Erweiterung bald erforderlich Initiative „Sinnvolle Arbeit“ zieht in Venne Bilanz

Fröhliches Miteinander: ISA-Mitarbeiter und Vereinsmitglieder auf der Jahreshauptversammlung. Foto: Ingrun WaschneckFröhliches Miteinander: ISA-Mitarbeiter und Vereinsmitglieder auf der Jahreshauptversammlung. Foto: Ingrun Waschneck

Venne. „Acht junge Menschen haben wir in den ersten Arbeitsmarkt mit unbefristeten Verträgen vermittelt“, sagte Jürgen Linnemann, Geschäftsführer von der Initiative „Sinnvolle Arbeit“ (ISA), auf der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Linnenschmidt. Die rund 40 Mitglieder freuten sich über das gute Ergebnis und applaudierten herzlich.

„Im November 2011 betreuten wir vier Teilnehmer, 2012 waren es elf, 2013 bereits 20 und in diesem November 25“, gab Linnemann zunächst einen Überblick über die positive Entwicklung. Daran gekoppelt seien auch die Neueinstellungen zusätzlicher Kolleginnen und Kollegen.

Die einzelnen Angebote werden immer differenzierter. Während einige noch ganz am Anfang stehen und ein Integrationspraktikum machen, werden andere schon in ihrem beruflichen Alltag begleitet. Neu hinzugekommen ist das Angebot Ambulanter Wohnbetreuung. Es richtet sich an die jungen Berufstätigen, die eine eigene Wohnung beziehen möchten. „Wir kümmern uns gemeinsam mit den Teilnehmern um alles, was zum Wohnen dazugehört“, erklärt Mitarbeiterin Christina Jäger. Das fange bei der Wohnungssuche an, beinhalte die Haushaltsführung, den Umgang mit Geld, aber auch eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Hier habe sich bereits eine Kegelgruppe etabliert, eine zweite befinde sich im Aufbau. „Eine Förderung der ,Aktion Mensch‘ ermöglicht es uns, unseren Teilnehmern dieses Angebot zu machen“, sagte Linnemann.

Wichtige Unterstützung

In seinem Jahresrückblick 2013/2014 berichtete der Geschäftsführer von einer Spende über 50000 Euro der Stiftung Herzog Engelbert-Charles und Herzogin Mathildis von Arenberg, die „uns sehr geholfen hat“. Der dringend benötigte Kleinbus konnte dafür gekauft werden, genauso wie notwendige Büroausstattungen und einiges mehr. Gleich sieben Teilnehmer konnten ihre Arbeitsverträge unterschreiben. Ein Höhepunkt war auch die Einladung des DRK nach Berlin zu einer Fachausschusstagung, auf der es um die Neustrukturierung der Wiedereingliederungshilfe ging. Mitarbeiter und Teilnehmer informierten dort über ISA (Internetadresse www.isa-venne.de ). Das taten sie auch mit großem Erfolg im November auf der Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Unterstützte Beschäftigung (BAG UB).

Weiter fanden ein Ersthelfer-Kurs für Teilnehmer und Mitarbeiter statt, im Juli eine Kanutour auf der Hase und „es gab sogar einen 20-minütigen Radiobericht auf NDR-Info über ISA“, so Linnemann. Im Mai konnten die Gehälter der Mitarbeiter nach vier Jahren auf das marktübliche Niveau angehoben werden, im September gab es eine Weiterbildung zum Integrationsbegleiter.

Enge Kooperationen

„Im Rahmen der Berufsorientierung ist inzwischen eine enge Kooperation mit einigen Betrieben entstanden“, berichtete der Geschäftsführer. Dazu gehörten Altenheime, Blumen- und Hofläden, Schulmensa und Wäscherei, aber auch Autoaufbereitung, Geländepflege sowie Pflanzenzucht und Gemüseanbau.

Kassenprüfer Hans Hölscher konnte auch Positives vermelden. „Die Finanzlage ist ausgewogen, wir gehen mit gut 5000 Euro ins nächste Jahr – der Vorstand hat gute Arbeit geleistet.“

„Das Interesse an ISA ist groß“, sagte Linnemann. Jede Woche kämen Anfragen. „Wir haben einen hohen Bedarf zu erfüllen.“ Mehr Teilnehmer und mehr Mitarbeiter hätten zur Folge, dass „Enge eintritt und dass wir uns mittelfristig nach einem größeren Standort in Venne umschauen müssen“. Ob Neubau oder Umbau, „wichtig sind gute Unterrichtsmöglichkeiten, Barrierefreiheit, Energiewirtschaftlichkeit – und Parkplätze.“