Netzanschluss und Bürgschaft Nahwärmeenergie für den Erlengrund in Venne

Uwe Lachermund, Vorstandsvorsitzender der Venner Energiegenossenschaft, an der Heizzentrale am Darpvenner Weg. Archivfoto: Michael GründelUwe Lachermund, Vorstandsvorsitzender der Venner Energiegenossenschaft, an der Heizzentrale am Darpvenner Weg. Archivfoto: Michael Gründel

Venne. Die Gemeinde Ostercappeln übernimmt eine Ausfallbürgschaft in Höhe von bis zu 500.000 Euro für die Errichtung einer Nahwärmeversorgung des Baugebietes „Erlengrund“ in Venne. Das hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Der Beschluss steht im Zusammenhang mit der Verabschiedung des Bebauungsplans „Erlengrund“. Die Erschließung der vier Hektar großen Fläche soll in Kürze beginnen.

Im Rahmen der Erschließungsplanungen für das Neubaugebiet hat die Venner Energiegenossenschaft geprüft, ob auch die hier vorgesehenen rund 35 Grundstücke in das Nahwärmenetz integriert werden können.

Wirtschaftlichkeitsberechnung

„Die erstellte Wirtschaftlichkeitsberechnung zeigt deutlich auf, dass ein wirtschaftlicher Betrieb möglich ist“, so die Kommune. Somit hat der Vorstand der Venner Energie eG beschlossen, das Neubaugebiet zu versorgen. Ein wichtiger Punkt für künftige Hausbesitzer im Erlengrund: Im Gegenzug hat die Innogy SE als Konzessionsträger für die Gasversorgung erklärt, dass sie eine Gasversorgung in diesem Baugebiet nicht vorsieht. Wer also nicht an das Nahwärmenetz angeschlossen werden möchte, muss sich nach einer Alternative umschauen.

Projekt rechnet sich

Das Projekt rechnet sich bereits bei nur fünf Anschlüssen. Mit einem deutlich höheren Anschlussgrad ist aber zu rechnen. „Das Nahwärmenetz wird sicher auch bei dem Einen oder Anderen bewusst zum Kauf eines Baugrundstücks gerade in Venne beitragen“, so SPD-Ratsmitglied Frauke Hampe.

Beitrag zum Klimaschutz

Das Nutzen regenerativer Energie und der damit geleistete Beitrag zum Klimaschutz sind Argumente für das Neubaugebiet. „Diese innovative Energieversorgung sollte in der Vermarktungsphase unbedingt unterstützt und propagiert werden“, betonte Erik Ballmeyer (CDU).

Erhebliche Investition

Mit der Übernahme der Bürgschaft für diese sinnvolle und erhebliche Investition in der Ortschaft Venne wird die Wirtschaftlichkeit weiter verbessert, so die Auffassung im Gemeinderat. Es handelt sich um eine Ausfallbürgschaft. Die Kommune ist also nur im Boot, falls die Venner Energie eG Insolvenz anmelden müsste. Und davon geht bei dem bislang so erfolgreichen Projekt niemand aus.


Das Nahwärmenetz der Venner Energie eG ist seit Oktober 2015 in Betrieb. Zwischenzeitlich sind 148 Gebäude bei 154 Abnahmestellen angeschlossen. Die Versorgung aller angeschlossenen Abnahmestellen hat seit Inbetriebnahme funktioniert, auch die kommunalen Gebäude wie Mühlenbachschule, Kindergarten und Dorfgemeinschaftshaus werden mit der Nahwärme versorgt. Wie funktioniert das System? Prozesswärme der Waffelfabrik Meyer zu Venne wird ausgekoppelt. Dadurch wird so viel warmes Wasser produziert, dass 148 Wohn-Objekte mit regenerativer Wärme versorgt werden. Um dies zu erreichen, wurde ein 10,5 Kilometer langes Rohrleitungs-Netz in der Ortschaft Venne verlegt. Zudem wurde eine Heizzentrale mit zwei Gas-Kessel und ein Pufferspeicher am Darpvenner Weg gebaut, um die Versorgungssicherheit dauerhart zu gewährleisten.

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