.

Im vergangenen Jahr gründete sich der Verein „Oldtimerfreunde Venne“. Mit viel Fleiß und Mühe organisierten die Mitglieder nun ein Treffen für Liebhaber alter Traktoren, Land- und Baumaschinen. Bereits am Donnerstag waren die ersten Teilnehmer aus benachbarten Oldtimervereinen mit ihren Traktoren, Anhängern, Tiefladern sowie Bau- und Wohnwagen angefahren. Eine große Wiese direkt am Aussichtsturm wurde als Fahrerlager bereitgestellt. Am Freitag und Samstag reisten weitere Fahrer von Treckern und sonstigen Oldtimern an.

Motorradgespanne

Auch etliche Motorräder oder Motorradgespanne fuhren den Berg hinauf. Auf einer zweiten Wiese wurden die zum Teil liebevoll gepflegten und restaurierten Schlepper herstellerweise aufgestellt. Unter anderem waren die Marken Deutz, Kramer, Güldner, Eicher, Lanz, Man und IHC vertreten.

Schon die Anfahrt über die Schlingheide war gut ausgeschildert. Die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Venne übernahmen den Parkplatzdienst. So wurden die Besucher direkt am Veranstaltungsort zügig in die Stellflächen eingewiesen.

Lange Kolonne

Am Samstag setzte sich eine lange Kolonne von Traktoren zu einer Rundfahrt in Bewegung. In gemächlichem Tempo führte die Strecke an Feldern, Blühstreifen und Wiesen entlang - eine besondere Art, die schöne Umgebung und Natur wahrzunehmen.

Ein mobiles Sägewerk war aufgebaut worden. Das riesige Sägeblatt wurde zuvor von Hand mit einer Feile geschärft. Dann konnten die Besucher erleben, wie aus Baumstämmen Kantholz und Bretter geschnitten wurden.

Auf einer Ackerfläche konnte ein schwerer Baumstamm gezogen werden. Beim Bremswagenziehen war es möglich, die Leistungsfähigkeit des Schleppers auf die Probe zu stellen. Als ein alter Lanz den Bremswagen angehängt hatte und sich dann in Bewegung setzte, vibrierte der Boden unter den Füßen der Zuschauer. Mit lautem Stampfen des Motors und der entsprechenden Rauchfahne aus dem Auspuff zog das „Ungetüm“ den Bremswagen mit Leichtigkeit bis zum Ende der Strecke.

Treckersurfen

Auch das Treckersurfen wurde durchgeführt. Dazu fährt ein Traktor vollständig auf eine Metallplatte, die dann von einem anderen Schlepper über den Boden gezogen wird. Für die starken Raketenschlepper von Daniel und Hans Willmann stellte das kein Problem dar.

Auf einem anderen Teilstück trafen sich die Besitzer von alten Baumaschinen. Mit Seilbaggern, Raupen, Radladern und Lastwagen wurden Erdbewegungen durchgeführt. Allerdings wurden das Graben sehr tiefer Löcher sowie das Tiefpflügen mit einem Moorpflug nicht mehr gestattet.

Lautes Erwachen

Der Sonntag begann für die Oldtimerfreunde im Fahrerlager mit einem feuchten und lauten Erwachen. Gegen 6 Uhr zog ein kräftiges Gewitter mit lang anhaltenden Regengüssen auch über den Venner Berg. Nach kurzer Zeit standen große Teile der Flächen unter Wasser. Deshalb waren schon früh Helfer auf den Beinen, um Hackschnitzel und Stroh zu streuen. Für die Wiesen wurde ein Fahrverbot ausgesprochen, um großflächige, zerfahrene Schlammflächen zu verhindern. Es gab kaum vorzeitige Abreisen aus dem Fahrerlager. Die Oldtimerfreunde ließen sich durch den Starkregen nicht die Stimmung verderben. Es wurde gemütlich gefrühstückt. Ein Teilnehmer aus Brockhausen erzählte, dass er aufgrund des festen Schlafes in seinem Bauwagen erst sehr spät das Unwetter bemerkt hätte. Manche sollen auch barfüßig durch den Matsch gelaufen sein, wurde berichtet.

