Im edlen Look am Start Venner Hafid Mertins auf Huckelpiste im Grenzbereich


pm/bec Venne. Die ersten Tests sind gelaufen, die Reize sofort wieder geweckt. Jetzt wird weiter geschraubt, eher an der Feinabstimmung hantiert, sprich das Material überarbeitet wird, ehe es ab Ende Mai rund geht im Motorradsport und damit auch für Hafid Mertins, den auf der Piste schnellsten Zweiradfahrer aus Venne.

Bis dahin legt der Hobbyfahrer seine Hände keineswegs in den Schoß, sondern versucht, sich mit Schwimmen, Laufen und Mountainbiken fit zu halten bei der Erkenntnis mit dem Blick zurück: „Es hat einfach zu gut geschmeckt im Winter!“ Dabei stand nach Abschluss der Saison im Herbst in Oschersleben ein langer Winter vor der Türe, wie Mertins als Genießer internationaler Küche gesteht.

Diese sogenannte „Offsaison“ nutzte er neben Job und Freunden in erster Linie damit, den Dachboden umzubauen und somit ein kleines neues Wohnreich zu erschaffen in einer wetter- und temperaturbedingt wenig bis gar nicht sportlich ausgestatteten Jahreszeit, „in der Training und Motorrad natürlich etwas zu kurz kommen“, wie Mertins sagt. Freilich wurde gemeinsam mit Reinhard Brickwedde und Manuel Schmidt vom Autoservice am Berg in Venne einiges am Motorrad umgebaut. Sein Yamaha-Team stellte ihm eine neue sogenannte Schwinge sowie ein verbessertes Federbein zur Verfügung. Einige elektronische Veränderungen wurden auch unternommen. „Und ruckzuck war es auch schon Ende Februar“, wie Mertins die kurzweilige Saisonpause umschreibt. Außerdem gab es noch eine nagelneue Lederkombi von Dennis Hämmer, in seinen Augen als der Geschäftsführer der Firma Schwabenleder ein „sehr innovativer Rennsportenthusiast“. Die neue Kluft ist für ihn eine Maßanfertigung aus leichtem Känguruleder mit Airbag-Funktion, dem „Nonplusultra auf dem Markt“.

Ende März ging es dann wieder auf die Rennstrecke an der italienischen Adriaküste – an drei Tagen testen, den Winterrost wegfahren und natürlich leckeres Essen auf der Tagesordnung. Bei herrlichem Wetter konnte sich der Venner ständig steigern und gab sich sichtlich zufrieden, weil Reifen und Fahrwerk gut harmonierten.

Bald danach ging es für vier Tage nach Kroatien mit drei Rennen zum kleinen Cup „Champion of Grobnik“ mit dem Moto-Moscow Racing-Team in der Klasse Superbike. Mit Ernüchterung, „denn alle mühsam gesammelten Fahrwerkseinstellungen aus Italien konnten wir nicht verwenden“, wie Mertins gestand nach dem Versuch auf einer „Huckelpiste“, die bei „brutal viel Grip“ charakterlich kaum mit etwas zu vergleichen war. „Das schüttelt einen schon mal so gewaltig durch, dass es einem ganz anders wird. Andererseits einfach geil, wenn man den Grenzbereich spürt“, wie der Venner gestand.

Unter 35 Startern auf Platz 11 für die ersten beiden Rennen qualifiziert, ergab sich in der Startaufstellung für den finalen Lauf Platz 8. „Wie immer tierisch nervös“ erwischte er einen ungewöhnlich guten Start und landete auf dem glänzenden 5. Platz, „weil der Speed endlich mal gepasst hat“. Inklusive Sonnenbrand ging es zurück in die Heimat, wo das Material für den „Hafeneger Cup“ im Mai vorbereitet wird.


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