„Deutschland gut zu wissen“ Integrationsprojekt an der Oberschule Ostercappeln

Von Andre Pottebaum


Ostercappeln. Wie lange darf man als Jugendlicher nach draußen? Wie trennt man seinen Müll richtig? Und muss man wirklich jeden Tag zur Schule? Diesen und anderen Fragen stellten sich rund 20 Teilnehmer beim Integrationsprojekt „Deutschland gut zu wissen“, das an der Oberschule Ostercappeln veranstaltet wurde.

„Mit dem Projekt ‚Deutschland gut zu wissen‘ wollen wir einen Beitrag zur Integration leisten. Die Teilnehmer sollen uns und verschiedene Institutionen wahrnehmen, Netzwerke aufbauen und sich nicht nur über die Sprache kennenlernen“, erklärt Lena Wellenbrock, Schulsozialarbeiterin an der Oberschule Ostercappeln. Dort kamen in den vergangenen Wochen rund 20 Teilnehmer zu sechs verschiedenen Treffen zusammen, um gemeinsam über gesellschaftliche und rechtliche Unterschiede zwischen Deutschland und ihrer Heimat zu sprechen.

Die vorzugsweise aus Afghanistan stammenden Flüchtlingsfamilien informierten sich über den Umgang zwischen Männern und Frauen, die Anwesenheitspflicht von Schülern, verschiedene Schulformen von der Hauptschule bis zum Gymnasium sowie über die Frage, wie lange man als Jugendlicher abends draußen bleiben darf. „Gerade bei den Themen Schule und Jugendschutz gab es bei den Teilnehmern einen Aha-Effekt“, sagt Lena Wellenbrock, die das Projekt mit Jutta Becker, Sozialarbeiterin an der Erich Kästner-Grundschule in Bohmte, ins Leben gerufen hat. (Lesen Sie auch: Flüchtlinge bauen Jugendtreff in Bohmte aus)

„Für mich war fast alles neu“

Diesen Aha-Effekt hatten auch Zahra (17), ihre Schwester Nahid (15) sowie Vater Mohammad (59), die vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen sind und seit 18 Monaten in Ostercappeln eine neue Heimat gefunden haben. „Die Beratung war einfach super. Wir kennen die Regeln in Deutschland noch nicht. Für mich war fast alles neu“, sagt Zahra, die zurzeit die 9. Klasse der Oberschule Ostercappeln besucht.

So musste die Familie zum Beispiel lernen, dass man in Deutschland mit 18 volljährig ist und auch als Frau eine eigene Wohnung mieten darf. In der eigenen Heimat würde man noch mit 30 oder 40 bei den Eltern wohnen, so die 17-Jährige. „Wir haben hier auch ein paar Berufe kennengelernt und können entweder Abitur, Fachabi oder eine Ausbildung machen“, freut sich die im Iran aufgewachsene Schülerin. (Lesen Sie auch: Junger Afghane findet neue Perspektive in Ostercappeln)