Sanierung der Gedenkstätte Handarbeit bei Gut Caldenhof in Hitzhausen

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Hitzhausen. Die Ludwig-Windthorst-Gedenkstätte bei Gut Caldenhof in Hitzhausen wird derzeit saniert. Die Arbeiten erfolgen nach vorheriger Abstimmung mut der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Osnabrück. Das Vorhaben soll Ende November angeschlossen sein.

„Die Arbeiten sind voll im Zeitplan“, sagt Marco Schröder, Chef des beauftragten Bauunternehmens. In den vergangenen Tagen wurde auf einem stabilen Betonfundament aufgemauert. Die alten Steine sind sortiert, abgebürstet und mit Kalkmörtel vermauert worden. Die Breite der Mauer beträgt einen Meter. Das Sanierungskonzept sieht vor, die Westwand der Grundmauern kontrolliert abzutragen, Fundamente zu betonieren und die Wand wieder aufzumauern. Das war notwendig, weil sich die Westwand der Gedenkstätte stark geneigt hat umzukippen drohte. Grundstück und Anlagen befinden sich in Privatbesitz. Die Gemeinde Ostercappeln hatte aber die allgemeine Pflege und die Verkehrssicherungspflicht für die öffentlich zugängliche Gedenkstätte übernommen.

Ingenieurbüro für Denkmalerhaltung

„Der Kippprozess hat bereits 2007 begonnen“, so Bürgermeister Rainer Ellermann. Damals hatte die Kommune nach Absprache mit der Denkmalschutzbehörde ein Ingenieurbüro für Denkmalerhaltung eingeschaltet. „Aufgrund der Empfehlungen des Büros wurde im Innenraum Erdboden entfernt, um den Druck auf die Mauern zu reduzieren“, erläutert Ellermann.

Stützgerüst an der Westseite

Danach ist ein Stützgerüst an der Westseite angebracht worden. Letztlich brachte das aber keinen langfristigen Erfolg. Am Ende musste die Gedenkstätte für Besucher gesperrt werden, um der Verkehrssicherungspflicht zu genügen. Statiker Til von der Heyde hatte schließlich ein Gesamtkonzept für die Sanierung entworfen, das jetzt umgesetzt wird. Möglich war das, weil die Sanierung der Gedenkstätte wie berichtet in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen wurde. Das Gesamtvorhaben kostet rund 140000 Euro. „Mit Zuwendungsbescheid sind seitens des Amtes für regionale Landentwicklung für die Maßnahme Mittel in einer Größenordnung von 100000 Euro bewilligt worden“, so Ellermann.

Das Dorfentwicklungsprogramm

Die Fördergelder aus dem Dorfentwicklungsprogramm werden finanziert aus Landesmitteln, aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz des Bundes (GAK) sowie aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die ländliche Entwicklung (ELER).

Ludwig-Windthorst-Jubiläumsjahr

Kommunalpolitik und Gemeindeverwaltung hatten sich bemüht, die Sanierung auf jeden Fall in diesem Jahr umzusetzen. Denn: 2016 ist ein Ludwig-Windthorst-Jubiläumsjahr. Und mit der sanierten Anlage in Hitzhausen soll Windthorsts Andenken für die kommenden Generationen erhalten werden.

Der Politiker starb vor 125 – am 14. März 1891 – in Berlin. Der 1812 geborene Windthorst war Jurist, Minister im Königreich Hannover und nach Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 Abgeordneter des Reichstags. Er zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Zentrums-Partei, der Vorläufers der CDU.


Gut Caldenhof in Hitzhausen

Die Geschichte des Gutes reicht zurück in das Mittelalter. 1350 wird Gut Caldenhof im Lehensbuch des Bischofs Johann Hoet urkundlich genannt. Das aus dem Meierhof zu Caldenhof geschaffene Gut gehörte einem Arnold von Haverbeck. 1534 wurde der Amtmann zu Horstmar Heidenreich Droste zu Vischering mit dem Gut belehnt. Das von breiten Gräften umgebene einstöckige Herrenhaus wurde im 17. Jahrhundert errichtet. 1812 wurde Ludwig Windthorst hier geboren. Sein Vater verwaltete nebenamtlich das Gut, das bis heute zum Besitz des Grafen Droste zu Vischering auf Darfeld zählt. Ludwig Windthorst starb 1891 in Berlin.

Von Windhorts Geburtshaus sind die Grundmauern und Gräften erhalten. Bei der Gedenkstätte handelt es sich um diese noch vorhandenen Grundmauern mit einer Fläche von 16 mal 28 Metern. Ein großes Kreuz und die Gedenktafel erinnern an den Mitbegründer der Zentrumspartei und politischen Widersacher Bismarcks.

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