40 Jahre alter Plan abgelöst Landkreis genehmigt Flächennutzungsplan für Ostercappeln

Von Rainer Westendorf

Das geplante Gewerbegebiet am Ortseingang Venne ist unter anderem im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Foto: Friedrich LükeDas geplante Gewerbegebiet am Ortseingang Venne ist unter anderem im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Foto: Friedrich Lüke

Ostercappeln. Der neue Flächennutzungsplan der Gemeinde Ostercappeln tritt in Kraft. Die Genehmigung des Landkreises Osnabrück – das ist die zuständige Aufsichtsbehörde – ist vor einigen Tagen im Rathaus eingegangen.

„Anmerkungen des Landkreises wurden nicht vorgetragen“, so Bürgermeister Rainer Ellermann. Das heißt, der Plan ist in der vom Gemeinderat verabschiedeten Form gültig. Es muss nicht nachgebessert werden. Der neue Plan ersetzt den alten F-Plan, der fast 40 Jahren gültig war – und fast ebenso oft verändert worden ist.

Was ist ein Flächennutzungsplan? Der Plan stellt die beabsichtigte Entwicklung für das gesamte Gemeindegebiet in den Grundzügen dar. Dabei sind die kommunalen Entwicklungsziele den Zielen der Raumordnung und Landesplanung, die im Gebietsentwicklungsplan für den Landkreis Osnabrück festgelegt sind, anzupassen.

Vorgaben beachten

Ein vorgesehener Bebauungsplan muss sich daher an den Vorgaben des F-Plans orientieren. Ist eine mögliche Bebauung im Flächennutzungsplan nicht vorgesehen, kann ein Baugebiet nicht ausgewiesen werden. Es sei denn, der Flächennutzungsplan wird verändert. Diese müsste dann allerdings wiederum genehmigt werden.

Im Flächennutzungsplan werden also beabsichtigte Flächen für Wohnen, Industrie und Gewerbe, Verkehrsflächen, Grünflächen, Wasserflächen, Flächen für Ver- und Entsorgungsanlagen, Flächen für die Landwirtschaft, Waldflächen sowie Flächen für die Entwicklung von Natur und Landschaft dargestellt.

Das gesamte Verfahren war umfangreich. Ausgangspunkt in Ostercappeln war wie berichtet die Erstellung eines Leitbildes für die Gemeinde Titel: „Gemeinschaft Zukunft geben“. Viele Inhalte sind in Bürgerworkshops erarbeitet worden. An diesem Leitbild sich auch der Flächennutzungsplan orientiert, der den Rahmen für die Entwicklung der Kommune in den nächsten rund 20 Jahren vorgibt.

Bürgergespräche

Zum eigentlichen Aufstellungsverfahren gehörten die Öffentlichkeits- und die Behördenbeteiligung, weitere Bürgergespräche in den Ortschaften sowie Beratungen in den drei Ortsräten, im Fachausschuss und im Gemeinderat. Eine Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle Schwagstorf fand ebenfalls statt. Zahlreiche Untersuchungen wie landwirtschaftliche Emissionsbereiche, Natur- und Umweltschutz, Lärm-, Staub- und Geruchsemissionen sind zudem vorgenommen worden.

Ende des vergangenen Jahres hatte das Ostercappelner Kommunalparlament den Flächennutzungsplan verabschiedet, bevor nun der Landkreis das letzte Wort hatte.