Sorge in Ostercappeln Windthorst-Gedenkstätte: Mauer droht umzustürzen


Ostercappeln. Die Gedenkstätte für Ludwig Windthorst auf Gut Caldenhof in der Gemeinde Ostercappeln bietet derzeit keinen würdigen Anblick.

Die Ruine des Windthorst’schen Geburtshauses verfällt. Erhaltungsmaßnahmen erscheinen wenig erfolgversprechend.

Das Gut Caldenhof liegt zwischen Hitzhausen und Ostercappeln. In dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Herrenhaus wurde Ludwig Windthorst am 17. Januar 1812 geboren. Mehrere Jahre war er im Königreich Hannover Justizminister. Windthorst war ein Mitbegründer der Zentrumspartei und der führende Kopf des deutschen Katholizismus.

Wegen Baufälligkeit wurde das Geburtshaus 1910 abgebrochen. Die Grundmauern sowie Teile der Treppenanlage blieben bestehen. Zum Gedenken an Windthorst wurden ein Kreuz sowie Informationstafeln aufgestellt.

Die Ruine befindet sich in Privatbesitz. Die Gemeinde Ostercappeln übernahm die allgemeine Pflege und die Verkehrssicherung. In einer Vereinbarung gewährte der Eigentümer die öffentliche Zugänglichkeit für Besucher. Auch schon im Jahr 2007 wurde ein Kippprozess an der Westmauer beobachtet. In Abstimmung mit der Gemeinde, der Denkmalschutzbehörde des Landkreises, dem Eigentümer und mit fachlicher Unterstützung eines Ingenieurbüros wurden Maßnahmen zur Erhaltung erörtert. Durch ein Stützgerüst an der westlichen Außenwand und der teilweisen Entfernung der inneren Aufschüttung sollte das Umkippen der Wand aufgehalten werden.

Im vergangenen Jahr zeigte sich, dass die damals durchgeführten Maßnahmen nicht ausreichend waren. Die gesamte Mauer ist weiter in Schieflage geraten. Die Verbindungen zu den Längsmauern sind gebrochen. Große Löcher klaffen im Mauerwerk.

Erneute Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass eine Standfestigkeit aufgrund des weichen Untergrunds auf Dauer nicht gegeben ist.

Vorgeschlagene Rettungsmaßnahmen würden Kosten von mindestens 15000 Euro verursachen. Die Experten gaben allerdings den deutlichen Hinweis, dass trotzdem das Auseinanderbrechen und Umkippen der Mauern nicht ausgeschlossen werden könne. Die Gremien der Gemeinde wurden informiert und haben über den Sachverhalt beraten. Die Denkmalschutzbehörde wurde eingeschaltet. Es wurde einvernehmlich beschlossen, keine weiteren kommunalen Mittel einzusetzen.

Da nun tatsächlich durch das Umkippen der massiven Mauer Besucher der Gedenkstätte gefährdet sein könnten, veranlasste die Gemeinde nach Rücksprache mit der Haftpflichtversicherung Absicherungsmaßnahmen. Es wurden Teilbereiche der Ruine, die unter Denkmalschutz steht, mit Flatterband und Bauzäunen abgesperrt.

Bürgermeister Rainer Ellermann bedauert den Zustand der Gedenkstätte: „Wir haben in der Vergangenheit die Anlage im Rahmen unserer Möglichkeiten gepflegt. Der Erfolg der nun vorgeschlagenen Maßnahmen wird selbst von Experten in Zweifel gezogen. Unsere Möglichkeiten sind zudem beschränkt, da uns diese Ruine nicht gehört. Wir setzen uns aber weiterhin dafür ein, diesen Ort als würdige und für Besucher ungefährliche Gedenkstätte an Ludwig Windthorst zu erhalten“.


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