Ein vorbildliches Leben „Paulas Garten“ erinnert an eine Ostercappelnerin



Ostercappeln. 20 Grundstücke stehen im Bereich „Östlicher Hohlweg“ in Zentrumsnähe von Ostercappeln zur Bebauung bereit. Das ist an sich noch nichts Besonderes. Das Besondere ist der Name der Straße, die ins neue Wohnbaugebiet führt: „Paulas Garten“.

Die Straße erinnert an Paula Grewe, die dort viele Jahrzehnte gewohnt hat und ein Ostercappelner Original im besten Sinne des Wortes war.

„Tante Paula“, so war sie in Ortschaft bekannt. Einstimmig hatte der Ortsrat im Juli beschlossen, dass die Straße „Paulas Garten“ heißen soll. „Erstmalig in der langen Geschichte der Ortschaft Ostercappeln wird jetzt eine Straße nach dem Vornamen einer Frau aus unserer Mitte benannt“, so Ortsbürgermeister Peter Kovermann. Eine Frau, die ein vorbildliches Leben geführt habe – ganz ohne Titel und Auszeichnungen, so wie Namensträger anderer Straßen.

Wer war Paula Grewe? Geboren im Jahr 1923 als Paula Möller in Haaren, heiratete sie 1945 den Tischlermeister Friedrich Grewe und wohnte seitdem am Hohlweg in Ostercappeln. Dort, wo sich der Betrieb befand. Zwei Kinder zogen die Grewes auf. Enkel und Urenkel zählen heute zur Familie. „Tante Paula“ hatte kein leichtes Leben; sie musste Schicksalsschläge verkraften. Im Umfeld der Tischlerei wo das neue Wohnbaugebiet entstanden ist, lag ihr großer Garten. „Sie pflanzte und erntete im Überfluss und eroberte Kinderherzen im Nu“, so Kovermann. Kinder kamen zu ihr zum Spielen und zum Erzählen. Sie hat für Familie und Betrieb gesorgt, sich im Handwerkerverein, der KFD und der Kirchengemeinde St. Lambertus engagiert. Ihre letzten Lebensmonate verbrachte Paula Grewe im Haus St. Michael in Ostercappeln – und war hier sofort Mittelpunkt des Geschehens, wie sich Mitbewohner, Familie und Freunde erinnern. Peter Kovermann und Karin Niehenke, Pflegedienstleiterin im Haus, hatten Paula Grewe die Idee unterbreitet, die Straße doch nach ihr zu bezeichnen. Zuerst wollte sie nicht, so wie es ihrer bescheidenen Art entsprach, doch dann stimmte sie schließlich doch zu. Leider hat Paula Grewe die offizielle Einweihung „ihrer“ Straße nicht mehr erlebt. Sie starb vor wenigen Wochen – am 6. November. „Doch durch neue Häuser und junge Familien entsteht in ihrem Garten neues Leben“, sagte Peter Kovermann. „Ihr vorbildliches Leben ist in unseren Herzen festgeschrieben.“

Um Tante Paula zu danken und an sie zu erinnern, kamen zur Einweihung Familienangehörige, ehemalige und neue Nachbarn, katholische Frauengemeinschaft, Vertreter der Gemeinde und der Ortschaft sowie auch Mitbewohner aus dem Haus St. Michael.


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