Ein Artikel der Redaktion

Ehrenamt mit Leib und Seele Olaf Meyer und die Gemeindefeuerwehr Ostercappeln

Von Christa Bechtel | 04.05.2018, 21:40 Uhr

Olaf Meyers Vater war bereits in der Feuerwehr stellvertretender Ortsbrandmeister und Gemeindebrandmeister. Da lag es nahe, dass sein Sohn ebenfalls in die Feuerwehr eintrat. Seit 18 Jahren ist Olaf Meyer sogar Gemeindebrandmeister der Gemeindefeuerwehr Ostercappeln, zu der die Wehren Hitzhausen, Ostercappeln, Schwagstorf und Venne gehören.

Mit seinen Ideen und seiner aktiven Art und Weise hat Olaf Meyer die Gemeindefeuerwehr auf ein sehr hohes Niveau geführt, sodass sie heute großes Ansehen genießt. „2008 haben wir erstmals ein Feuerwehrkonzept erstellt. Vorrangig ging es darum, die Entwicklung der Gemeindefeuerwehr in eine Richtung zu treiben. Dass nicht jeder alles kann, sondern dass man Aufgaben spezialisiert und entsprechend die Ausrüstung dafür vorhält“, erläutert der gebürtige Ostercappelner eine seiner Ideen. Weiter sei ein großer Erfolg gewesen: „Eine Jugendfeuerwehr auf Gemeindeebene sowie einen Fachzug Dekontamination zu gründen, der der Kreisfeuerwehr angegliedert ist.“

Ein starkes Wir-Gefühl

Der Fachzug sei eine Spezialeinheit, mit Kräften auch aus Wellingholzhausen. Die Gruppe setze sich weiter zusammen aus Kameradinnen und Kameraden aus Hitzhausen, Ostercappeln, Schwagstorf und Venne, stellt der Vater von drei Kindern dar. Für diese Einheit habe man sogar vom Bund ein Fahrzeug bekommen, das in Ostercappeln stationiert ist. „Diese Gruppe und die Jugendfeuerwehr haben ein starkes Wir-Gefühl erzeugt, die unsere Stärke ist“, sagt Meyer begeistert, der als einer von elf Bereichsleitern bei der Firma Kesseböhmer in Dahlinghausen tätig ist.

Ehrenamtliche Arbeit

Herausfahren zu Einsätzen sei nur ein Bruchteil seiner ehrenamtlichen Arbeit, geht der 46-Jährige auf seine Aufgaben ein. Eine Vielzahl der Arbeit sei zum Beispiel die Abstimmung innerhalb des Gemeindekommandos mit den einzelnen Ortsfeuerwehren. „Was muss an Ersatz beschafft werden, was neu? Wo sollen die Schwerpunkte hingehen in Richtung Ausbildung?“ Hinzu komme die Beratung des vorbeugenden Brandschutzes und man müsse auch ein Ohr für die menschlichen Sorgen haben, listet der Gemeindebrandmeister auf.

Zehn Feuerwehrfrauen

2017 sei erstmals ein Workshop angeboten worden mit dem Ausbildungsschwerpunkt „Brandbekämpfung“. Meyer: „Da haben wir ein abbruchreifes Haus in Hitzhausen bekommen, sodass wir mit allen vier Wehren üben konnten. Wir haben die Aufgaben aufgeteilt, aber auch starkes Teamwork gehabt. Das heißt: 15 Ausbilder haben sich den ganzen Tag darum gekümmert, die Leute fit zu machen.“ Derzeit gehören zur Gemeindefeuerwehr Ostercappeln 139 aktive Mitglieder, darunter zehn Frauen. Und: „Wir haben 25 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr und 45 in der Altersabteilung“, erklärt der Schwagstorfer.

Truppmann-Ausbildung

Wie sieht so eine Ausbildung aus? „Erst einmal muss man den Weg zur Feuerwehr finden. Das wird immer schwieriger; wir rekrutieren auch nur einen Teil aus den Jugendfeuerwehren. Und dann gibt es Quereinsteiger, die ihren Lebensmittelpunkt in der Gemeinde Ostercappeln gefunden haben“, verdeutlicht Meyer. Auf Gemeindeebene und zusammen mit der Gemeindefeuerwehr Bohmte finde einmal pro Jahr eine Truppmann-Ausbildung statt. Anschließend würden weiterführende Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene folgen. Neueinsteiger oder welche, die gerne mal in die Feuerwehr hinein schnuppern möchten, seien jederzeit herzlich willkommen, betont Olaf Meyer.

Aktuell sei die Gemeindefeuerwehr Ostercappeln dabei, das Feuerwehrkonzept 2018 zu erstellen. „Das wollen wir gerne fortschreiben; es ist nicht geplant, den Fuhrpark weiter aufzustocken, sondern es stehen Modernisierungen an und alles den örtlichen Gegebenheiten und Bedürfnissen anzupassen“, veranschaulicht der passionierte Feuerwehrmann.

Geben- und Nehmen-Situation

Wie sieht es in Ostercappeln mit der Vereinbarkeit von Beruf und Feuerwehr aus? „Teils, teils… und sicher gibt es schon mal das eine oder andere Problem, wenn es darum geht, für eine oder zwei Wochen für Lehrgänge freigestellt zu werden. Das wird nicht so gerne gesehen, ist aber erforderlich, um diese Kameraden auch weiter zu entwickeln und an Führungsaufgaben heranzubringen. Aber ansonsten sind die Arbeitgeber schon gewillt, die Leute freizustellen, weil es letztendlich auch eine Geben- und Nehmen-Situation ist“, unterstreicht Olaf Meyer. Jedes Unternehmen könne schließlich auch in die Situation kommen, die Feuerwehr zu gebrauchen. Bei Kesseböhmer habe er keine Probleme, akzentuiert der Ehrenamtliche.

Gute Kompromisse

Für die Zukunft wünscht Olaf Meyer sich weiterhin ein gutes Verhältnis mit Rat und Verwaltung. „Auch wenn wir vielleicht Beschaffungen nicht sofort bekommen, es wird uns aber immer eine Perspektive aufgezeigt. Gerade bei der finanziell nicht auf Rosen gebettete Gemeinde Ostercappeln ist nicht jeder Wunsch sofort realisierbar. Wir finden aber immer sehr gute Kompromisse. Und wenn wir Veranstaltungen haben, lassen sich Rat und Verwaltung sehen, sodass die Kameraden eine Wertschätzung erfahren. Schön wäre aber auch mal ein ‚Dankeschön‘ aus der Bevölkerung“, der Wunsch des Gemeindebrandmeisters.