Studenten aus Cardiff Venne: Junge Archäologen auf der Spur der Eisenzeit

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Die Gäste aus Wales mit Christian Böhling vor dem Eisenzeithaus am Knostweg. Foto Maike SchlichtingDie Gäste aus Wales mit Christian Böhling vor dem Eisenzeithaus am Knostweg. Foto Maike Schlichting

Venne. Archäologie-Studenten der Cardiff University aus Wales besuchten einen Tag lang das Eisenzeitprojekt am Knostweg in Venne. Die Archäologen haben ein besonderes Interesse an der Schnippenburg, die viele Dinge mit den sogenannten Celtic Hillforts in Wales gemeinsam hat.

Auch dort gibt es eine Reihe nämlich symbolischer Befestigungen, die als Opferplatz und Kultstätte gedient haben. Es ist nicht das erste Mal, dass die Waliser zu Gast waren. Bereits im vergangenen Jahr kamen Studenten aus Cardiff, dessen Universität immerhin 30000 Studenten und etwa 6000 angestellte Mitarbeiter hat und damit dreimal so groß ist wie die Uni Osnabrück.

Ian Dennis, der dort die unteren Semester Archäologie unterrichtet und darüber hinaus als archäologischer Illustrator tätig ist, begleitete auch in diesem Jahr die Gruppe aus 14 Studenten nach Deutschland, wo sie zunächst, wie auch schon im letzten Jahr, eine Woche lang im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen bei Bielefeld im Arbeitseinsatz praktische Erfahrungen in ihrem späteren Arbeitsfeld sammeln sollten.

Vom Allerfeinsten

Quasi als „Belohnung“ gab es dann Eisenzeit-Archäologie vom Allerfeinsten in der Gemeinde Ostercappeln. Selbst die mit keltischen Funden verwöhnten Briten staunten über die Funde, die im Museum Schnippenburg in Schwagstorf ausgestellt sind, und so war es nur verständlich, dass es nachher im Wald am Originalfundplatz kein Halten mehr gab. Zwei Stunden lang wurde das Gelände und seine gesamte Umgebung genauestens inspiziert, bevor es über Zwischenstopps an einigen der zahlreichen Megalithgräber weiter nach Venne ging, wo es dann erst einmal eine Erfrischung im Biergarten der Darpvenner Diele gab.

Das Eisenzeithaus Venne mit seiner besonderen, für die Region während der Eisenzeit typischen Bauweise interessierte die Studenten danach überraschenderweise sogar, obwohl sie eine Woche lang fast nichts anderes als vorgeschichtliche Hausrekonstruktionen gesehen hatten.Die Idee, sich die Cardiffer Archäologie-Studenten, die jedes Jahr für eine Woche in Oerlinghausen arbeiten, irgendwie zu teilen, um ihnen den Aufenthalt in Deutschland fachlich möglichst vielseitig zu gestalten, wurde übrigens im vergangenen Jahr am Eisenzeithaus geboren. Roeland Paardekooper, Leiter des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen und Christian Böhling vom hiesigen Eisenzeit-Projek t philosophierten über Ideen zur weiteren Zusammenarbeit und Vernetzung. Nach dem ersten Probelauf 2014 waren sich Böhling und Paardekooper einig: „So machen wir es nun jedes Jahr.“

Hüben und drüben

Auch Ian Dennis von der Cardiff University ist begeistert. Nur über den obligatorischen Austausch von gepackten Papiertüten zum Abschied - hüben mit dem Logo der Varusregion, drüben mit dem der Cardiff University - hat er nach dem Besuch vom vergangenen Jahr viel nachdenken müssen. Eine Tasse der Cardiff University muss wieder rein, genau wie 2014. Stifte auch – die braucht man immer – und Broschüren sind ja Pflicht. Aber dieses Mal hatte Ian zusätzlich noch zwei Flaschen hervorragendes walisisches Bier hineingepackt. „Gutes Bier gibt es zum Glück auch aus unserer Gemeinde“, ist Christian Böhling bereits jetzt erleichtert. „Das kommt nächstes Jahr in unsere Tüte hinein, wenn es zum dritten Mal Besuch aus Wales gegeben hat.“


2008 wurde in Venne ein Gehöft aus der vorrömischen Eisenzeit rekonstruiert. Das Projekt steht im Zusammenhang mit dem Ausgrabungsprojekt Schnippenburg. Auf dem 3000 qm großen Areal wird das Leben der Menschen etwa 300 v. Chr. anschaulich vermittelt. Das Gelände kann jederzeit besichtigt werden. Führungen und Programmbuchungen sind möglich per Mail an info@eisenzeithaus.de sowie

per Telefon 0176/69311355 oder Maike Schlichting, 0 5473/9202-23

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