Hafid Mertins und doppeltes Pech Friedliche Venner „Begegnung“ auf der Rennstrecke


Venne. „Da ist man mit 200 anderen Rennfahrern aus Deutschland und Europa auf der Rennstrecke und kämpft um eine Top-Platzierung. Und ausgerechnet die beiden Venner kegeln sich gegenseitig runter. Das muss man erst mal schaffen!“

Mit Humor nimmt Hafid Mertins als Frohnatur („Ich lasse mich nicht so schnell unterkriegen“) eine nicht alltägliche „Begegnung“ auf der Rennstrecke in Oschersleben.

Bei Dauerregen waren die Temperaturen in den Keller gegangen. Die Mechaniker Crew um Vasco, Adrian und Tibor, alles Venner Jungs, hatte für Mertins schnell alles auf Regen umgebaut. Im ersten Training gab es gute Runden. Im zweiten wollte er seinem Freund Andi Kalmey – auch aus Venne und Rennstreckenneuling – die perfekte Linie sowie ein paar Tipps und Tricks zeigen. „In der dritten Runde beim Anbremsen hörte ich dann ein Schleifen hinter mir. Ich kenne es, kein gutes. Zack und schon erfasste mich seine Ducati und riss mich auch zu Boden“, erinnert sich Mertins an jene Schrecksekunde. „Bei Tempo 200 rutscht man im Regen sehr geschmeidig. So hatte ich alle Zeit, mein Motorrad in der Horizontalen auszumachen. Uns beiden ist nichts passiert.“ Ein „Entschuldigung“ sagt man, „that’s racing“ und abgehakt.

Eine „prima Geschichte“

Vorausgegangen waren die Motobike Speeddays auf dem Flugplatz in Damme, um das neue Motorrad aufzubauen und Abstimmung zu sammeln bei entsprechenden Gaststarts. Eine „prima Geschichte“ vor der Tür und damit vor vielen Freunden und Bekannten, denen die Fahrten nach Hockenheim, zum Lausitzring und sonst wohin zu weit sind. Hier galt es, die neue „launch control“ zu testen und zu optimieren, eine Art Starthilfe, die es möglich macht, sich ganz auf die ideale Reaktion zu konzentrieren.

Die goldene Ananas

Letztlich ging es nur um die goldene Ananas. Entsprechend unangenehm war es für Mertins, seine Yamaha R1 auf die Seite gelegt zu haben. Beim nächsten Regenschauer wollte er noch schnell zwei oder drei Starts machen, „was schön blöd war, denn in so einem Fall ist auch jede launch control überfordert. Es gab absolut keinen Grip, und schon lag ich da vor geschätzt 2000 Zuschauern“. Reaktion: Visier runter und zum Schämen verkriechen. Zum Glück ist ihm und dem Motorrad nicht viel passiert.

Strich durch die Rechnung

Jetzt gilt es, das neue Motorrad weiter aufzubauen, denn noch kommt Mertins nicht ganz auf die gewünschten Rundenzeiten. Zwei bis drei Sekunden hinter den Erwartungen ist im Motorsport eine ganze Menge. Dabei geht es um enorm viel Vertrauen, was gerade am Vorderrad ganz wichtig ist, und aktuell um die Elektronik, die ihm einen Strich durch die Rechnung machte. Dabei hatte er am Rennwochenende in der Klasse Superbike durchaus eine Top-5-Platzierung im Visier.

Respektabler 7. Platz

Andi Kalmey startete und fuhr auf einen respektablen 7. Platz in seiner Klasse, während sich Mertins nach zwei Stürzen in zwei Wochen nun bei seinem Yamaha-Team in Cuxhaven mit frischen Teilen versorgen lassen will.


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