Naturschutzstiftung verschenkt 71 Trauben-Eichen Ergänzung für die Baumlehrpfade im Wittlager Land

Von Karin Kemper


Altkreis Wittlage. Inzwischen gibt es in den drei Gemeinde Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln durchaus stattliche Baumlehrpfade. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Naturschutzstiftung, die seit mehr als 20 Jahren den Städten und Gemeinden des Landkreises Osnabrück je 5000 Einwohner einen Baum des Jahres schenkt – in diesem Jahr die Trauben-Eiche.

Was 1992 als einmalige Aktion geplant war, hat sich zu einem jährlichen Brauch entwickelt. Hauptpflanztag war der Freitag. Die Bohmter waren allerdings bereits einen Tag früher im Einsatz. Bei der Aktion am Baumlehrpfad hinter dem Schützenplatz führte ein prüfender Blick auf die Trauben-Eiche zu der Feststellung: „Ich hätte nie gedacht, dass das eine Eiche ist. Der Stamm ist ja ganz glatt.“

Versprochen wurde beim Pflanzen, dass die Beschilderung umgehend erfolgen soll. Inzwischen kommen dort keine Schaukästen mit Info-Tafeln mehr zu Einsatz, sondern mit „Namensschildern“ versehene Pfähle. Der Grund: Die Kästen waren regelmäßig Opfer von Vandalismus geworden.

In der Gemeinde Ostercappeln findet das (einzige) Exemplar seinen Standort am Friedhof Schwagstorf. Im Vorjahr stellte sich die Frage: „Wohin mit dem nächsten Baum? Die Fläche ist voll.“ Schon damals waren sich die Verantwortlichen sicher, dass sie eine Lösung finden würden. Verwendung findet jetzt eine Friedhofserweiterungsfläche, die vorgehalten, aber nicht mehr benötigt wird. Bürgermeister Rainer Ellermann rechnete vor: „Dort ist Platz bis zum Jahr 2030...“

Beim Ortstermin meinte Bernhard Dürfahrt: „Ich erinnere mich an die Einweihung des Friedhofs. Das ist lange her. Da die Fläche nun nicht mehr gebraucht wird, ist es gut, eine sinnvolle Nutzung gefunden zu haben.“ Ellermann ergänzte: „Damals war es erforderlich, das Areal vorzuhalten. Die grundlegende Änderung in der Friedhofskultur war nicht absehbar.“ Betroffen ist davon keineswegs nur der städtische Raum. Und noch eine Idee kam bei der Pflanzaktion zur Sprache. Denkbar wäre demnach, auf Sicht die Fläche des Baumlehrpfads als eine Art Friedwald zu nutzen.

Drei Exemplare erhält die Gemeinde Bad Essen – eines für den Baumpfad am Gemeindeweg in Hördinghausen, zwei weitere gehen im Wechsel an eine der Ortschaften – in diesem Jahr an Hüsede und Wimmer.

Zum Baum des Jahres führt der stellvertretende Geschäftsführer der Naturschutzstiftung, Wolfgang Marks, aus: Die Trauben-Eiche (Quercus petraea) kann über 1000 Jahre alt werden. Sie ist eine für die Forstwirtschaft sehr attraktive Baumart, aber auch für Parkanlagen in der Stadt und die freie Landschaft bestens geeignet, da sie früh im Jahr austreibt und im Herbst ihre Blätter mit am längsten behält. Nach der Stieleiche ist die Trauben-Eiche die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Eichenart. Ihr Holz wird verwendet im Wasserbau, als Bauholz, für Masten, Schwellen und Pfähle, im Innenausbau für Treppen und Fußböden und als Möbelholz. Hochwertiges Eichenholz stammt meist von der Trauben-Eiche und wird zur Furnierherstellung und zum Fass- und Barriquebau verwendet.

Übrigens: Die seit Beginn vor über 20 Jahren gepflanzten Bäume der Naturschutzstiftung binden im Laufe ihres Lebens rund 1200 Tonnen CO2.