Langstrecke und Viertel-Meile Vennes schnellster Motorradfahrer Hafid Mertins


Venne. Nach der vergangenen Saison bei den Sportbike Masters und den Gaststarts in der deutschen Langstrecken Meisterschaft entschloss sich Hafid Mertins aus Venne, sein Motorrad zu verkaufen und über den Winter ein neues aufzubauen.

„Meine Alte“, wie er liebevoll zu seinem äußerst sportiven Zweirad sagt, war schon recht in die Jahre gekommen. Und um mit den aktuellen Motorrädern mithalten zu können, war immer recht viel Aufwand notwendig, wie der Venner Motorradsportler gesteht.

Da er sich an den Hersteller Yamaha schon ein wenig gebunden fühlte durch die Unterstützung vom MGM-Racing Performance-Team aus Cuxhaven, kam eine Yamaha heraus. Exakt die neue YZF R1, ein neues Spitzenmodel. Die Basis für einen Racing-Umbau ist laut Mertins „wirklich sehr gut“ zur Devise: Fast ready to race. Dabei hat er fast alles geändert. Noch im alten Jahr hatte er das neue Moped aus Österreich geholt und direkt auf die Werkstattbühne gestellt.

Diät für die neue Lady

Oberste Priorität auf der langen „to do Liste“ war erstmal eine Diät für die neue Lady. Strassenverkleidung, Felgen, und Elektronik und das serien ABS wurden getauscht. Außerdem gab es Veränderungen an Lenker, Fuß-Rasten, Luftfilter, Kupplung, Kühlsystem Bremsen und Fahrwerk. Der Motor war auch ausgebaut, um selbst Schrauben gegen leichtere zu ersetzen. „Naja, so kann man seinen Winter auch verbringen“, sagt Mertins lächelnd über sich und seine Leidenschaft. „Durch die Unterstützung der Jungs vom Autoservice am Berg in Venne und der MGM Racing Performance wurde alles recht problemlos gemeistert“.

Fitnesstraining

Viel Fitnesstraining war zwischendurch natürlich auch noch angesagt für den Fahrer. Wie immer vorwiegend radeln und laufen im Venner Wald oder am Mittellandkanal.

Im Frühjahr war er „vorerst fertig“. Die Diät war erfolgreich. Es stehen ein Leergewicht von 160 Kilogramm einer Leistung von über 200 PS gegenüber, was für ihn „schon brutal“ ist und schwer voran geht. Zum Vergleich müsse ein Golf 2000 PS haben, um an so ein Leistungsgewicht zu kommen. Alles eine Frage elektronischer Helfer, traction control, slide control, wheelie control und launch control, die alle individuell einstellbar seien. Dazu kämen noch die „normale Dinge“ wie Geometrie und Fahrwerksabstimmungen.

Moto-Moscow Racingteam

Das erste „roll-out“ war über die Ostertage auf der Moto GP Rennstrecke im italienischen Mugello geplant. Mit dem Moto-Moscow Racingteam, einer Firma seines Vaters in Venne, und Teamkollege Lorenzo Grani ging es in die 1300 Kilometer entfernte Toskana.

Neben drei Tagen mit bestem Wetter und Essen gab es viel Rennsport. Dabei musste Mertins den ersten Tag „echt mit der neuen Strecke und dem Motorrad kämpfen“. Ich dachte ich hab das Fahren verlernt im Winter“. Im ersten Training am zweiten Tag war dann alles wieder gut. Das große Potenzial des Motorrads, das „unglaublich handlich“ sei und der Punch des Motors „gewaltig“. Auf der langen Geraden wurden 306 km/h gemessen – „ganz schön flott, wenn man bedenkt, dass normale Tachos immer gerne 10 bis 15 km/h drauflügen“.

Podestplatz verpasst

Im Training für das Rennen sprang Platz 7 heraus. Das Rennen am letzten Tag lief eigentlich super mit einem tollen Start und Platz 4. Doch statt Ärger über einen verpassten Podestplatz gab es zehn Sekunden Zeitstrafe. „Von wegen guter Start – es war ein Frühstart, naja wieder was gelernt“, resümierte der Venner als Achter unter mehr als 40 Startern.

Die Saisonpläne? Nur ein paar Gaststarts bei den Sportbike Masters und im Hafeneger-Cup, eventuell noch ein Rennen in der Deutschen Langstreckenmeisterschaft, bei gutem Wetter wieder die Viertel-Meile bei den Motodays Damme auf dem Flugplatz. Zusätzlich will er versuchen, „wieder ein paar Jungs von der Landstraße auf die Rennstrecke zu lotsen“. Auch, damit sie auf den Geschmack kommen und sich abseits vom Straßenverkehr gehen lassen können.


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