80 Teilnehmer in Ostercappeln Wertschätzung für Ehrenamtliche im Wittlager Land


Ostercappeln. Ohne ehrenamtlich engagierte und aktive Menschen geht es nicht.

80 Bürgerinnen und Bürger aus dem Wittlager Land sowie aus einigen umliegenden Gemeinden haben die Veranstaltung in der Ludwig-Windthorst-Oberschule Ostercappeln zu einem besonderen Erlebnis gemacht. „Bei der Premiere 2010 waren es 17 Personen. Zum ersten Mal können alle geplanten Workshops stattfinden. Diese Resonanz heute zeigt, dass man manchmal einen langen Atem haben muss, bis etwas richtig anerkannt wird“, sagte Ellen Schewski aus dem Vorbereitungsteam zur Begrüßung.

Der Ehrenamtstag war ursprünglich ein Projekt des Kinderhauses Wittlager Land. Ein Versuch, Ehrenamtlichen eine Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch und zum Informieren zu bieten. Seit 2011 beteiligen sich auch die Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln an der Planung und Organisation. Sie wechseln sich seitdem mit der Ausrichtung ab.

Engagement

„Es ist schön, dass sich Gäste aus dem gesamten Wittlager Land hier austauschen können“, sagte Rainer Ellermann, Bürgermeister der Gemeinde Ostercappeln. „Es freut mich, dass dieser Tag immer mehr Zuspruch erfährt“, so Ellermann weiter. Dass seine Amtskollegen Timo Natemeyer (Bad Essen) und Klaus Goedejohann (Bohmte) ebenfalls vor Ort seien, zeige, „wie sehr wir Ihr Engagement wertschätzen“.

29 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollten sich über die Arbeit mit Flüchtlingen informieren. Judith Rother (Gemeinde Ostercappeln) berichtete aus dem Alltag des Willkommensbüros, Norbert Wessel stellte den Verein „OK – Offene Kommune Bad Essen“ vor. Vorstandsarbeit, Pressefotos und eine Hygieneschulung waren die weiteren Themen am Vormittag. Nach einer Mittagspause ging es um Seniorenbegleiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Wege ins Ehrenamt und um Rhetorik. „Es war ein rundum gelungener Tag. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel mitnehmen werde“, sagte Hans-Ludwig Schwedhelm, der zum ersten Mal mitgemacht hatte.

Positive Resonanz

Eine Einschätzung, die nach Durchsicht der Bewertungsbögen Allgemeingültigkeit besitzt: „Nur ein Gast hat angegeben, dass das besuchte Seminar nicht hilfreich gewesen ist. Alle Referenten haben eine sehr positive Bewertung bekommen“, teilte Lars Herrmann mit. Er selbst war zum ersten Mal in die Vorbereitungen involviert – und zugleich auch noch Redner. „Es hat viel Spaß gemacht, Erfahrungen auszutauschen und den Ehrenamtlichen Tipps zu geben“, sagte der Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kinderhauses Wittlager Land und von Charly’s Kinderparadies.

Etwa die Hälfte der Teilnehmer nahm sich anschließend noch die Zeit für den Vortrag „Deutschland trifft Kenia“. Für Nora Bickmann und Harriet Delanie von der Redneragentur „Quid agis*“ bedeutet Vielfältigkeit, einen Weg zu finden, gemeinsam durch die Welt zu gehen. Harriet Delanie kam 2007 aus Kenia nach Deutschland. Das sei erst einmal ein Kulturschock gewesen. Ob die Begrüßung oder der (körperliche) Umgang mit den Eltern: Es sei in ihrer Heimat eben anders – nicht besser oder schlechter. Nora Bickmann warnte davor, alles gleich interpretieren oder beurteilen zu wollen: „Im ersten Moment sind wir alle gleich. Es fällt uns schwer, nur zu beobachten.“

Und wenn etwas Fremdes in das Leben trete, dann überwiege erst einmal die Skepsis. „Das fängt im Kopf an. Dazu gehört auch, sich auf die Integration einer fremden Kultur einzulassen“, so Nora Bickmann. In der Gesellschaft sei es wie in dem Rednerteam: „Es gibt verschiedene Typen, alle haben ihre Stärken und Schwächen. Aber nur zusammen funktionieren sie.“

Eine Aussage, die sich auch auf die vielen Ehrenamtlichen im Wittlager Land übertragen lässt.


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