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58. Galasitzung des TSV Die Venner wissen, wie Karneval gefeiert wird

Von Sabine Niemer | 05.02.2017, 18:35 Uhr

Im Gasthaus Beinker fand die 58. Galasitzung des TSV Venne statt. Und die bewiesen einmal mehr, dass beim Karneval nicht nur im Rheinland die Post abgeht.

Wer sich am Samstagabend ins Vennermoor verirrte, dem wurde schnell klar: Hier herrscht Ausnahmezustand, denn als „normal“ kann man es sicherlich nicht bezeichnen, wenn einem eine Horde leuchtend blauer Schlümpfe entgegenkommt. Doch was ist schon normal an Karneval? In der fünften Jahreszeit gilt die Devise „Je verrückter desto besser“ und das wurde erst recht deutlich, wenn man das Gasthaus Beinker betrat, wo das diesjährige Karnevalstreiben des TSV einen seiner vielen Höhepunkte in Form der 58. Galasitzung fand.

Verrückt gekleidete Menschen

Ein voller Saal bunt geschminkter und verrückt gekleideter Menschen in ausgelassener Stimmung wartete schon ungeduldig, als pünktlich um 18.41 Uhr Sitzungspräsident Jürgen „Pucky“ Ahlbrand den Abend eröffnete. Ganz klar, dass dabei auch das Venner Lied nicht fehlen durfte. Auch der Ortsbürgermeister Erik Ballmeyer ließ es sich nicht nehmen, ein paar Worte an das närrische Volk zu richten und das Prinzenpaar Egon I. und Ilse I. Böttcher verkündete schließlich in seiner Rede das Motto der diesjährigen Sitzung: „Feiern kann man überall, doch am schönsten ist es im Karneval“. Einer der das am besten weiß, ist der 93-jährige Werner Lüssenheide, der 1949 einer der Gründungsmitglieder des Venner Karnevals war und unter viel Beifall für sein langjähriges Engagement geehrt wurde.

Stimmungsvolle Momente

Für viele lustige und stimmungsvolle Momente sorgten die verschiedenen Programmpunkte, die die Karnevalsabteilung des TSV Venne für die Galasitzung vorbereitet hatte. Vorneweg natürlich die Büttenreden. Während Christian Müller den „gestressten Hausmann“ mimte, gab Dietmar Schrul sein erfolgreiches Debüt als Büttenredner. Sascha Böttcher überzeugte als Paul Panzer und sorgte für diverse Lacher mit amüsanten Geschichten von seiner Frau Hilde. BH’s und Slips hagelte es auf der Bühne beim Auftritt des Männerballetts.

Prämierung der besten Kostüme

Ein Highlight einer jeden Galasitzung ist die Prämierung der besten Kostüme. Auch an diesem Abend fiel die Entscheidung schwer, denn bei der Wahl ihrer Kostüme bewiesen die Venner Narren einmal mehr höchste Kreativität. Letztendlich setzte sich jedoch „Marge Simpson“ durch und darf sich über einen Essensgutschein des Gasthaus Beinker freuen. Als Gruppe siegten die „Schlümpfe“, deren Belohnung ein Ausflug zur Kornbrennerei Heydt in Haselünne ist.

Wieder eine Saalwette

Bei der diesjährigen Saalwette wurde der Venner Posaunenchor von der Karnevalsabteilung herausgefordert. Mindestens sechs Bläser des Posaunenchors sollten sich im Karnevalsoutfit auf der Bühne einfinden und drei Lieder zum Besten geben. Das ließ sich der Posaunenchor nicht zweimal sagen und gewann die Wette mit links. Die Venner Karnevalisten werden ihre Wettschulden nun bei der nächsten Veranstaltung des Posaunenchors einlösen und dort bei der Bedienung aushelfen. Je später der Abend, desto ausgelassener feierten die Narren. Nicht ganz unschuldig an diesem Umstand waren natürlich die tänzerischen und musikalischen Darbietungen auf der Galasitzung. So bildeten sich schnell die ersten Polonaisen und Grüppchen, die ihre Stühle verließen, um zu tanzen.

Choreografisch anspruchsvoll

Und auch wenn immer wieder mit zugedrücktem Auge auf die Einhaltung des Zeitplans hingewiesen wurde, so ließen sich die Venner ihre Zugaben nicht nehmen. Die Tanzgarden des TSV Venne zeigten ihr Talent für choreografisch anspruchsvolle Darbietungen zu Karnevalsmusik und in Wild West Manier zu „Cotton Eye Joe“. „FCMO“ und die „fröhlichen Venneraner“ verbreiteten musikalisch ordentlich Stimmung, während der Frauentrupp „Die wilden Hühner“ mit „Heidi“, „Pippi Langstrumpf“ und „Biene Maja“ nun wirklich alle zum Mitsingen animieren konnten. Ihr Tanztalent stellten auch die „Ladyboys“ unter Beweis, die mit coolen Herrenoutfits ihrem Namen alle Ehre machten. Kaum zu bändigen waren die Feierwütigen, als „Sandra & Benny“ die Bühne mit „Ich liebe das Leben“ und „Die immer lacht“ einnahmen.

Bis spät in die Nacht

Mit leichter Verspätung fand das offizielle Programm der 58. Galasitzung im Vennermoor sein Ende, doch gefeiert wurde bei guter Musik und ausgelassenem Tanz noch bis spät in die Nacht. Und so machten die Venner Karnevalisten ihrem Motto „Feiern kann man überall, doch am schönsten ist es im Karneval“ alle Ehre.