Bergmeyer und Dölker zu Gast Ganz nah am Publikum im Venner Mühlenkotten

Von Erich Abke


Venne. Einen mitreißenden Abend voller Rhythmus und kräftiger Akkorde erlebten die Zuhörer im Venner Mühlenkotten. Der Arbeitskreis des Kottens hatte zwei Künstler eingeladen, die mit Stimme, E-Piano und Schlagzeug eine musikalisch breit gefächerte Mischung aus Entertainment, stilvollen Eigenkompositionen und Klassikern aus Soul, Blues, Pop und Swing präsentierten.

Horst Bergmeyer, Gesang und Piano, und Joachim Dölker, Schlagzeug, brachten in einem fast dreistündigen Programm den Kotten gewaltig zum Beben. Dicht gedrängt konnten die Zuhörer – einige Gäste mussten sogar stehen – einen außergewöhnlichen Abend voller Spielfreude hautnah und intensiv erleben.

Joachim Dölker, ein besessener Drummer, Percussionist und Entertainer, gewann viele internationale Preise und absolvierte zahlreiche Fernsehauftritte. Horst Bergmeyer ist Pianist, Sänger und Organist und professionell auf deutschen und internationalen Bühnen zu Hause. Beide sind Dozenten am Institut für Musik an der Hochschule Osnabrück. Sie verbindet eine langjährige Freundschaft. Gemeinsam gehen sie regelmäßig auf Konzerttour. Die Show des Duos lebte neben der gekonnten Interpretation ihres Repertoires vor allem auch von der Nähe zwischen den Musikern und dem Publikum, die bei ihren Konzerten schnell entsteht.

Mit viel Raum für Improvisation und Spontanität ließen sie das Publikum an ihrer Spielfreude teilhaben. Bergmeyer und Dölker verstehen sich auch als Entertainer. Mit einer launigen Moderation gestalteten sie den Abend. Dabei trug Joachim Dölker ein Headset, was ihm die nötige Bewegungsfreiheit einräumte. Er benutzte diese Freiheit, um trommelnd seinen Platz zu verlassen. Dabei schob er sich, immer weiter trommelnd, über Bühnenboden und Klavier bis in den Zuhörerraum und benutzt alles, was ihm zum Trommeln in die Quere kam. Das konnten Getränkeflaschen, Trinkgläser, ein Tablett und sogar die Brille eines Zuhörers sein...

Horst Bergmeyer war mit sensibler Stimme der Sänger des Abends. Er bewegte sich zwischen gefühlvollen Balladen, Blues, Soul und einigen eigenen Kompositionen. Zu seinem virtuosen Klavierspiel auf dem E-Piano begleitete ihn Joachim Dölker ausdrucksstark mit treibenden Schlagzeugrhythmen. Dölker benutzte gefühlvoll auch ungewöhnliche Schlagzeugklangfarben, wie die von Bongos, hölzernen Klangstäben, Rasseln oder Kuhglocke.

Die beiden Musiker konnten sich nach ihrem Konzert über ein restlos begeistertes Publikum freuen. Mit einem lang anhaltenden Beifall bedankten sich die Zuhörer bei den beiden Profis. „Hoffentlich kommen sie recht bald wieder“, war ihre einhellige Meinung.