Planungen für Traditionshaus Venne sagt Ja zum ISA-Projekt

Von Ingrun Waschneck


iwa Venne. Das Venner Leuchtturmprojekt, auf dem Gelände des Gasthauses Linnenschmidt einen neuen Betriebsstandort für ISA, der Initiative Sinnvolle Arbeit, zu schaffen, war Thema einer Bürgerversammlung

Gut 60 Besucher waren gekommen, um sich über die Entwicklungen zu informieren.

„Als ersten Schritt planen wir, die große Scheune umzubauen“, erklärte Jürgen Linnemann, ISA-Geschäftsführer. „Hier sollen unsere Fachdienste Arbeit, Wohnen und Freizeit und der Familienunterstützende Dienst einziehen.“ Des Weiteren soll barrierefreier Wohnraum für bis zu acht Personen geschaffen werden sowie ein Freizeittreff. In dem Gebäude werde es auch eine Einliegerwohnung für Doris Linnenschmidt-Herder und Ulrich Herder geben.

Tagungen und Seminare

In einem zweiten Schritt stehen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im Gasthaus an. „Dazu gehört der Ausbau weiterer Hotelzimmer, damit beispielsweise auch Tagungen und Seminare hier stattfinden können“, berichtet Linnemann. Der Saalbetrieb solle weiterlaufen, das gastronomische Angebot erweitert werden.

„In unserem jetzigen Standort in der Knuwische platzen wir aus allen Nähten und waren deshalb auf der Suche nach einem neuen Gebäude“, so der Geschäftsführer. Das Ehepaar Linnenschmidt-Herder, das sich aus Altersgründen aus dem Berufsleben zurückziehen möchte, sei von der Idee, den Linnenschmidt-Komplex für diese Zwecke zu übernehmen, sehr angetan gewesen und habe zugestimmt.

„Wir möchten an die 400-jährige Geschichte des Traditionsgasthauses anknüpfen, wollen aber auch neue Impulse setzen und etwas schaffen, was wirtschaftlich tragbar ist“, erklärt Linnemann. In dem eigenständigen Integrations-Unternehmen, deutschlandweit gibt es rund 850, werden 25 bis 50 Prozent der Mitarbeiter mit anerkannter Schwerbehinderung arbeiten. „Wir suchen auch Mitarbeiter auf Ehrenamtspauschale oder im Minijob, gerne aus dem Ort oder der Umgebung, die uns beispielsweise beim Freizeittreff unterstützen mögen“, sagt der Geschäftsführer.

Im Anschluss lud Linnemann die Besucher ein, Fragen zu stellen, Ideen, aber auch Kritik zu äußern. Die erste Frage galt dem Zeitraum, in dem das Projekt umgesetzt werden solle. „Unsere Wunschvorstellung ist, dass wir den neuen Betriebsstandort, also die umgebaute Scheune, in zwei Jahren beziehen können“, antwortete Linnemann. Auch die Finanzierung interessierte die Gäste. Hier konnte Linnemann berichten, dass er sich aus Vorgesprächen mit dem Landesverband des DRK und Aktion Mensch eine Förderung für den Umbau des Betriebsstandortes in Höhe von 50 Prozent bei Umsetzung gänzlicher Barrierefreiheit erhoffe.

Dorferneuerung

Weitere Mittel sollen über das Dorferneuerungsprogramm mit Unterstützung der Kommunalpolitik beantragt werden. Für den Aufbau des Integrationsunternehmens erhoffe ISA sich Förderungen über Aktion Mensch und das Integrationsamt. Auch Stiftungen sollen als potenzielle Förderer angesprochen und gewonnen werden. Für jede Anregung und Unterstützung von außen sind wir dankbar.“ Eine kam gleich aus dem Publikum, als vorgeschlagen wurde, eventuell Geschäftsanteile auszugeben, ähnlich einer Genossenschaft. Eine Anwohnerin wies auf Lärmbelästigungen bei großen Feiern hin. „Das ist gut, dass Sie das sagen, solche Hinweise brauchen wir, um sie bei der Planung zu berücksichtigen“, antwortete Linnemann. Doris Linnenschmidt-Herder ergänzte, dass sie in 30 Jahren nur eine Beschwerde, „anonym“, erreicht habe.

Eine weitere Besucherin wünschte sich, dass das Kulturangebot fortgesetzt werde, dass eine „Kulturinsel Venne“ entstehe. „Dass der Saal mit Leben gefüllt wird, ist uns ein Anliegen“, betonte Linnemann.

„Venne kann durch das ISA-Projekt nur reicher werden, und ich wünsche mir, dass sich viele einbringen“, sagte die ehemalige Ortsbürgermeisterin Edeltraud Altemöller-Menke.

Ortsbürgermeister Erik Ballmeyer betonte: „Wir werden mit ISA nach vorne gehen, Venne sagt Ja zu ISA!“