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Auf kotverdrecktem Untergrund gestanden Ostercappelner lässt Pferde verwahrlosen – Behörde verkauft Tiere

Von PM. | 08.06.2018, 16:03 Uhr

Ein Tierhalter in Ostercappeln hat mehrere Mutterstuten mit ihren Fohlen zeitweise nicht mit Wasser und Futter versorgt. Der Landkreis nahm dem Mann jetzt 22 Pferde weg und verbot ihm die Haltung und Betreuung.

Der Tierhalter war den Mitarbeitern des Veterinärdienstes in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen Missständen aufgefallen, teilte der Landkreis Osnabrück am Freitagnachmittag mit. Nach Kontrollen konnten die Mängel zwar zeitweise deutlich reduziert werden, doch zuletzt habe sich die Lage wieder verschärft: Demnach hätten die Pferde bei schlechtem Wetter auf kotverdrecktem, matschigem und feuchtem Untergrund gestanden und sich bei Erschöpfung dort auch niedergelegt.

Die Amtsärzte stellten außerdem Mängel in der Pflege der Hufe und des Fells sowie Verletzungsgefahren bei der Unterbringung fest. Der Veterinärdienst kam daraufhin zu dem Ergebnis, dass „die Haltung der Tiere nicht länger tragbar sei“ und brachte die Pferde anderweitig unter. Der Abtransport der Tiere gestaltete sich schwierig, da die Tiere kaum an ein Handling durch Menschen gewöhnt waren. „Daher war für die Aufgaben ein großer personeller Aufwand notwendig“, so Landkreis-Pressesprecher Henning Müller-Detert.

Tiere verkauft

Im Anschluss an den Abtransport wurden die Tiere im Rahmen einer Auktion an interessierte Halter aus Deutschland und den Nachbarstaaten vermittelt. Der Landkreis Osnabrück kündigte an, dass die zuständigen Veterinärämter in den kommenden Wochen das Wohlergehen der Tiere überprüfen werden.

Rechtliche Grundlage der Vorgehensweise des Landkreises ist das Tierschutzgesetzt. Demnach darf das Veterinäramt dem Halter Tiere bei erheblicher Vernachlässigung entziehen. Sobald wiederholt oder grob gegen tierschutzrechtliche Vorschriften oder Anordnungen verstoßen wird, ist die Erteilung eines Tierhaltungs- und Betreuungsverbotes gerechtfertigt.

Pferdehaltungen sind in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus tierschutzrechtlicher Kontrollen gerückt. Der Veterinärdienst für Stadt und Landkreis Osnabrück empfiehlt für die eigene Pferdehaltung, die „Leitlinie zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten“ vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz heranzuziehen.