Programmänderung

Das vorgesehene Programm musste etwas angepasst werden. Das Wertungspflügen sowie die Dreschvorführungen fielen aus. Da die ursprünglichen Parkflächen unter Wasser standen, versuchte die Feuerwehr, den Besuchern das Parken an den Wegrändern zu ermöglichen. Manchmal waren auch Schlepper im Einsatz, wenn die Autos aus eigener Kraft nicht mehr vorwärts kamen.

Am frühen Nachmittag machten sich die Teilnehmer, die die weiteste Reise vor sich hatten, wieder auf den Rückweg. Für die Traktoren war es meist kein Problem, die Wohnwagen, Anhänger und Bauwagen aus der aufgeweichten Wiese zu ziehen. Die hinterlassenen Spuren zeigten deutlich, wie sehr der Dauerregen den Boden in Matsch verwandelt hatte.

Heinfried Probst, der mit den Helfern aus der Feuerwehr den Parkplatzdienst organisierte, schätzte die Besucherzahl am Samstag auf 1000 anhand der Anzahl der Personenwagen. Am Sonntag wurde keine Zählung vorgenommen, da auch keine Parkplatzgebühr verlangt wurde. Kennzeichen aus den Städten und Kreisen Hannover, Nienburg, Kleve, Steinfurt, Vechta, Ems, Oldenburg und Gütersloh konnte Probst aufzählen.

Große Tombola

Ein große Tombola wurde durchgeführt. Es gab viele attraktive Preise zu gewinnen. Den Hauptgewinn, eine mehrstündige Planwagenfahrt, erhielt Petra Pösse. Die glückliche Gewinnerin kann noch weitere 25 Personen dazu einladen.

Gegen Ende der Veranstaltung schilderte Friedhelm Rebber aus Hunteburg seine Eindrücke von der zu Ende gehenden Veranstaltung: „Ich war damals schon beim ersten Treffen auf dem Venner Berg dabei. Hier fühlt man sich zu Hause. Viele Teilnehmer kennt man schon seit Jahren. Das war an beiden Tagen eine überaus gelungene Veranstaltung mit einem vielfältigen Angebot. Die Leistung des noch jungen Vereins als Veranstalter ist enorm. Ich freue mich, dass die lange Tradition von Oldtimertreffen am Venner Berg fortgesetzt wird.“

Ortsbürgermeisterin Edeltraut Altemöller-Menke hörte von Besuchern und aktiven Teilnehmern nur positive Rückmeldungen. „Bei jeder open-air-Veranstaltung spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Der Samstag lief prima. Nach dem Regen am Sonntagmorgen haben wird dank der Helfer, die frühzeitig und spontan eingriffen, das Beste daraus gemacht. Wir haben mit einem prima Team viel gearbeitet und eine tolle Veranstaltung in Venne auf die Beine gestellt“, sagte sie.

Erwartungen übertroffen

Die Vereinsvorsitzenden Lothar Göckemeyer und Jürgen Rupp bewerteten gegen Abend das zweitägige Treffen: „Wir konnten an den hohen Bekanntheitsgrad der Venner Gipfeltreffen anknüpfen. Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Wir hatten im Fahrerlager rund 400 Fahrzeuge. Die Stimmung war durchgängig gut - auch den Regengüssen zum trotz. Teilehändler, Imbissbudenbetreiber und die anderen Aussteller waren allesamt zufrieden.“

Angespornt durch den großen Zuspruch der Besucher und das Lob der anderen Oldtimerfreunde beschlossen die Oldtimerfreunde Venne, wieder ein großes Treffen am Venner Berg zu veranstalten – am letzten Augustwochenende 2017.