„Fenster auf Kipp“ Band aus Venne und Ostercappeln nimmt Album auf

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Das Quintett mit dem ungewöhnlichen Namen (von links): Marek Witkowski (Bass), Bastian Kinzel (Schlagzeug), Fenster auf Kipp mit Michael Stockhowe (Gesang, Schlagzeug), Simon Reineke (Gitarre) und Marian Köster (Gitarre). Foto: Helge HolzDas Quintett mit dem ungewöhnlichen Namen (von links): Marek Witkowski (Bass), Bastian Kinzel (Schlagzeug), Fenster auf Kipp mit Michael Stockhowe (Gesang, Schlagzeug), Simon Reineke (Gitarre) und Marian Köster (Gitarre). Foto: Helge Holz

Venne. Für was so ein kleines, profanes Kellerfenster doch alles gut sein kann: Es lässt Licht in den Keller, die Wärme bleibt im Raum, es sorgt dafür, dass weder Regen noch unliebsame Gäste ins Untergeschoss hineinkommen. Doch was seinerzeit die Konstrukteure garantiert nicht im Sinn hatten, war eine bis dato vollkommen unbekannte Einsatzmöglichkeit: Es kann auch als Inspiration für einen Bandnamen dienen.

„Als wir einen Namen für unsere Band suchten, schauten wir ständig auf das geöffnete Fenster“, erinnert sich Michael Stockhowe und ergänzt: „Irgendwann kamen wir auf die Idee, daraus den Namen für unser Quintett zu entwickeln.“ So firmieren die fünf Musiker heute unter dem Namen „Fenster auf Kipp“.

Ein Wettbewerb war der eigentliche Grund, warum sich die vier Venner und ein Ostercappelner einen „richtigen“ Namen für ihre Gruppe gesucht haben. Doch blieb es nicht nur bei dieser amüsanten Anekdote. Keine Frage, längst haben sie sich ebenfalls auf der Bühne einen Namen gemacht. Immerhin sind sie die frischgebackenen Sieger des Wettbewerbs „Rock in der Region 2014“ . „Sie“, das sind Sänger Michael Stockhowe, Bassist Marek Witkowski, die beiden Gitarristen Simon Reineke und Marian Köster. Am Schlagzeug sorgt Bastian Kinzel für den rockigen Rhythmus.

Der Name ist nicht das Einzige, was sich die Musiker gemeinsam überlegt haben. Die Texte zu ihren selbst komponierten Liedern stammen ebenso aus der eigenen Feder.

Heute sind sie nicht nur im Osnabrücker Land den Freunden des deutschsprachigen Indie-Rocks ein Begriff. Mittlerweile sind sie ebenso bei den Fans vom TSV in aller Munde. „Wir haben die Vereinshymne geschrieben und komponiert“, verraten die fünf. Eine lokalpatriotische Aufgabe, für die sie sich gerne in die Pflicht nehmen ließen. Diese Verbundenheit mit und zu Venne beruht auf Gegenseitigkeit. Zu Dank verpflichtet fühlen sich die Nachwuchsmusiker gerade Elisabeth Meyer vom Kleiderdepot, die ihrer Band mit einer Spende unter die Arme gegriffen hatte.

Auch wenn die Musiker gerade mal Anfang zwanzig sind, auf der Bühne agieren sie wie alte Hasen. So plauderte Michael Stockhowe aus dem Nähkästchen: Vor einiger Zeit spielten sie bei einem Open-Air-Konzert in Dissen draußen auf der Bühne. Erst gab’s ein Gewitter, dann fiel der Strom aus, einen Lautsprecher raffte es dahin. „So war die Akustik auf der Bühne deutlich besser als davor“, ergänzte augenzwinkernd Marek Witkowski. Ihre Zuhörer waren dabei weniger hart im Nehmen: Wetterbedingt verzichteten fast alle Fans auf den angekündigten Musikgenuss und blieben doch lieber zu Hause. Die Wetterfestigkeit der 20 Unentwegten wurde selbstredend mit besonders viel Herzblut der Musiker belohnt. Die Bühnenakteure ernteten kräftigen Applaus für ihre Standhaftigkeit.

Bei ihrem nun anstehenden Projekt brauchen sie das Wetter nicht in ihren Planungen zu berücksichtigen: Demnächst werden sie ins Tonstudio gehen, um ihr erstes Album aufzunehmen. Live sind sie in den kommenden Monaten ebenfalls zu hören. Am 16. Februar zeigen sie im Haus der Jugend in Osnabrück erneut ihr Können, am 14. März rocken sie dann den Ostbunker, eine Woche später wollen sie in Bramsche ihr Publikum begeistern. Am 11. April geht es dann wieder in die Friedensstadt in den Uni-Keller.


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