Pflanzaktion in Mönkehöfen Mehr Laubhölzer in den Wittlager Wäldern

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Mönkehöfen, Mehr Laub, weniger Nadeln: Der Anteil der Laubhölzer im Wald soll in Niedersachsen steigen. Auch in der Revierförsterei Bohmte wurde und wird dieser Anteil langfristig erhöht. „Deshalb wurden hier vor allem Rotbuchen, aber auch Bergahorne, Eichen, Vogelkirschen und Hainbuchen zur Laubholzanreicherung gepflanzt“, erläutert Förster Wolfgang Meyer aus Bohmte.

Die Revierförsterei Bohmte. Diese gehört zum Forstamt Ankum und ist zuständig für die Landesforsten im Altkreis Wittlage.

In den klassischen forstlichen Pflanzmonaten März und April sind in diesem Bezirk 19300 Rotbuchen und 800 Bergahorne als 1,5 Meter hohe Großpflanzen gepflanzt worden, so etwa in Mönkehöfen. Die Kosten liegen zwischen 70 Cent und einem Euro pro Baum. Das heißt, das Forstamt gibt allen im Revier Bohmte 30000 bis 35000 Euro für die Aktion aus. „Eine erhebliche Investition in die Zukunft, wenn man bedenkt, dass man wohl erst in rund 30 Jahren das erste Brennholz und in circa 90 Jahren das erste Möbelholz ernten kann“, sagt Meyer. In den Nachbarförstereien Iburg und Hellern werden übrigens ebenfalls zurzeit rund 30000 Großpflanzen gepflanzt, um den Laubwaldanteil im Landeswald des Forstamtes Ankum weiter zu vergrößern. Als langfristiges Entwicklungsziel sollen vor allem Nadelholz-Reinbestände in Laubwälder beziehungsweise Nadel–Laubholz-Mischwälder überführt werden. Dabei wird langfristig ein Laubholzanteil von zwei Drittel des Landeswaldes angestrebt. Derzeit sind es ein Drittel. „Laubwälder sind naturnäher, artenreicher und stabiler gegenüber Stürmen und Schadinsekten“, so Meyer.

Die hiesige Region und insbesondere das Wiehengebirge waren vor Urzeiten übrigens ausschließlich mit Laubwäldern bestockt. Diese setzten sie sich vor allem aus Buchenwäldern zusammen, in denen andere Baumarten wie Esche, Eiche, Ahorn , Vogelkirschen und Ulmen in geringen Anteilen eingemischt waren.

Die gepflanzten Laubbäume sind bereits relativ groß. Das hat aber einen guten Grund: Die 1,5 Metzer hohen Pflanzen haben den Vorteil, dass sie im Wald vom Reh– und Damwild nicht mehr im oberen Knospen- und Blattbereich verbissen werden. Ein weiterer Aspekt: Es muss im Wald kein teurer künstlicher Zaunschutz errichtet werden, und die Jungpflanzen müssen mit wesentlich geringerem Aufwand in Zukunft von konkurrierenden Gräsern, Brombeeren , Adlerfarn und Birken freigeschnitten werden. Der Wald verändert sich also langfristig . Das Vorgehen ist dabei behutsam. Nadelbaumbestände werden nämlich nicht großflächig durch Laubbäume ersetzt. Wie sieht das in der Praxis aus? Beispiel Mönkehöfen: Unter dem Schutz – der Forstmann spricht von Schirm – der 109 Jahre alten Kiefern und Fichten wurden Rotbuchen-Großpflanzen im Schatten oder Halbschatten der Altbäume gepflanzt. Es sind also in den vergangenen Wochen nur einzelne Kiefern und Fichten herausgenommen worden. Der Schirm der Altbäume hat mehrere Vorteile. „Er schützt die Jungpflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung und vor zu hohen Verdunstungsverlusten der Blätter. Vor allem im trockenen Sommer“, erläutert der Revierförster. Zudem trocknet der Oberboden im Jahresverlauf weniger aus.

Durch den Schatten entwickeln sich weniger Gräser und Brombeere, die mit den Jungpflanzen um Licht und Nährsalze konkurrieren. „Bei geringerem Grasbewuchs ist auch die Mäusedichte geringer. Mäuse nagen in Notzeiten im Winter die Rinde der Jungbäume ab und bringen sie zum Absterben“, so der Experte. Dank der hier angewandten Methode bleibt auch das Waldklima erhalten, und es entwickeln sich kaum schädigende Spätfröste im Mai nach dem Blattaustrieb.

Die Jungpflanzen wachsen gerader und feinastiger auf. In anderen Worten, die Holzqualität steigt, wodurch in 90 Jahren später astfreies wertvolles Möbelholz erzeugt wird. Und schließlich entstehen keine Humus- und Nährstoffverluste wie bei einem Kahlschlag.

Die Arbeiten erledigen zwei Profis: Der erfahrene Forstwirt Thomas Mayhaus pflanzt in Zusammenarbeit mit dem Maschinenführer Dietmar Struß mithilfe eines 8-Tonnen-Baggers die Buchen. Für den Transport der Großpflanzen auf die Waldflächen benutzt er ein „Eisernes Pferd“. Mit diesem motorisierten Raupenfahrzeug kann er die schweren Großpflanzen täglich viele Kilometer im Wald zu den Pflanzstellen transportieren. Der Bagger gräbt mit seinem Pflanzzahn ein Pflanzloch.

Danach wird die Wurzel von dem Forstwirt fachgerecht und gerade in den Mineralboden eingepasst, und das Pflanzloch wird daraufhin mit dem Pflanzzahn vorsichtig wieder zugedrückt. Danach stehen die Großpflanzen fest und gerade im Mineralboden verankert. Die Pflanze muss genau in der richtigen Höhe gepflanzt werden. Während bei zu hoch eingesetzten Pflanzen die Feinwurzeln in der schnell austrocknenden Humusschicht absterben, sterben zu tief eingesetzte Pflanzen wegen der im Mineralboden absterbenden Rinde.


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