Junge Musiker begeistern Richtige Zutaten für tolles Konzert in Ostercappeln

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Ostercappeln. Ein gut gefülltes Gotteshaus, etliche, wahrscheinlich sehr aufgeregte Schülerinnen und Schüler, die mit Können und großem Engagement mal wieder alles gaben, ein versiertes Lehrerteam und Musik aus Stilepochen wie Barock, der Blütezeit der Blockflöte, Klassik, Romantik bis hin zur Moderne, sodass kaum ein Wunsch offenblieb: Die Zutaten für die beliebte und traditionelle Abendmusik – die eher ein Konzert ist – in der St.-Lambertus-Kirche.

Eingeladen dazu hatten die Blockflötenklasse der Kreismusikschule in Ostercappeln unter der Leitung von Rüdiger Bol, Beate Hermanspann und Frauke Staupendahl sowie die Klavierklasse von Rüdiger Bol, der auch das Blockflöten-Ensemble Ostercappeln leitet.

„Wir freuen uns, dass heute Abend so viele gekommen sind, um Musik zu hören“, zeigte sich „Hausherr“ Pater José Kuzhichalil (Karmeliterorden) von der Resonanz begeistert. Es sei nicht leicht, Musik zu lernen und zu spielen, meinte der Geistliche, der hoffte und wünschte: „Dass heute die Kinder und Erwachsenen zeigen, wie man mit guter Musik unsere Herzen begeistern kann.“

„Wir wünschen Ihnen und uns einen schönen, entspannten Konzertabend“, sagte Rüdiger Bol, nachdem zuvor das Programm mit „Good News“ von Daniel Hellbach eröffnet worden war. Die Flötisten wurden dabei vom Gitarristen Lutz Schäfer und Marie Borgmeier mit der Cajon, einer Sitztrommel, begleitet. Frauke Staupendahl versprach dem Auditorium dagegen: „Es erwartet Euch und Sie ein abwechslungsreiches Programm aus zweierlei Gründen. Zum einen haben wir ganz viele verschiedene Besetzungen, angefangen vom großen Ensemble. Wir werden aber auch Duette, drei oder vier Flöten und Klavier hören; mit zwei Händen, aber auch mit vier Händen gespielt.“ Abwechslungsreich werde es außerdem, „weil wir ganz viele verschiedene Stile präsentieren werden“.

Tonsicher setzte Meyssan Genz, Klavier, mit dem bekannten Thema der Ouvertüre aus der Oper „Wilhelm Tell“ von Rossini das Programm fort. Später interpretierte er gemeinsam mit seinem Lehrer Bol „Hard Line“, wieder von Daniel Hellbach. Gemeinsam mit Beate Hermanspann brachte Canan Böhmer (Sopranblockflöte) den „Fledermaus Swing“ aus der Dachboden-Suite von Lotz zu Gehör. Das bekannte Thema aus dem Ballett „Schwanensee“ von Tschaikowsky hatte die junge Pianistin Chedine Genz gewählt und Johanna Bick und Linda Daum (Altblockflöten) Werke von Mozart, Daquin und Hellbach. Ganz souverän spielte Flötistin Maja Pape erst mit Frauke Staupendahl „Move-on-Rag“ von Voss, dann mit Bol am Klavier das bekannte „My Heart Will Go On“. Anfangs „Contredanse“ von J.B. de Boismortier, dann „Action“ wieder von Hellbach ließen Jonna Beckmann, Joelina Beermann und Carolin Meyer erklingen. Daniel Hellbach wurde sicher an diesem Abend so oft interpretiert, da er sich in den letzten zehn Jahren in der Schweiz und in ganz Europa einen Namen als Komponist von populärer Unterrichtsliteratur gemacht hat. So vereint sein Stil verschiedene Elemente aus Pop, Rock, Jazz, aber auch Klassik, sodass man den Schülerinnen und Schülern anmerkte, mit welch großer Freude sie Hellbachs Stücke zu Gehör brachten, die auch ein Genuss für das Publikum waren.

Keine ganz einfache Musikliteratur hatten Katharina, Victoria und Franziska Westermann sowie Alice Sandkühler für sich auserkoren, die brillant aus dem Concerto F-Dur von Telemann die Sätze Grave und Allegro erklingen ließen. Bravourös trug Pianist Philipp Weinbrenner erst „Arabesque“ aus Etüden op. 100 Nr. 2 von Burgmüller sowie später aus der Sonatine G-Dur von Beethoven die Sätze Moderato und Romanze vor.

Für einen besonderen Hörgenuss sorgte Sarah Linkemeyer mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, die zwei ‚Ohrwürmer‘ aus dem Musical „Phantom der Oper“ sang und erst von Sophia Linkemeyer, dann von Paul Marten am Klavier begleitet wurde. Paul beeindruckte zudem mit seinem exzellenten Anschlag, als er eine Melodie aus dem Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ spielte. Souverän brachte Sophia Linkemeyer später das Hauptthema aus dem Film „Forrest Gump“ zu Gehör. Vanessa Volk und Lena Sandeck (Altblockflöten) begeisterten dagegen mit einer „Aria“ von Parcham sowie mit einem Allegro von Sammartini.

Im kongruenten Zusammenspiel bestach das Blockflöten-Ensemble Ostercappeln gleich mit drei Stücken: einem „Rondeau“ von Purcell, mit dem bekannten „Halleluja“ von Händel und dem „Shalom Chaverim“ aus Israel. Bevor alle gemeinsam „This Little Light of Mine“ sangen und spielten, sagte Rüdiger Bol: „Ihr habt das alle ganz toll gemacht!“ Sein Dank galt allen Akteuren, Kolleginnen, der Kirchengemeinde sowie den Eltern, „dass Sie dahinterstehen“.


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