90. Geburtstag von Irmel Weyer Von Schwagstorf aus für Kinder in Tansania aktiv

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Feierstunde in der Düsseldorfer Staatskanzlei mit dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers. Er verlieh Irmel Weyer den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Archivfoto: Ralph SondermannFeierstunde in der Düsseldorfer Staatskanzlei mit dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers. Er verlieh Irmel Weyer den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Archivfoto: Ralph Sondermann

Schwagstorf. Am 20. Februar wird Dr. Irmel Weyer 90 Jahre alt. Eine Frau, die auf eine bemerkenswerte Lebensleistung zurückblicken kann und sich auch heute noch engagiert. Die Ärztin hat zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen für ihr Engagement erhalten.

Sie ist unter anderem Trägerin des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Großes Verdienstkreuz). Der damalige NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers nahm die Verleihung 2009 vor. Vom tansanischen Präsidenten Julius Nyerere wurde sie mit dem höchsten Orden des Landes geehrt. Und sie ist Trägerin des der Auszeichnung „Dame von Orden des heiligen Gregorius der Großen“, das ist die höchste Auszeichnung, die der Papst an Laien vergeben kann. Wie kam es dazu?

Aus Mühlheim an der Ruhr

Irmel Weyer – der Geburtsname ist Irmgard – wohnt seit Ende 2014 an der Krebsburg in Ostercappeln-Schwagstorf, zusammen mit ihrer Schwester. Aufgewachsen ist sie aber in Mühlheim an der Ruhr. Doch ihr Leben geprägt hat der Kontinent Afrika. Viele Jahrzehnte bis zu ihrem gesundheitsbedingten Rückzug hat Irmel Weyer in Tansania gewirkt.

In die Wiege gelegt war ihr das allerdings nicht. Aufgewachsen ist der Zeit des Nationalsozialismus, erlebt sie Krieg und Zerstörung. Geprägt wurde sie aber von der Pfarrjugend. Menschlichkeit und der Dienst für die Menschen sind ihre Maximen. Nach dem Abitur studierte sie Medizin. Ihr Ziel: die Arbeit als Tropenärztin. Nach Promotion und Weiterbildung zur Fachärztin für Chirurgie und Gynäkologie.

Ein Haus ohne Fenster

Ende 1960 reiste Irmel Weyer nach Afrika. Der Benediktinermönch Abt Eberhard Spieß brauchte in dem kleine Ort Litembo im heutigen Tansania – damals hieß die frühe deutsche Kolonie noch Tanganyika – eine Ärztin-. Gemeinsam mit zwei Schwestern trat Irmel Weyer ihren Dienst an. Das kleine Hospital sollte zu ihrer Lebensaufgabe werden. Zunächst wurde dort unter primitiven Bedingungen gearbeitet. So wurde unter Taschenlampenlicht operiert. 78 Betten standen damals bereit: in einem Haus ohne Fenster und mit einem Strohdach. Dank des unermüdlichen Engagements der Jubilarin hat sich daraus im Lauf der Jahre ein modernes Hospital mit 360 Betten und jährlich 200.000 Patienten, das den Status eines Regierungskrankenhauses hat, entwickelt. Seit 1982 wurde in einem Wasserkraftwerk der benötigte Strom selbst erzeugt. Auch ein Kinderkrankenhaus konnte eröffnet werden.

1996 Leitung abgegeben

1996 gab sie die Leitung der Einrichtung ab. Kollegen aus Tansania haben die Aufgabe übernommen. Die Ausbildung der afrikanischen Ärzte und Schwestern sind Anliegen, das die Jubilarin immer gefördert hat. „In ihrer aktiven Zeit hat sie mehr als 200 Schwestern geschult und sie hat afrikanischen Ärzten ermöglicht, sich an Universitäten in England, Österreich und Deutschland zu spezialisieren. Sie fuhr zu entlegenen Siedlungen, um die Bevölkerung in Hygiene zu unterrichten oder Kranke zu versorgen und wenn nötig zur Behandlung mit ins

Krankenhaus zu nehmen“, so NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers 2009 bei der Verleihung des Verdienstorden der Bundesrepublik.

Tansania-Hilfe Litembo

Noch heute sorgt sie für ihr Krankenhaus. Zuletzt kümmerte sie sich um zwei Doktorhäuser. Entscheidenden Anteil an der positiven Entwicklung hat die „Tansania Hilfe Litembo“. Er setzt sich aus dem „Der Verein der Förderer der Urwaldärztin Dr. Irmel Weyer“ und der Weyer-Stiftung zusammen, der in ihrem Namen von Mühlheim aus das Krankenhaus Litembo finanziell und materiell unterstützt. Irmel Weyer ist dem Verein und „ihrem“ Hospital bei heute eng verbunden und hilft, wo sie kann. Weitere Infos hierzu online unter www.tansania-hilfe-litembo.de .

Wassertank für die Schule

Zum Ort Litembo gehören auch ein Kindergarten und eine Schule. „Damit die Wasserversorgung der Schule gewährleistet ist, braucht sie einen Wassertank“, so die Jubilarin. Statt Geschenken zum Geburtstag bittet sie um Spenden für dieses Projekt. Unter dem Stichwort „Wassertank Secondary School Litembo“ ist ein Spendenkonto bei der Sparkasse Osnabrück eingerichtet.


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