Lambertichor und Instrumentalisten Festliches Konzert lädt in Ostercappeln zum Innehalten

Von Christa Bechtel



Ostercappeln. Im Schein vieler Kerzen und mehrerer erleuchteter Weihnachtsbäumen boten der Lambertichor Ostercappeln sowie die Instrumentalisten in der abgedunkelten St.-Lambertus-Kirche Ostercappeln ein weihnachtliches Konzert zum Innehalten. Die Gesamtleitung dieses bewegenden und festlichen Abends hatte Chorleiter, Organist und Pianist Thomas Bramkamp.

„Nach einer fast 10-jährigen konzertfreien Zeit haben wir die schönsten Weihnachtslieder zusammengestellt, um diese im heutigen Konzert zum Abschluss eines Gesangsjahres vorzutragen“, sagte Johannes Hunfeld, Ansprechpartner des Lambertichores, in seiner Begrüßung im gut gefüllten Gotteshaus. Dabei nahm er die Gelegenheit zum Werben wahr: „Wenn Sie am chorischen Gesang interessiert sind, können Sie dies bei unseren wöchentlichen Chorproben optimieren.“

Mammutprogramm

Mitgebracht hatten alle ein Mammutprogramm mit Liedern aus Bethlehem, Irland, dem Baltikum oder Italien, aber auch Orgel-Toccaten der französischen Romantik, sowie Flöten- und Instrumentalmusik von barocken und zeitgenössischen Komponisten. Schade war nur, dass es in der Kirche immer kälter und kälter wurde, sodass sich einige Besucher beim Hinausgehen gegenseitig fragten: „Hast Du auch so kalte Füße?“ Doch dem Musikgenuss tat das keinen Abbruch, sodass es am Ende stehende Ovationen eines begeisterten Publikums nebst Zugabe gab. Doch von Anfang an…

Zum Auftakt ein Leckerbissen

Das abwechslungsreiche Programm eröffnete Thomas Bramkamp am Klavier mit „Consolation Des Dur“ von Franz Liszt so genial, sodass dieses erste Stück gleich zum musikalischen Leckerbissen wurde. Mit „Leise, leise in der Nacht“, „Cantique de Jean Racine“ – mit Begleitung von Cello und Klavier – „Celtic Christmas Carol“, „Christmas Lullaby“ – hier wurde das „Ave Maria“ zur Botschaft, oder „The First Noel“, „What child ist this“, der Kanon in D von Pachelbel, bestach der Lambertichor durch seine ausgesprochene Homogenität, sehr saubere Intonation, die das gesamte Konzert über auf hohem Niveau blieben. Und Thomas Bramkamp, der auch einige Stücke arrangiert hatte, gelang es bestens, seinen Chor unentwegt in Spannung zu halten. Farbig, differenziert, ruhig, wussten auch die Instrumentalistinnen (Frauke Staupendahl, Sopran- und Altblockflöte, Angelina Stiller, Theresa Schmidt, beide Violine, Laureen Stiller, Viola, und Carolin Nagel, Violoncell) in der Begleitung des Chores immer wieder durch das behutsame Einsetzen der verschiedenen Klangfarben zu begeistern.

Eine Begegnung mit Folgen

„Ich freue mich, dass ich mit Frauke Staupendahl Musik machen darf, die Dozentin an der Kreismusikschule ist. Wir haben uns vor einem halben Jahr kennengelernt. Da habe ich gesagt: Frauke, wir machen was zusammen“, kündigte Thomas Bramkamp aus Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ den „Winter“ sowie die Variationen „Kommet, ihr Hirten“ an, die das Duo in brillanter Spieltechnik und mit Klangschönheit umsetzte.

Ostercappelner Orgel

„In Frankreich gibt es eine Entwicklung der Orgelmusik, die anders ist, als in Deutschland“, erklärte Bramkamp, der auf die Ostercappelner Orgel einging. „Bei der Konzeption dieser Orgel stand die Romantik mittendrin.“ Das sei wichtig für die Auswahl der einzelnen Register. „Wir haben in dieser wunderschönen Kirche das Glück, eine Orgel zu haben, die romantische Orgelmusik wiedergeben kann – und zwar adäquat“, betonte der Organist, der einige Orgelstücke im Laufe des Abends vortrug.

Französische Romantik

„Da sind drei viel zu schwere Stücke für mich auf dem Programm“, gestand Bramkamp mit Blick auf die Toccaten. Doch fulminant und virtuos brachte er erst die Toccata „Vom Himmel hoch“ von G. Edmundson zu Gehör. Später dann die beste, die schönste, die bekannteste aus der 5. Orgelsymphonie der französischen Romantik von Charles-Marie Widor und zum Schluss die in D-Dur von Marcel Lanquetuit, ein Organist aus dem 20. Jahrhundert, von dem leider – durch einen Hausbrand – nur noch diese Toccata vorhanden ist.

Fest steht: Zehn Jahre sollten die Ausführenden nicht wieder warten, um solch ein schönes und stimmungsvolles Konzert zu bieten.


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