Abgeordneter bei Spes Viva Ostercappeln: Die Hospizarbeit ausbauen

Von Dirk Meyer

Bundestagsabgeordneter André Berghegger (Dritter von links) hat sich bei Mitarbeitern von Spes Viva und des Krankenhauses St. Raphael Ostercappeln über die Palliativ- und Hospizarbeit informiert. Foto: Daniel MeierBundestagsabgeordneter André Berghegger (Dritter von links) hat sich bei Mitarbeitern von Spes Viva und des Krankenhauses St. Raphael Ostercappeln über die Palliativ- und Hospizarbeit informiert. Foto: Daniel Meier

Ostercappeln. Bundestagsabgeordneter André Berghegger (CDU) aus Melle hat sich im Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln über Spes Viva informiert. Hinsichtlich der Erörterungen im Bundestag zum Thema Sterbehilfe sei die umfassende Information durch Aktive vor Ort sehr hilfreich, sagte er.

Der Vorsitzende des Spes-Viva-Fördervereins, Reinhold Kassing, stellte ihm die Arbeit von Spes Viva umfassend vor. Seit der Gründung vor mehr als 25 Jahren stehe die Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden, Angehörigen und Trauernden im Mittelpunkt von Spes Viva und habe bis heute viele Facetten entwickelt: vom bundesweiten Modell einer integrierten Einrichtung in Krankenhäusern und Altenheimen bis hin zu Palliativstationen, dem Ambulanten Hospizdienst und dem Spes-Viva-Trauerland als Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche in Belm.

Professor Dr. Winfried Hardinghaus unterstrich, dass jeder die Möglichkeit habe, schmerzfrei zu sterben und damit jede weitere Überlegung zur aktiven Sterbehilfe überflüssig sei. Eine auf Wiederholung ausgerichtete organisierte Sterbehilfe, bei der der Arzt keinen Bezug zum Patienten habe, sei nicht duldsam. Viel wichtiger sei es hingegen, die Palliativ- und Hospizarbeit auszubauen und dafür seitens der Politik mehr Gelder zur Verfügung zu stellen. Das müsse unsere Antwort in der Diskussion um aktive Sterbehilfe sein.

Spes Viva hat hier eine auch national anerkannte Vorbildfunktion, so Prof. Dr. Hardinghaus. Auf der Palliativstation im Krankenhaus St. Raphael würden bis zu 300 Patienten im Jahr begleitet. Stationsleiterin Schwester M. Theodoris betonte, dass sich die Patienten hier wie zu Hause fühlten. Die Familie könne sie rund um die Uhr besuchen. „Ängste vor dem Sterben können wir den Patienten im Gespräch nehmen.“ Barbara Lamker, langjährige Mitarbeiterin des Krankenhauses St. Raphael und von Anfang an bei Spes Viva aktiv, berichtete, dass man auf der Palliativstation intensiver lebe, sie sei wie eine Oase. Das funktioniere aufgrund des tollen Miteinanders hier.

Immer wichtiger würden auch Palliativeinheiten in Pflegeheimen, wie es eine solche zum Beispiel im Haus St. Michael gebe, machte Dr. Kassing deutlich. Das unterstrich auch Pflegedirektor Rainer Alefs: Denn es sei für ältere Patienten wesentlich, sie nicht zu oft zu verlegen.

Bei einem Gang über die Palliativstation kam Berghegger auch mit Patienten und Mitarbeitern ins Gespräch: ,,Ich persönlich kann es als Christdemokrat nur begrüßen, die wertvolle Palliativ- und Hospizarbeit weiter auszubauen. Das wurde mir auch bei diesem Besuch wieder besonders deutlich“, sagte der gebürtige Ostercappelner.


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