Motorradsportler Hafid Mertins Venner Junge topfit für die Sucht auf zwei Rädern

Benzingespräche beim Saft: Lorenzo Grani (l.) versorgt Hafid Mertins in seiner Trattoria in Osnabrück. Foto: Winfried BeckmannBenzingespräche beim Saft: Lorenzo Grani (l.) versorgt Hafid Mertins in seiner Trattoria in Osnabrück. Foto: Winfried Beckmann

Venne . Sein Vorname hat Seltenheitswert, denn nur wenige Eheleute kommen auf die Idee, im Urlaub in einem fremden Land einen Vornamen zu hören und spontan zu entscheiden, ihn zu nehmen, wenn ein Junge geboren wird. Sein Hobby ist auch nicht alltäglich, denn wer sonst bringt sein Zweirad schon auf Tempo 300.

Hafid Mertins tut es, natürlich nicht auf öffentlichen Straßen, sondern auf Rennstrecken, „denn sie sind dafür gemacht, und da ist der Führerschein nicht so gefährdet“.

Und da kann er „das Risiko gering halten“, da kann er „purzeln“, ohne dass was passiert, wofür das Training besonders wichtig ist, um ein Zweirad mit bis zu 200 PS im Griff zu haben. Mertins hat es und zehrt entsprechend von den „schönen Momenten, in denen man weiß, wofür man es macht“. Der 31-Jährige, „ideal und zum Vorteil“ nur 1,70 Meter groß, weiß es spätestens dann, wenn er sich am Wochenende mit Sack und Pack zu einer Rennstrecke auf den Weg macht, um auf zwei Rädern ans Limit zu gehen, was den Reiz am Motorrad-Sport ausmacht.

Beruf als Serviceleiter

Nicht etwa einfach so und noch weniger um jeden Preis, denn erstens ist und bleibt es für ihn Hobby neben seinem Beruf als Serviceleiter in Sachen Windkraft bei einer in Osnabrück sesshaften Firma. Und zweitens guckt er über den Tellerrand hinaus gerade bei der „Suchtgefahr“, die er in diesem Bereich sieht und entsprechend bewusst angeht, seit sein Papa ihn als 14-Jährigen zum ersten Mal mitnahm auf eine Rennstrecke in Kroatien.

Alle Rennstrecken

Heute kennt er alle Rennstrecken in Europa, gönnt sich Training hier und da aktuell mit der Variante RN 32 des Modells R 1 Marke Yamaha und weiß die Unterstützung von Yamaha Deutschland mit dem in Cuxhaven ansässigen Rennteam um Michael Galinski zu schätzen, „denn ohne ging es gar nicht“.

Schließlich kostet ein derartiges Zweirad rund 20000 Euro mit Zubehör wie Elektronik, ein Reifensatz pro Wochenende Testfahrten bzw. Rennen allemal 300 Euro plus Unterkunft sowie Verpflegung in der Ferne, wofür auch ein guter Freund sorgt. Lorenzo Grani als Betreiber der Trattoria am Markt in Osnabrück ist dabei und weiß, was ein Veganer wie Mertins isst und braucht, wenn er auf Tour und der Italiener dabei ist. Auch der lebensfrohe Südeuropäer ist von der Muse Motorrad-Rennsport geküsst mit seiner vergleichsweise als „Diva“ italienischer Prägung bezeichneten Ducati.

Rennsport auf dem Bike

Freilich begrenzt im Zeitaufwand im Vergleich zu Mertins, bei dem Fitness („Sie bringt Geschwindigkeit, weil man sich dann besser konzentrieren kann“) für den Rennsport auf dem Bike in der von ihm geliebten Natur bei Steigungen in Venne und in den Bergen neben dem Kick in Vennes Fußballreserve zum Alltag zählt. Ebenso das Dabeisein seines Vaters Gernot Brandt als Teamchef, mit dem er gemeinsam am Zweirad schraubt.

Die nächste Saison

Im beginnenden Herbst werden nun die Weichen für die nächste Saison gestellt mit seiner R-1-Yamaha auch in der Hoffnung, wieder an die Erfolge als „Vize“ in der Meisterschaft 2013 mit Superbike in der 600er Klasse anzuknüpfen.


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