Wenn der Asphalt knapp wird Autobahnen haben Vorrang, Venner warten

Die Baustelle auf der B 218, hier in Herringhausen. Der Abschluss der Sanierung verzögert sich um einige Tage. Foto: Oliver KratoDie Baustelle auf der B 218, hier in Herringhausen. Der Abschluss der Sanierung verzögert sich um einige Tage. Foto: Oliver Krato

Venne. Die Fertigstellung der Ortsdurchfahrt in Venne sowie der Abschluss der Sanierung der Bundesstraße 218 auf dem Abschnitt zwischen Schwagstorf und Leckermühle verzögern sich wie berichtet um mehrere Tage. Einer der Gründe ist ein Mangel an Asphalt.

In Venne wird derzeit die dritte und letzte Bauphase realisiert. Sie erstreckt sich von der Ortsmitte bis zum Ortsausgang in Höhe der Waffelfabrik. Die Vollsperrung im Venne sollte ursprünglich zum Wochenende aufgehoben werden. Jetzt können die Arbeiten frühestens Mitte dieser Woche beendet werden. Gleiches gilt für den weiteren Verlauf der Bundesstraße 218 Richtung Leckermühle .

Aus dem Mischwerk

Derzeit sind bekanntlich zahlreiche Baustellen in der Region eingerichtet. Den hier benötigten Asphalt liefern Mischwerke. Jedes Bauunternehmen stellt für die Asphaltarbeiten einen sogenannten Einbauplan auf und schließt einen Vertrag mit dem Mischwerk. Menge und Art des Asphalts werden festgelegt und natürlich auch geliefert. Warum kann es dann zu Engpässen kommen?

Mehr Material als geplant

Eine Ursache kann eine zusätzlich benötigte Asphaltmenge sein. Die Kapazitäten der Mischwerke stehen oft schon mehrere Monate, aber zumindest mehrere Wochen im Voraus, fest und sind verbindlich verplant. Gleiches gilt für die zur Verfügung stehenden Lieferfahrzeuge. „Wenn dann durch kleinere Verzögerungen auf der eigenen Baustelle oder aber durch unvorhergesehene, aber prioritäre Arbeitserfordernisse auf anderen Baustellen diese fest verplanten Zeitfenster nicht mehr zu realisieren sind, müssen neue Zeitfenster gefunden werden“, so Cord Lüesse, Geschäftsbereichsleiter Osnabrück, der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Prioritäre Arbeitserfordernisse

Prioritäre Arbeitserfordernisse – das bedeutet, dass hochbelastete Straßen wie Autobahnen in der Regel Vorrang haben. Schließlich entstünden dort schon allein durch das höhere Verkehrsaufkommen die größeren Verkehrsbehinderungen, erläutert Lüesse.

An der Autobahn 1 werden rund vier Kilometer Standstreifen mehr ausgebaut als zunächst vorgesehen. Und auf den Baustellen der Autobahn 33 wurde ebenfalls mehr Material benötigt. Diese Mengenmehrung hat Auswirkungen, wie auch die Gemeinde Ostercappeln mitteilt. In diesem Fall auf die Baustellen in der Kommune.

Unvorhergesehene Arbeiten

Bei de r Ortsdurchfahrt Venne kommen allerdings weitere Faktoren hinzu. Nässe und die kalte Witterung noch zu Beginn der dritten Novemberwoche. Darüber hinaus sind zusätzliche Arbeiten wie die ursprünglich nicht vorgesehenen Anpassungen privater Zufahrten erledigt worden. „Gerade bei Ortsdurchfahrten ergeben sich trotz einer sehr gründlichen Bauvorbereitung immer wieder Notwendigkeiten für unvorhergesehene Arbeiten, auf die dann eine Baustelle reagieren muss“, so Lüesse. Für die B 218 in Venne würden die Hauptarbeiten aber bis Ende November weitgehend abgeschlossen sein. „Die ursprünglich angedachte Bauzeit, die bis zum Ende der 50. Kalenderwoche vorgesehen war, wird eingehalten“.

Zufahrt zum Varusschlachtgelände

Wenn die Ortsdurchfahrt fertiggestellt ist, steht noch eine kleinere Maßnahme an. Der Bereich der Zufahrt zum Varusschlachtgelände und bei den Parkplätzen entlang der B 218 wird saniert. Der Abschluss dieser Arbeiten ist ebenfalls für Mitte Dezember geplant.


Woher kommt der Asphalt?

Der Asphalt, der für den Straßenbau verwendet wird, kommt aus einem Asphalt-Mischwerk. Die Asphalt-Mischwerke Osnabrück versorgen den Raum Osnabrück, aber auch die Regionen Diepholz, Cloppenburg und Ibbenbüren. Zum Mischwerk gehören drei stationäre Anlagen in Bissendorf, Osnabrück und Kroge bei Lohne. In diesen Anlagen wird der Asphalt mit den vom Auftraggeber, also dem Bauunternehmen, angeforderten Eigenschaften hergestellt. ab. Der Asphalt wird entweder vom Kunden abgeholt oder in der Verantwortung des Asphaltherstellers zur Baustelle geliefert, je nach Vereinbarung.

Asphalt besteht aus drei Komponenten: Gesteine, Bitumen (Bindemittel) und Hohlräume. Bei der Herstellung kommt es auf die Mischung an. Je nach Verwendungszweck muss die optimale Zusammensetzung entwickelt und hergestellt werden.

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