Venner Hachmann erzählt Warum wird man Gärtnermeister?


Venne. Wenn ein Beruf das Attribut „vielseitig“ verdient, dann der des Landschaftsgärtners oder der Landschaftsgärtnerin. Denn Menschen brauchen Erde unter den Füßen, um pflanzen, säen und staunen zu können.

Ein Sprichwort sagt: Der Kluge sucht sein Glück im Garten. Denn im Garten wächst mehr, als man ausgesät hat.

Wer aber nun glaubt, Gärtner seien die mit Strohhut und Schürze, der hat wenig Ahnung vom Gartenbau. Ausbildung im Gartenbau ist eher etwas für Menschen, die einen Plan haben und mehr wollen. Landschaftsgärtner haben Lust auf Landschaft. Sie arbeiten mit Pflanzen, sie säen, schneiden Gehölze, sie legen an, sie führen Erdarbeiten aus, sie pflastern und arbeiten mit Holz und Naturstein, sie pflegen und übertragen Baupläne auf die Baustelle und bauen Treppen, Terrassen, Wege und Mauern. Sie sorgen für Spielplatzbau und Beleuchtungskonzepte, für Wasserläufe, aber auch für Grabgestaltung. Kurz und gut: Sie geben Landschaft und Gärten ein Gesicht. Sie schaffen Ruheräume. Als Praktiker.

Pauline Ludewig aus Bramsche macht eine Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin bei Hachmann Garten- und Landschaftsbau in Ostercappeln-Venne. Im zweiten Lehrjahr.

Die 18-Jährige („Gärtnerin wollte ich immer schon sein. Ist mein Ding.“) war jetzt für drei Wochen im Rahmen eines von der Landwirtschaftskammer angebotenen Berufspraktikums in Irland.

Ihre Bilanz: „Irland ist wirklich eine grüne Insel. Es war eine lehrreiche Zeit, eine tolle Erfahrung und das Wetter gar nicht so schlecht wie wir am Festland immer meinen.“ Weite Teile Irlands wirken wie eine riesige Gartenlandschaft. Pate für die Pracht, die die Grüne Insel nicht von ungefähr zu einem Mekka für Pflanzenfreunde und solche, die es noch werden wollen, macht, steht dabei das durch den Golfstrom hervorgerufene Klima.

Paulines Chef, Gärtnermeister Maik Hachmann (34), ermöglichte seiner jungen Auszubildenden diese Lernerfahrung. Hachmann ist seit 2008 selbstständig. Als Handwerksmeister und Unternehmer mit grünem Daumen.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion erläutert Maik Hachmann, was den Beruf des Gärtners ausmacht.

Herr Hachmann, können Sie sich noch an den ersten Arbeitstag als Gärtner erinnern ?

Oh ja, das kann ich gut. Das war am 1. August 1998. Als Lehrling zum Landschaftsgärtner bei der Firma Köster in Venne war ich in Herringhausen in der Gemeinde Bohmte eingesetzt und habe dort Rasen eingesät. Ist was geworden.

Und warum sind Sie gerade Gärtner geworden?

Schon als Jugendlicher haben mich Mauern, Trockenmauern, Pflanzen, Gartenanlagen und das Arbeiten mit Steinen interessiert, ja begeistert. Ich fand das superspannend. Und so ist es heute noch.

Erinnern Sie sich noch an ein besonderes, außergewöhnliches Gärtnererlebnis in den vergangenen Jahren?

Es gibt natürlich manchmal auch witzige Begebenheiten. Aber rein fachlich war das sicher zum Beispiel der anspruchsvolle Bau der Bruchsteinmauer beim Senioren- und Pflegeheim Caselato in der Ortsmitte Ostercappelns, da diese eine Sichtfläche von 150 Quadratmetern hat und stolze drei Meter hoch ist. Das war kein alltäglicher Auftrag. Wenn dann Passanten und Auftraggeber kommen und ein Lob aussprechen, dann ist das eine gute Sache.

Beschreiben Sie in wenigen Worten, warum ein junger Mensch heute eine Ausbildung als Landschaftsgärtner machen sollte ...

Unser Beruf ist abwechslungsreich, wir arbeiten im Freien an der frischen Luft, es gibt jeden Tag neue Herausforderungen kreativ zu bewältigen, und es gibt da die Freude am Endergebnis: Der schöne Garten, die einladende Terrasse, der gestaltete Vorplatz, die Hecke, die grünt. Die Blume, die blüht. Der Teich. Eben alles, was Garten ausmacht.


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