Besonderes Faible für Hufeisen Kunstwerke aus Glücksbringern made in Venne

Von Martin Nobbe

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Kunst aus Hufeisen: Ursula Schreiber in Venne. Foto: Martin NobbeKunst aus Hufeisen: Ursula Schreiber in Venne. Foto: Martin Nobbe

Venne. Originalität muss man haben, nicht danach streben. Jeder Mensch hat seine Eigenschwingung, seinen eigenen Ton. Wenn man die Schwimmmeisterin Ursula Schreiber aus Venne am „Berghof“ besucht, dann wird das deutlich und der Besucher am Hauseingang zuerst von einer urigen Eule begrüßt.

Bei der Eule handelt es sich aber nicht um einen Greifvogel, der sich verirrt und bei den Schreibers Unterschlupf gesucht hat, sondern um ein Kunstwerk aus Hufeisen.

Hufeisen gelten bekanntlich als Glücksbringer, und bei Ursula Schreiber scheint das Glück in Form von Hufeisen nicht nur im Garten zu liegen, sondern auch in der gesamten Wohnung.

Ein Hufeisen, richtig an Haus und Hof angebracht, soll ein geeignetes Mittel sein, Unglück, Unheil und Krankheit abzuwenden. Ein Hufeisen soll beschützen und Fremden mit üblen Absichten sowie bösen Geistern den Zugang verwehren. Man könne damit das Böse festnageln und einhämmern, hieß es in früheren Jahrhunderten.

Das „U“ nach oben offen

Seeleute brachten es an Schiffsmasten an, und einige Taxifahrer achten noch heute darauf, dass ihr Nummernschild ein „U“ enthält. Zeigt die offene Seite eines Hufeisens nach unten, könnte das Glück herausfallen, deshalb gilt: oben offen. Wohin das Auge auch blickt, überall stehen bei Ursula Schreiber Kunstwerke aus Hufeisen, die von ihr in mühsamer Arbeit hergestellt wurden. Obelix hätte seinen Spaß an dem rostigen Römerwagen, der, komplett aus Hufeisen gefertigt, im Garten als Blumenkübel seinen Dienst verrichtet.

Auf dem Wochenmarkt gesehen

Dabei fing für die heute 58-jährige Hobby-Künstlerin alles ganz harmlos mit zwei Eulen an. „Ich habe so ein Eisentier einmal auf dem Wochenmarkt in Bad Essen gesehen und gedacht: So etwas kann ich besser.“ Und so fertigte die begnadete Künstlerin aus dem Wittlager Land in Windeseile eine kleine Eulenfamilie (Mutter und Kind). Lang ist es her, erinnert sich die kreative Schwimmmeisterin und freut sich schon auf ihr neues Projekt aus Hufeisen.

„Meine Hufeisenmodelle entstehen im Kopf“, berichtet Ursula Schreiber im lockeren Gespräch mit unserer Zeitung. „Doch vor der Kunst kommt die Arbeit“, lacht die Vennerin und zeigt ihren Arbeitsraum, in dem Hunderte von Hufeisen liegen. „Natürlich müssen die Hufeisen zuerst vom Rost befreit und danach sandgestrahlt werden, bevor sie verarbeitet werden können. „Für meine beiden Hufeisenhunde hat zum Beispiel unser Mischlingshund Balu Modell gestanden“, schmunzelt die Hufeisen-Expertin.

Kreatives aus Eisen

Aber wie kommt frau an so viele Hufeisen? „Ich habe nicht nur ein Faible für Tiere aus Stahl und Eisen, sondern auch für meine geliebten Pferde, die ab und zu vom Hufschmied neu beschlagen werden müssen. Will sagen: Die Hufschmiede aus dem Wittlager Land und umzu kennen mein Hobby und versorgen mich immer wieder mit alten Hufeisen. Und so habe ich immer was zu tun“, lacht die Künstlerin. Katzen, Hunde, Frösche, Pfauen, Eulen, Bierträger, Spinnen, Windspiele, einen Römerwagen, ein Sonnenrad und vieles mehr hat die Künstlerin aus dem Wittlager Land bereits aus Hufeisen gezaubert.


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