25 Jahre Kulturring Ostercappeln: Sonderausstellung zum Geburtstag


Ostercappeln. 25 Jahre Kulturring Ostercappeln – Kurios. Anlässlich dieses Jubiläums stellen derzeit in der Alten Mädchenschule am Kirchplatz in Ostercappeln etwa 30 Mitglieder Exponate aus, die ihnen lieb und wert sind. Deshalb trägt die Sonderausstellung auch den Titel „Lieb & Wert“.

Kurios-Vorsitzende Susanne Winkler nahm zur Eröffnung die Gelegenheit wahr, den vielen Ehrenamtlichen namentlich zu danken, die die Ausstellungen betreuen. „Weil wir solch ein großes Team sind, ist das ganz entspannt; man macht etwa alle sechs Wochen Dienst. Das ist aus meiner Erfahrung sehr nett, zwei Stunden hier zu sitzen und mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen“, unterstrich Winkler. Abschließend galt ihr besonderer Dank mit einem Blumengruß Ulrike und Thomas Nülle. „Dass Sie uns überhaupt die Räume zur Verfügung stellen.“

„Einige sind noch dabei, die schon von Anfang an dabei waren, also Gründungsmitglieder sind“, sagte Rainer Ellermann, Bürgermeister der Gemeinde Ostercappeln, der auf ein Vierteljahrhundert Geschichte und Entwicklung von Kurios zurückblickte. Mit der Gründung des Vereins, der laut Satzung „Kunst und Kultur ermöglichen sowie kulturelle Veranstaltungen fördern und durchführen möchte“, habe sich am 19. März 1990 erstmals eine Mitgliederversammlung dazu entschlossen, für die ganze Gemeinde Ostercappeln tätig zu werden. „Kurios, so sollte der Verein heißen. Eine Idee von Gesine Schepers“, erklärte Ellermann. Er fügte hinzu: „Die Mitgliederzahl schwoll regelrecht an, ging schon bald auf 125. Sie kamen tatsächlich aus allen Gemeindeteilen.“ Erster Vorsitzender war Pastor Werner Normann (1990–1994) aus Venne .

In einer Mitgliederversammlung im Mai 1994 wurde dann Herbert-Joachim Graf von Bothmer (1994–2006) zum Vorsitzenden gewählt. „2003 bis 2006 gab es eine kleine Durststrecke. Keiner wollte mehr aktiv im Vorstand arbeiten, und das mühevoll aufgestellte Programm wurde kaum noch angenommen. Auch der Vorsitzende war seines Amtes müde – und keiner wollte ihn ablösen“, erläuterte Ellermann. Letztlich habe Kurios bis zum 30. Oktober 2006 geruht.

„Bis durch die Initiative unseres ‚Starken Dorfes‘ ein neuer Vorstand die Arbeit aufgenommen hat.“ Elke Brockschmidt (2006–2009) habe den Vorsitz innegehabt, bis ihn Hiltrud von der Heyde (2009–2013) übernahm. „Diese übergab 2013 wieder an Elke Brockschmidt. Bis Susanne Winkler in diesem Jahr am 14. April mit ihrem Team die Vereinsführung übernommen hat“, veranschaulichte der Bürgermeister.

„Kein Verein, auch nicht Kurios, lebt von dem Vorsitzenden allein. Man braucht starke Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die den Weg der zahlreichen Veranstaltungen bereiten“, so Ellermann. An Aktivitäten, die durchaus auch für Furore sorgten, zählte er Theaterfahrten, Jazz-Konzerte, Lesungen, Tagesausflüge und Bahnfahrten zu Museen auf. Unvergessen geblieben sei „Charata Natyam“ am 1. Juni 1995 mit indischen Tänzen zum Thema „Botschaft der Bibel“. Oder zum 10-jährigen Bestehen „Courasche“ von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, eine Lebensbeschreibung einer „Ertzbetrügerin und Landstörtzerin“.

Eindeutiger Höhepunkte sei die Einweihung der „Alten Mädchenschule“ am 13. Dezember 2009 gewesen. „Und damit die Übernahme dieses Ausstellungsraumes als zukünftiges Betätigungsfeld“, stellte Ellermann heraus, der insbesondere dem Ehepaar Nülle dankte. „Sie haben dafür Sorge getragen, dass dieses Kleinod saniert, erneuert, restauriert wurde. Familie Nülle hat das Gebäude der Gemeinde Ostercappeln zur freien, kostenfreien Nutzung überlassen, mit einer einzigen Bedingung: Bringt Leben in das Haus!“ Dafür sorge Kurios hervorragend, betonte der Bürgermeister, der dem Verein alles Gute und massenhaft Erfolg wünschte.

„Wenn ein Verein in der Gemeinde Jubiläum hat, gratuliert auch der Ortsrat“, sagte Rainer Brackmann in Vertretung des Ortsbürgermeisters. Kurios sei auch der Gemeinde lieb und wert geworden, denn: „Ganz viel findet hier statt und bereichert das örtliche Gemeindeleben ungemein.“

Die Ausstellung, die einiges an Kuriositäten wie eine beleuchtete Ritterrüstung oder „Kuriose Eier“ oder gar einen „Arsch mit Ohren“ zeigt, kann bis zum 28. Juni dienstags bis sonntags täglich 15 bis 17 Uhr in der Alten Mädchenschule besucht werden.