Vortrag zur Vorbeugung Ostercappelner wollen Einbrechern Leben schwer machen

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Ostercappeln. Gut zwei Dutzend Zuhörer erfuhren im Rahmen einer Veranstaltung der katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Pfarrheim Ostercappeln jede Menge darüber, wie sie Einbrechern das Leben schwer machen können. Zu Gast war Ralf Bergander vom Präventionsteam der Polizei aus Bramsche.

Seine Zusammenfassung am Schluss lautete: „Machen Sie es Einbrechern nicht so unheimlich leicht und seien Sie aufmerksam.“ Seine Ausführungen rund um das Thema Einbruchsschutz führten eins ums andere Mal zu Äußerungen wie „Da wäre ich allein nicht drauf gekommen.“ Und der Hinweis, dass Einbrecher aus (für sie) gutem Grund Stühle und Tische umkippen und Schubladen herausreißen, ließ den einen oder anderen nicken. Die Erklärung des Experten: „Es gibt immer noch Leute, die ihr Bargeld in einen Briefumschlag packen und den unter eine Schublade kleben...“

Entwarnung gab Bergander im Hinblick auf die Befürchtung, dass plötzlich Einbrecher nachts vor dem Bett stehen könnten: „Dann kommt garantiert niemand. Soviel schon einmal vorweg.“ Er verwies zudem darauf, dass sich Einbruchszahlen, die bei Bürgern Besorgnis erregen Wellenbewegungen unterliegen. Ist beispielsweise ein Intensivtäter gefasst, dem viele Taten zuzuordnen sind, geht die Kurve nach unten. Derzeit sei sie im Steigen begriffen. Der Redner: „Ich sage nicht, dass alles gut ist. Einbrüche sind ein Problem. Aber das Unsicherheitsgefühl ist größer als die reale Gefahr.“

Täten kommen tagsüber

Der größte Teil der Straftaten erfolgt tagsüber. Und ein normales Fenster lasse sich in etwa 25 Sekunden aufhebeln, so Bergander. Er fügte hinzu: „Wenn Sie zuhause sind, kommt kein Einbrecher – nie.“ Zwar werden auch nachts eingebrochen. Aber dann seien gewerbliche Objekte das Ziel. Und es gibt zahlreiche Indizien, die darauf hinweisen, dass ein Haus „leer“ ist. Das beginnt bei der Mülltonne, die vor dem Gebäude steht (während die in der Nachbarschaft schon weggeräumt sind) und reicht bis zu dauerhaft heruntergelassenen Jalousien. Auf jeden Fall lege der Täter größten Wert darauf, nicht gesehen zu werden. Dazu gehöre, nur wenig Zeit mit dem Aufbrecher von Fenster oder (viel seltener) Tür zu verbringen. Wo einbruchhemmende Beschläge die Arbeit verzögern, werde schnell aufgegeben. Bergander: „Bei Widerstand ist der Mann weg. Er hat noch mehr vor.“ Als Beute stehe eigentlich nur Bargeld auf der Wunschliste, Schmuck sei eher „Beifang“.

Der Experte forderte die Zuhörer auf, die Außenhülle des Hauses zu schützen, im Inneren alles offen zu lassen. Eine verschlossene Tür signalisiere: „Hier ist etwas Interessantes verborgen.“ Und typische Verstecke wie die hinterste Ecke des Wäscheschrankes kenne der Profieinbrecher auf jeden Fall. Dazu gehörte der Hinweis: „Wenn Sie möchten, kommt jemand von der Polizei, schaut sich Ihre Wohnung an und liefert eine Schwachstellenanalyse.“ Das Ganz ist kostenlos. Welche Konsequenzen folgten, müsse dann jeder selbst entscheiden. Auftragsangebote für neue Fenster oder Türen oder die Nachrüstung sollten bei Firmen der Kreishandwerkerschaft angefordert werden. Sie lieferten Toptechnik und würden vom Landeskriminalamt überprüft. Der Präventionsbeamte: „Sie sollten keine völlig Fremden in die Wohnung lassen, etwa Leute von unbekannten Firmen aus dem Internet.“

Richtiges Verhalten

Eine Reihe Tipps rundeten den Abend ab. So verrät eine offene Garage eine Menge – von der Zahl der Fahrräder, die dort stehen, lässt sich etwa auf die Zahl der Hausbewohner schließen. Lebensbäume, die das Grundstück umrahmen, bieten nicht nur den Hausbewohnern Blickschutz. Eine gut sichtbare Alarmanlage lässt darauf schließen, dass in dem Gebäude etwas zu holen ist. Und wertvolle Dekogestände im Vorgarten machen einen Einbrecher unnötig auf das Haus aufmerksam. Bergander: „Außerdem: Wer hält sich schon dort auf?“ Eine weitere Empfehlung lautete: „Erstellen Sie eine Liste der wertvollen Besitztümer und machen sie Fotos von Schmuck so, dass sie auf dem Bild erkennbar sind.“

Kfz-Kennenzeichen notieren

Dass auf kipp stehende Fenster für jeden Einbrecher eine Einladung seien, sollte nie vergessen werden. Und nicht minder wichtig: Nachbarschaftshilfe. Die reiche vom Hineinstellen der Mülltonnen während die Hausbewohner zur Arbeit sind, bis zum Notieren von Datum, Uhrzeit, Kennzeichen und Farbe verdächtiger Autos. Bergander: „Und wenn ein Einbrecher dabei ist, neue Objekte auszukundschaften, vertreibt ihn schon ein Anlieger, der ihn über längere Zeit mit dem Blick verfolgt.“ Die Täter wollen unerkannt bleiben, niemand soll sich an sie erinnern können.

Und als Hannelore Bölscher vom KAB-Vorstandsteam in ihrem Schlusswort meinte: „Wir haben heute alle viel gelernt“ erntete sie zustimmenden Beifall.


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