Mirjam Rückert stellt aus Bilder in der Ostercappelner Mädchenschule stimmen fröhlich

Von Karin Kemper


Ostercappeln. Kaum hatten die Besucher in der Alten Mädchenschule in Ostercappeln einen ersten Blick auf die neue Ausstellung geworfen, hieß es wiederholt: „Die Bilder machen fröhlich. Sie passen in die dunkle Jahreszeit.“ Verantwortlich für die positive Stimmung ist die Künstlerin Mirjam Rückert aus Hasbergen.

Susanne Winkler, Vorsitzende des Kulturrings Ostercappeln (Kurios), lobte bei der Begrüßung in der Alten Mädchenschule am Kirchplatz die farbigen Bilder, die einfach Spaß machten. Und noch etwas kam hinzu: Die Künstlerin hatte ebenso bunte, selbst hergestellte Weinbecher mitgebracht. So waren die Teilnehmer der Vernissage noch nie versorgt worden. Die Frage: „Verkaufen Sie die Becher auch?“, folgte geradezu zwangsläufig. Die Antwort war ein klares „Ja“. Und wer glaubt, dass die Keramikbecher schwer wären, sah im Handumdrehen, dass er sich geirrt hatte. Sie Becher sind kunterbunt (auch innen) und erstaunlich leichtgewichtig.

Farbe als roter Faden

In die Ausstellung führte Werner Tobias ein. Er sprach das aus, was die Gäste schon festgestellt hatten: Farbe ist der rote Faden, der sich durch das Werk der Künstlerin Mirjam Rückert zieht. Auf ihren Objekten herrsche die Farbe. Das gehe so weit, dass ein weißer Rand eine Aufforderung an die Betrachter sei, das Bild in Gedanken weiterzumalen.

In der Ausstellung in der Alten Mädchenschule kommen gleichermaßen Malerei und Keramik zu ihrem Recht. Tobias: „Mirjam Rückert experimentiert gern.“ Besonders komme das bei den unterschiedlichen Brenntechniken der Keramik zum Tragen. Verwendung fanden sowohl der offene Feldbrand, die wohl älteste Form des Brennens, wie Tobias hervorhob, sowie beim Tonnenbrand oder beim Reduktionsbrand. Einmal sei das Ergebnis schwarzgebrannte Keramik, die nicht glasierbar sei, das andere Mal hänge die Farbe davon ab, wie nahe das Objekt (unter Luftabschluss) am Feuer gelegen habe.

Fülle des Schaffens

Der Experte hatte für die Besucher einen Rat: „Fahren Sie an das andere Ende der Stadt Osnabrück. Auf dem Hof, wo sie lebt und arbeitet, erschließt sich die ganze Fülle ihres Schaffens.“ Als Wegweiser könne das Schild eines schwedischen Möbelhauses dienen.

Auf den Bildern stehe die Farbe eindeutig im Mittelpunkt, so der Redner. Er ergänzte: „Mirjam Rückert sage, dass aus den Farben die Objekte entständen. Sie wolle das Unsichtbare farblich zum Klingen bringen.“ Eine weitere Aussage lautete: „Auf den Bildern entstehen Fantasiegebilde, die Leichtigkeit vermitteln und die Humor haben.“

Vielseitige Künstlerin

Und noch ein Hinweis durfte bei der Eröffnung der neuen Ausstellung, die zunächst den Arbeitstitel „Keramik und Malerei“ trug, fehlen. Rückert sei eine sehr vielseitige Künstlerin, die in Ostercappeln nur einen sehr kleinen Ausschnitt ihrer Arbeiten präsentieren könne. Unterwegs sei sie in den Bereichen Grafik, Illustration, Glasmalerei, Fotografie. Außerdem suche sie in der Keramik nach neuen Farben und erlebe dabei immer wieder. Überraschungen. Inzwischen erhielt die Ausstellung den Titel „Farbreisen“.

Und noch etwas ist in der Alten Mädchenschule unübersehbar: Die Begeisterung der Künstlerin für Tiere. Löwen sind ihre besonderen Lieblinge. Besonders beeindruckend sind dabei die Augen – und stets ist ein Schmunzeln dabei. Ebenso zu ihrem Recht in der Darstellung kommen Stiere, Frösche, Krokodile sowie Hunde und Katzen.

Kunstwerke auf Bussen

Und so mancher könnte Kunstwerken von Mirjam Rückert auch schon einmal begegnet sein. Sie zieren nämlichen seit rund drei Jahren einen der Osnabrücker Stadtbusse und sind aus einer Aktion für die Krebshilfe hervorgegangen.

Auf den farbenfrohen Bildern, die in Ostercappeln zu sehen sind, gibt es eine ganze Menge zu entdecken. Gute Stimmung stellt sich beim Betrachten sozusagen ganz von allein ein. Möglich ist das bis zum 10. Januar 2017 jeweils von Dienstag bis Sonntag in der Zeit von 15 bis 17 Uhr.