Eintrag ins Handelsregister Nahwärmenetz Venne kann 2015 errichtet werden

Regenerative Energie für rund 130 Haushalte im Ort wird das Netz liefern. Foto: Friedrich LükeRegenerative Energie für rund 130 Haushalte im Ort wird das Netz liefern. Foto: Friedrich Lüke

Venne. Die Venner Energie eG ist seit wenigen Tagen im Handelsregister eingetragen. „Damit ist die Genossenschaft voll handlungsfähig und kann alle notwendigen Verhandlungen zu Ende führen“, so Bürgermeister Rainer Ellermann, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der im August gegründeten Genossenschaft ist.

Das Projekt Nahwärmeversorgung kann also 2015 wie geplant umgesetzt werden, sodass die rund 130 Haushalte im Ort mit Beginn der Heizperiode im kommenden Herbst mit der Energie aus der Abwärme der Backstraße der Waffelfabrik Meyer zu Venne versorgt werden.

Zuvor hatte der Gemeinderat Ostercappeln in seiner Dezembersitzung der Übernahme einer Bürgschaft für die Energie eG von bis zu 2,7 Millionen Euro sowie dem Abschluss eines sogenannten Gestattungsvertrags über die Verlegung und den Betrieb der Wärmeleitungen (Konzessionsvertrag) zugestimmt.

Die Übernahme der Bürgschaft bedeutet, dass die Wirtschaftlichkeit der Energiegenossenschaft als Träger des Projektes verbessert wird, weil mithilfe der Bürgschaft die Zinsen deutlich geringer sind – nämlich weniger als zwei Prozent. In der Gemeinde Bohmte wird wie berichtet ein ähnliches Vorhaben durchgeführt. „Dort hat der Gemeinderat eine Bürgschaft bereits beschlossen“, daran erinnerte der Ostercappelner Ratsherr Daniel Thelker während der Sitzung.

Einigkeit besteht im Rat, dass das Nahwärmenetz ein Meilenstein für die Gemeinde Ostercappeln und die Region ist. Der Verbrauch von Öl und Gas wird reduziert, und die CO2-Belastung sinkt um etwa 1200 Tonnen im Jahr, so die Berechnung. Zudem sparen die Haushalte, die Mitglied der Energie eG sind, natürlich Heizkosten. Genutzt werden für das Netz soll eine Abwärme von rund zehn Millionen kWh jährlich. „So kann das Venner Modell als Vorzeigeprojekt für andere Betriebe dastehen und diese zur Nachahmung animieren“, so Edeltraut Altemöller-Menke, Mitglied des Rates und Ortsbürgermeisterin in Venne.

Mit der Realisierung des Vorhabens entstehe auch ein nicht zu unterschätzender Imagegewinn für die Gemeinde und die Ortschaft, merkte Daniel Thelker an. Und darüber hinaus gebe es mit den kommunalen Einrichtungen Grundschule, Kindergarten und Dorfgemeinschaftshaus nennenswerte Abnehmer, die zur Auslastung des Netzes wichtig seien.


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