Eindrucksvolle Indienreise Alles kushi, kushi in Ostercappeln

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Ostercappeln. Eine Gruppe aus Ostercappeln, Bad Essen, Hunteburg, Lingen, Lengerich, Engter und Bremen war mit Pater José Kuzhichalil unterwegs in der südindischen Provinz Kerala. Viele Eindrücke gewannen nicht nur die Reiseteilnehmer – auch umgekehrt machte die Gruppe Eindruck und schaffte es sogar in die „Times of India“.

Pater José Kuzhichalil, seit Ende 2014 Pfarrer in Ostercappeln, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Mitgliedern seiner jeweiligen Gemeinde einmal seine Heimat zu zeigen. Nach Hollage, wo er zuvor gewirkt hat, war nun Ostercappeln an der Reihe. Für die Reisenden ein Glücksfall, befanden sie sich doch in einer Gruppe Gleichgesinnter und gewannen durch die Begleitung eines Landsmannes Einblicke in die indische Lebenswirklichkeit jenseits ausgetretener touristischer Pfade. „Ein Reiserlebnis von dieser Intensität bekommt man bei einer herkömmlichen Reise niemals geboten“, fand Monika Diekhoff beim Nachtreffen zur Reise im Pfarrheim von St. Lambertus.

Curry-Salat und Mango-Spezialitäten

Dort waren die Teilnehmer vergangene Woche zusammengekommen, jeder hatte etwas zum Buffet beigesteuert, das dem Anlass entsprechend mit Curry-Salat und Mango-Spezialitäten durchaus exotisch ausfiel. Fotos und Erinnerungen wurden ausgetauscht und wem eventuell der eine oder andere Programmpunkt des Reiseverlaufs bereits entfallen war, dem half der ausführliche und reich bebilderte Reisebericht von Elisabeth Klecker auf die Sprünge.

Verehrung für Hanxleden

„Alles kushi, kushi?“ – Mit dieser freundlichen Nachfrage, ob denn alles in Ordnung sei, wurde die Gruppe von Reiseleiter Dr. Sebastian allmorgendlich begrüßt. Gleich am ersten Tag ging es zur großen christlichen Universität von Bangalore und zum Priesterseminar, dem auch Pater José angehört. Der nächste Tag führte die Gruppe nach Mysore, einer Pilgerstätte der Hindus. Am folgenden Tag stand die Natur im Mittelpunkt: Die Gruppe besuchte Kaffee- und Kokosplantagen, einen Nationalpark mit Elefanten und Affen, und hatte Gelegenheit, im Meer zu baden.

30 Millionen Christen in Indien

Einen Tag später ging es um das Christentum in Indien, dessen Tradition sich bis ins Jahr 12 n. Chr. zurückverfolgen lässt, als der Heilige Thomas dort die ersten Familien taufte. Heute leben in dem 1,3 Milliarden Einwohner zählenden Indien ca. 30 Millionen Christen, die meisten in Kerala. Für die Katholiken unter ihnen, aber auch für Nichtchristen, hat ein gewisser Arnos Padiri eine besondere Bedeutung. Der als Johann Ernst Hanxleden in Ostercappeln aufgewachsene Jesuitenpater, war vor 300 Jahren nach Kerala gekommen, missionierte, verfasste ein Wörterbuch und schrieb Gedichte. Er und sein Werk „Puthen Pana“ werden noch heute in Indien sehr verehrt. Sein Einfluss, ja überhaupt seine Existenz war hierzulande bis vor wenigen Jahren weitgehend unbekannt. Für die Ostercappelner war es natürlich Ehrensache, Hanxledens Wirkungsstätte Velur zu besuchen und an seinem Grab Blumen niederzulegen. Von diesem Besuch berichtete sowohl das indische Fernsehen wie auch die „Times of India“, die größte englischsprachige Tageszeitung Indiens.

Große Gastfreundschaft

Die Wallfahrtskirche des Heiligen Thomas, der Karmeliterorden von Pater José, aber auch die Hafenstadt Cochin mit ihren Einkaufsmöglichkeiten bildeten die Höhepunkte der folgenden Tage. Auch eine Übernachtung auf einem Hausboot und anderntags ein Besuch bei der Familie des Pfarrers standen auf dem Programm. Dort vor allem, aber auch während der gesamten Reise erlebte die Gruppe „eine einzigartige Gastfreundschaft, wie wir sie hier gar nicht mehr kennen – obwohl es uns doch viel besser geht“, fasste es Walburga Schlarmann aus Lingen zusammen.


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