Vorentwurf präsentiert Ortsdurchfahrt: Es gibt Gesprächsbedarf in Venne

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Venne. 2016 bietet sich die Chance in Venne, im Zuge der geplanten Sanierung der Bundesstraße 218 die Ortsdurchfahrt neu zu gestalten. Schon seit Jahren wünschen Bürger und Kommunalpolitik hier eine Verbesserung. Es soll mehr Rücksicht auf Radfahrer und Fußgänger genommen werden und eine Reduzierung des Tempos erreicht werden. Welche Vorhaben können umgesetzt werden, um diesem Ziel zumindest näher zu kommen?

Eckhard Altvogt und Marianna Karow von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsstelle Osnabrück, stellten im Ortsrat einen Entwurf für die Umgestaltung vor. Planungen, die allerdings nicht die ungeteilte Zustimmung der zahlreich erschienenen Zuhörer fanden.

Hintergrund: Konkrete Ideen, die Ortsdurchfahrt umzugestalten, gibt es schon seit mehreren Jahren. So hat sich unter anderem ein Bürgerworkshop des Projektes Quartiersinitiative Niedersachsen im Jahr 2010 damit beschäftigt. „Es wurden die Defizite und Mängel der Sicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer aufgezeigt und deutlich gesagt: Eine Verbesserung zur Aufenthaltsqualität ist notwendig“, so Ortsbürgermeisterin Edeltraut Altemöller-Menke.

In den vergangenen beiden Jahren sind bereits mehrere Gespräche mit der Straßenbaubehörde geführt worden. Und im September hat die Behörde erste mögliche Lösungen in der damaligen Ortsratssitzung präsentiert. Mittlerweile ist eine Bestandsvermessung vorgenommen worden. Diese Daten sind nun die Grundlage für die Vorentwurfsplanung.

„Die Landesbehörde ist nur zuständig für die Kraftfahrzeuge und den Radverkehr“, erläuterte Altevogt. Das heißt, die Gemeinde Ostercappeln wiederum sei zuständig für die Fußgänger. Für Veränderungen im Bereich des Bürgersteigs ist demnach die Kommune verantwortlich. „Es handelt sich also um eine Gemeinschaftsmaßnahme“, betonte Altevogt.

Gemeinde mit im Boot

Was wiederum bedeutet, dass die Gemeinde Ostercappeln finanziell mit im Boot sitzt. Die Kosten für die Gemeinde werden nach ersten Berechnungen zwischen 420000 und 500000 Euro liegen. Bei geplanten baulichen Veränderungen werden aber auch die Anlieger zur Kasse gebeten. Das schreiben das Niedersächsische Kommunalabgabengesetz und die damit verbundene Straßenausbaubeitragssatzung der Gemeinde vor. Danach sind Anlieger für die Herstellung der Gehwege, der Straßenbeleuchtung, Bepflanzung, Bushaltestellen und Parkstreifen mit Sätzen zwischen 30 Prozent (Haltstelle) und 60 Prozent (Parkstreifen) an den Kosten zu beteiligen.

Die Planer haben die Ortsdurchfahrt planerisch in drei Abschnitte aufgeteilt, beginnend im Eingangsbereich Höhe Einmündung Darpvenner Weg. Dabei ist durchgehend eine Verbreiterung der Gehwege vorgesehen. „Die Fahrbahn soll auf sieben Meter verengt werden“, sagte Altevogt. Mehr geht allerdings nicht, denn für Bundesstraßen als überörtliche Verkehrsverbindungen sind Mindestbreiten vorgeschrieben.

Ein Problem im Ort: Es gibt keinen durchgehenden Radweg. Das wird sich auch nach der Umgestaltung der Durchfahrt nicht ändern. Geprüft werden soll, ob und wo der Gehweg zugleich als Radweg genutzt werden kann beziehungsweise darf. Das ist aber nicht Sache der Straßenbaubehörde. „Für die Beschilderung ist der Landkreis zuständig“, merkte Altevogt an.

In ihrem Vorentwurf haben die Planer außerdem vorgesehen, mehrere Bäume an der Straße zu entfernen, die der Gehwegverbreitung im Wege sind und durch ihr Wurzelwerk das Gehwegpflaster schädigen. Das Straßenbauamt schlägt auch vor, die Bushaltestellen – die sogenannten Buskaps – aufzulösen. Die Busse sollen direkt auf der Fahrbahn halten. Der Bereich der Kreuzung Osnabrücker Straße bleibt im Prinzip unverändert. Durch die Fahrbahnverengung soll auch erreicht werden, dass Fußgänger im Bereich des Nadelöhrs in Höhe des Dorfgemeinschaftshauses mehr Platz haben. Ein Beitrag zu mehr Sicherheit.

Querungshilfen weg?

In der Ortsdurchfahrt sollen aber auch zwei Querungshilfen abgebaut werden, die erste Höhe des Landgasthauses Zum Löwen und die zweite direkt am Ortsausgang. Eine Idee, die auf heftige Kritik bei den anwesenden Bürgern stieß. Der Rückbau ist nach Einschätzung der Planer aber aufgrund der Fahrbahnverengung erforderlich. So würden unter anderem wartende Radfahrer auf der Mittelinsel mit ihrem Fahrrad in die Fahrbahn „hineinragen“ und eine Gefährdung darstellen. Diese Auffassung mochten die Venner nicht nachvollziehen. Auch der Ortsrat zeigte sich von diesem Vorschlag nicht angetan, Auch wenn insgesamt „endlich Bewegung in die Sache gekommen ist“, wir Ortsratsmitglied Kay Krommes feststellte.

Zur Kenntnis genommen

„Die Planungen werden zur Kenntnis genommen, aber es gibt weiteren Gesprächsbedarf“, so der Beschluss des Ortsrates. Da es sich um eine Vorentwurfsplanung handelt, ist das letzte Wort ohnehin noch lange nicht gesprochen. Jetzt soll im Januar zunächst ein Informationsabend für die Venner Bürger angeboten werden. Hier werden dann geplante bauliche Veränderungen im Detail erörtert.

Und es soll dann außerdem natürlich um die möglichen Kosten für die Anlieger gehen.


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