Krebsburger Wald Spaziergänger berichtet von Wolf nahe Ostercappeln

Die Sichtungen von Wölfen in freier Wildbahn häufen sich auch in Norddeutschland. Dieses Exemplar lebt allerdings im Zoo Osnabrück. Foto: Michael GründelDie Sichtungen von Wölfen in freier Wildbahn häufen sich auch in Norddeutschland. Dieses Exemplar lebt allerdings im Zoo Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Ostercappeln. Eine ungewöhnliche Begegnung machten am Mittwochnachmittag Thomas Schirmeisen und seine Familie bei einem Spaziergang im Krebsburger Wald nahe Ostercappeln. „Uns war sofort klar, dass es ein Wolf war“, ist er sich sicher.

Das Tier stand 30 Meter vor der Familie auf einem Waldweg und hatte die Spaziergänger zunächst gar nicht bemerkt. „Nachdem ich in die Hände geklatscht hatte, lief er erst zwei Meter auf uns zu und drehte dann sofort in Wald ab“, berichtet Schirmeisen. „Das Tier schien ganz entspannt zu sein“, sagt er, „für uns war es ein komisches Gefühl.“

Mittlerweile häufen sich die Meldungen von Wolfssichtungen auch in Norddeutschland. Erst am Mittwoch wurde von überfahrenen Wölfen in Bremen und Hannover sowie einem möglicherweise toten Wolf in Lathen berichtet. Im Altkreis Wittlage gab es bisher noch keine bestätigten Spuren, sagt Olaf Göpfert, Wolfsberater im Landkreis Osnabrück. „Auch ein kürzlicher Verdacht in Hasbergen konnte nicht endgültig bestätigt werden.“ Selbst wenn es vereinzelt Spuren gibt, heißt dies nicht, dass Wölfe in einer Region auch heimisch werden . Jungtiere können auf der Wanderschaft täglich bis zu 70 Kilometer zurücklegen.

Die Reaktionen auf die Verbreitung der Tiere sind sehr unterschiedlich. In der Bevölkerung wächst die Angst, dass die Wölfe ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren. „Auf diese Begegnung waren wir nicht eingestellt. Es war schon außergewöhnlich, aber nicht dramatisch“, fasst Schirmeisen das Erlebnis zusammen.


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