Ortsrat Venne stimmt zu Venne: Weg ist frei für das neue Gewerbegebiet

Von Rainer Westendorf

Am Ortseingang vor der Landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft liegt das künftige Gewerbegebiet. Foto: Friedrich LükeAm Ortseingang vor der Landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft liegt das künftige Gewerbegebiet. Foto: Friedrich Lüke

Venne. Ein neues Gewerbegebiet in der Gemeinde Ostercappeln wird in Venne entstehen. Der Ortsrat stimmte in seiner jüngsten Sitzung der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 57 „Gewerbe- und Industriegebiet Venne – B 218“ zu. Den endgültigen Beschluss muss dann der Gemeinderat in seiner Sitzung am 16. Dezember fassen.

Das Areal auf dem Venner Esch im Bereich des Ortseingangs ist 22 Hektar groß.

Das Gewerbegebiet Schwagstorf-Eue ist so gut wie voll. Hier ging die erfolgreiche Vermarktung schneller voran als zunächst vermutet. Im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes wurden im Ostercappelner Gemeindegebiet die unterschiedlichsten Flächen vorgeschlagen und hinsichtlich ihrer Eignung als Gewerbegebiet geprüft.

„Es wurden mehrere Flächen als aussichtslos aufgrund des Landschaftsschutzes sofort vom Landkreis als aussichtslos verneint“, merkte Vennes Ortsbürgermeisterin Edeltraut Altemöller-Menke an. Die Suche nach geeigneten Flächen ist generell schwierig in der Kommune. „50 Prozent des Gemeindeareals sind Landschaftsschutzgebiet“, erläuterte Bürgermeister Rainer Ellermann.

Mit der Umsiedlung der Genossenschaft an die B218 und der Anbindung an ein schon vorhandenes Gewerbegebiet – die Waffelfabrik Meer zu Venne produziert hier – lag die Lösung Venner Esch nahe. Was allerdings so einfach nun auch wieder nicht war. „Entgegen der allgemeinen Situation auf dem Flächenmarkt ist es der Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft gelungen, die entsprechenden Flächen zu kaufen beziehungsweise sich grundsätzlich mit dem Eigentümer auf einen zeitnahen Verkauf zu einigen“, so Ortsratsmitglied Erik Ballmeyer. Die Voruntersuchungen des Geländes haben ergeben, dass es aufgrund der topografischen Gegebenheiten erforderlich ist, ein Regenrückhaltebecken im Nordosten des künftigen Gewerbegebietes auszuweisen. „Hier bietet es sich an, dieses nicht südlich, sondern nördlich der B218 anzuordnen, um auf dem entsprechenden Flurstück neben der Regenrückhaltung auch gleich die naturschutzrechtlichen Vorhaben umzusetzen“, so der Ortsrat. Die Anbindung an das neue Gebiet soll über den bestehenden Kreisverkehr erfolgen.

Generell bewertete Ballmeyer das Vorhaben „als Meilenstein in der Gewerbeentwicklung“ der Gemeinde Ostercappeln. Im Vergleich zu anderen Kommunen sei die Gewerbestruktur unterentwickelt. Was zugleich Ursache für die schwierige finanzielle Situation Ostercappelns sei. In anderen Worten: Ohne mehr Gewerbesteuereinnahmen kann die Kommune finanziell nicht gesunden. „Die Zeit für die Vermarktung der Flächen ist günstig. Noch gibt es eine gute Nachfragesituation“, sagte Ballmeyer.

Nicht nur Zustimmung

Die Ausweisung von Gewerbeflächen trifft natürlich nicht auf die ungeteilte Zustimmung aller Bürger. So gab es Kritik an der Größe des Gebiets. Auch die Tatsache, dass die Fläche direkt ans Dorf angrenzt und sich somit in der Nähe des Venner Ursprungs – nämlich Darpvenne – befindet, wurde von einigen Bürgern bemängelt.

Ein Spagat für die Kommunalpolitik. „Wir möchten Arbeitsplätze vor Ort und dadurch den Zuzug junger Familien nach Venne“, sagte Edeltraut Altemöller-Menke. Und ohne Gewerbegebiet gäbe es nun einmal keine weiteren Arbeitsplätze. „Wir wissen, dass sich das Bild des Dorfes verändern wird. Wir sehen uns in der Verpflichtung der Entwicklung“, so die Ortsbürgermeisterin.

Gleichwohl sei ein Aspekt enorm wichtig, auf den der Ortsrat achten werde. „Es muss ein ansprechendes Äußeres das zukünftige Gewerbegebiet einrahmen. Eine Grünfläche mit ein paar Büschen ist nicht ausreichend; das hat mit Gestaltung nichts zu tun.“ Ein Punkt, auf den auch Sprecher der Fraktionen hinwiesen. „Auch wenn sich dann Verwaltung und Planer die Haare raufen...“, so Ballmeyer.