Sich bewegen und etwas bewegen Burkhard Hein aus Haaren radelt für Kinder

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Deutliches Engagement: Burkhard Hein gründete die Initiative „Kilometer für Kinder“. Foto: Kerstin BalksDeutliches Engagement: Burkhard Hein gründete die Initiative „Kilometer für Kinder“. Foto: Kerstin Balks

Haaren. Burkhard Hein ist ambitionierter Radsportler. Doch sein Ehrgeiz beschränkt sich nicht auf Bestzeiten und Strecken, er möchte auch für die gute Sache etwas erreichen und hat die Initiative „Kilometer für Kinder“ zugunsten der Deutschen Kinderkrebsstiftung gegründet, der sich sofort viele Gleichgesinnte anschlossen.

Wer Laufen oder Radfahren etwas ambitionierter betreibt, kennt vermutlich Strava. Dabei handelt es sich um ein soziales Netzwerk, bei dem zurückgelegte Distanzen festgehalten werden. Über eine mobile Applikation für Smartphones oder einen kompatiblen GPS-Empfänger werden Daten zu Strecke, Dauer, Steigung, Geschwindigkeit und Energieumsatz ermittelt und dokumentiert. Indem diese Daten vergleichbar sind, können Strava-Teilnehmer – zu denen durchaus auch Profi-Athleten gehören – in einen sportlichen Wettbewerb miteinander treten. Dazu lassen sich zusätzlich innerhalb von Strava Klubs mit Gleichgesinnten gründen. Auf Facebook haben derzeit ca. 413 000 Personen Strava abonniert.

Über 7 000 Höhenmeter

Man muss das vorausschicken, um die Reichweite dieses Netzwerks zu verdeutlichen. Eine Reichweite, die Aktionen wie der von Burkhard Hein zugutekommen. Der 45-Jährige, der eigentlich aus Rahden stammt, aber schon seit zehn Jahren in Oberhaaren lebt, ist passionierter Radler. Ganz selbstverständlich legt der CNC-Programmierer den täglichen Weg zur Arbeit in Schledehausen mit dem Rad zurück. 2015 fuhr er beim Alpenbrevet die Platintour: 276 Kilometer auf fünf Pässen bewältigte er in zwölfeinhalb Stunden und überwand dabei eine Höhendifferenz von 7 031 Metern. In diesem Jahr steht das 24-Stunden-Rennen am Alfsee auf seinem Trainingsprogramm. Seine Begeisterung fürs Radfahren hat vielfältige Gründe: „Die sportliche Herausforderung spielt eine Rolle, klar, aber gleichzeitig tue ich durchs Training und durchs tägliche Radfahren zur Arbeit etwas für meine körperliche Fitness und ganz nebenbei auch für die Umwelt – schließlich können wir dadurch auf ein zweites Auto verzichten“, erklärt er.

Große Reichweite

Und jetzt kommt noch die gute Sache hinzu. Auch bisher hat Burkhard Hein regelmäßig für wohltätige Zwecke gespendet, ist bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registriert. „Ich bin selbst stolz und dankbar, Vater einer gesunden Tochter zu sein“, äußert er sich knapp und unmissverständlich zu diesem Engagement. Viel lieber möchte er über die Idee reden, die hinter seiner Initiative „ Kilometer für Kinder „ steckt und die ihm, wie hätte es anders sein können, beim Radfahren kam. „Über Strava erreiche ich doch ganz viele Gleichgesinnte, die ihre sportlichen Ambitionen gerne mit Charity verbinden“, lautete seine Überlegung, die ihn veranlasste auf Strava den Klub „ Kilometer für Kinder „ zu gründen.

Das Prinzip dahinter: Jeder Teilnehmer spendet am Jahresende 1 Cent für jeden selbst geradelten Kilometer an die Deutsche Kinderkrebsstiftung. „Bei mir werden es sicherlich gut 10 000 Kilometer sein, das wäre eine Spende von 100 Euro“, erläutert er. Doch auf die Summe komme es gar nicht so sehr an, vielmehr auf die Anzahl der Teilnehmer. Denn auch viele kleine Beträge bildeten am Ende einen Gesamtbetrag, die wirklich etwas bewegen könne: „Sich bewegen und wirklich etwas bewegen, das liegt hier eng beieinander und kann als Leitmotiv der Initiative gesehen werden.“

Prominentes Mitglied

Vom Zulauf seiner Aktion war er denn doch überrascht: Am 2. Januar gestartet, zählt der Klub bis dato bereits 329 Mitglieder, die seit ihrer Registrierung rund 250 000 Kilometer erradelt haben – und das, obwohl die Saison noch gar nicht richtig begonnen hat. Demnächst dürfte „Kilometer für Kinder“ noch bekannter werden und weitere Anhänger finden, denn inzwischen gibt es sogar Trikots mit dem Logo der Aktion; die Firma Owayo aus Regensburg unterstützt dabei mit einer Spende von fünf Euro pro verkauftem Trikot an die Stiftung. Und ein prominenter Multiplikator hat sich auch angemeldet: Seit Mittwoch ist Ex-Radprofi und ARD-Radsportexperte Marcel Wüst bei „Kilometer für Kinder“ mit von der Partie.


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