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Gespräch mit Abgeordnetem Bildungspolitik Thema in der Ludwig-Windthorst-Schule Ostercappeln

Von Rainer Westendorf | 26.06.2013, 12:30 Uhr

„Die neue Schulform hat sich bewährt“, betonte Hans-Peter Rehme, Leiter der Ludwig-Windthorst-Oberschule Wobei, ganz neu ist die Oberschule hier nicht. In Ostercappeln besuchen bereits zwei Jahrgänge diese Schulform.

Zu Gast in der Schule war Claus Peter Poppe, Landtagsabgeordneter und Sprecher der SPD-Fraktion für Kultuspolitik. Poppe war vor seiner Abgeordnetenzeit übrigens Leiter des Artland-Gymnasiums in Quakenbrück. Nach dem Regierungswechsel zu Beginn des Jahres in Niedersachsen ist Bewegung in die Schulpolitik gekommen. Es gab also genügend Diskussionsstoff – Oberschule und Inklusion.

Begleitet wurde Poppe von Mitgliedern des SPD-Gemeindeverbandes Ostercappeln. Bürgermeister Rainer Ellermann war ebenfalls vor Ort. „Die Schüler sind motiviert. Es gibt nicht mehr das Gefühl, als Hauptschüler abgeschrieben zu sein“, berichtete Rehme. Kritik gab es allerdings am enormen bürokratischen Aufwand, den die Schulen für Organisation und Planung des Ganztagsangebots leisten müssen. Schwierig ist auch die Suche nach Personal, das dieses Angebot umsetzen soll.

„Es wird nicht alles umgeschmissen“, versuchte Poppe Befürchtungen zu zerstreuen, dass die Schulpolitik einmal mehr nach einem Regierungswechsel auf den Kopf gestellt werden könnte. Die Oberschule bleibt so, wie sie konzipiert worden ist.

Ein schwieriges und kontroverses Thema ist die Inklusion. In Niedersachsen wird die inklusive Schule verbindlich zum Schuljahresbeginn 2013/14 eingeführt. Das hat der Landtag am 20. März beschlossen. Die inklusive Schule ermöglicht den Schülern einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang zu den Schulen. Eltern von Schülern mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung erhalten ein Wahlrecht, ob ihr Kind die allgemeine Schule oder eine Förderschule besuchen soll. In den allgemeinbildenden Schulen gibt es Förderstunden für diese Schüler. Soweit das Konzept. Wie soll das in der Praxis umgesetzt werden?

Das Kollegium in Ostercappeln monierte, dass vieles noch im Unklaren sei. Zudem hat es bilang keine entsprechende Fortbildung für die Lehrer gegeben, um sich auf die neue Unterrichtssituation einzustellen. Zudem fehle ses an Lehrern, die diese Förderstunden geben können. Poppe wies die Kritik zurück. Wichtig sei zunächst, dass es zu einer Bewusstseinsänderung komme. Nämlich, dass Schüler mit einer Behinderung oder einem Defizit ganz selbstverständlich Teil des normalen Schulbetriebs würden. In der Praxis werden sich die Dinge dann schon regeln, riet Poppe zur Gelassenheit.