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Großes Interesse an der Kreistierschau Schaufenster des modernen Land(er)lebens

Von Steffen Meyer | 05.09.2011, 16:30 Uhr

Keine Frage: Auch diese Kreistierschau im Wittlager Land hat einmal mehr Maßstäbe gesetzt.

Trends bei der Kreistierschau am Gasthaus Beinker in Vennermoor waren nicht zu übersehen. Einerseits präsentierte sich die Landwirtschaft der Region in vielfacher Hinsicht leistungsstark, denn ihr Blick ist nach vorne in die Moderne gerichtet, was vor allem im Rahmen der Gewerbeschau deutlich wurde. Andererseits nahmen erneut weniger Betriebe als in der Vergangenheit an der Leistungsschau teil.

„Eine Entwicklung, die sich in den letzten Jahren konstant abgezeichnet hat“, so Hans Willi Warder von der Osnabrücker Herdbuch Genossenschaft (OHG). Waren es früher viele Höfe mit jeweils ein bis zwei Rindern, die beurteilt wurden, sind es heutzutage weniger Bauernhöfe, die dafür aber mit einer Reihe von Tieren in den unterschiedlichen Alters- und Leistungsklassen vertreten sind.

Diese Konstellation wirkte sich aber nicht auf die Zahl der Rinder, Schafe, Kleinpferde und Kaninchen insgesamt aus. Sie war weiterhin höchst beeindruckend. Ebenso wie die Zuchterfolge im Einzelnen. Die Präsentation nutzen viele Besucher aus dem weiten Umkreis für einen ausgedehnten Familienausflug.

„Landwirtschaft geht uns alle an. Das merkt man auch angesichts des großen Andrangs“, urteilte daher Friedrich Steffen, Vorsitzender der Venner Ortsgruppe des Landvolkes.

Bereits in den Vormittagsstunden pilgerten die Gäste zum Veranstaltungsgelände in Vennermoor. Dort eingetroffen, umlagerten sie neugierig und interessiert die abgetrennten Bereiche, in denen die Landwirte ihre Kühe sowie Rinder einem kritischen Jurorenteam vorführten. Außerdem stießen die rund 30 Stände des Bauernmarktes auf großes Interesse. Das Spektrum reichte dort von prachtvoller Handarbeit bis hin zu traditionellem Handwerk. Ebenfalls überzeugend war der Auftritt der Gewerbetreibenden. 25 Vertreter aus den unterschiedlichsten Sparten der Agrarbranche waren vertreten. Schon von Weitem funkelte der Lack ihrer neuen, blitzsauber polierten Maschinen und Traktoren im Licht der Sonne. Gleich daneben war so mancher Oldtimer zu entdecken, der immer noch ohne Mucken seine Leistung bringt. Eindrucksvoll war dadurch der Unterschied zwischen früher und heute zu erkennen.

Selbstverständlich nutzen landwirtschaftliche Vereine und Verbände ebenfalls die Kreisschau, um sich einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Die Jüngsten unter den Besuchern informierten sich im Rahmen von Mitmach- und Gewinnspielen über Natur sowie Landwirtschaft. Außerdem wurde mit Infoständen um Unterstützung für einen der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Region geworben. Schnell kam es dabei zu interessanten Fachgesprächen und informativen Diskussionen.

Doch grundsätzlich stand natürlich die Tierschau an sich im Mittelpunkt des Ganzen. Wurden die Tiere präsentiert, war der Bauer, dem eine Kuh oder ein Rind gehörte, in weißem und frisch gebügeltem Hemd gekleidet. „Ein Zeichen dafür, dass sie den Wettbewerb sehr ernst nehmen und ihm große Bedeutung beimessen“, so Warder von der OHG. Die gute Beteiligung sei außerdem Ausdruck dafür, dass zwar weniger Höfe mehr Tiere unter einem Dach halten, Ziel aber nach wie vor eine gleichbleibend hohe Qualität ist.