Kommune setzt auf regenerative Energien Kosten sparen und Emissionen senken in Ostercappeln

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Fotovoltaikanlagen sind eine Möglichkeit, regenerative Energien zu nutzen, Foto: dpaFotovoltaikanlagen sind eine Möglichkeit, regenerative Energien zu nutzen, Foto: dpa

Ostercappeln. Die Gemeinde Ostercappeln ist Mitglied der „Venner Energie eG“ geworden. Öffentliche Gebäude können damit in Zukunft mit Energie aus dem Nahwärmenetz, das in Venne eingerichtet wird, versorgt werden.

Mit der geplanten Nutzung der Abwärme aus den Backstraßen der Waffelfabrik Meyer zu Venne geht die Kommune ein weiteres Stück auf dem Weg zur regenerativen Energierversorgung.

„Bereits heute kann die Gemeinde Ostercappeln mehr als 100 Prozent der in der Kommune verbrauchten Energie für Wohnen und Gewerbe aus regenerativen Quellen bereitstellen“, stellt Bürgermeister Rainer Ellermann fest.

Wo werden alternative Energien für kommunale Gebäude in der Gemeinde verwendet? Gemeinsam mit fünf Grundstücksnachbarn hat die für das Rathaus, das angrenzende Feuerwehrgerätehaus und den Ratssitzungssaal ein Nahwärme- und Energienetz mit einem Blockheizkraftwerk eingerichtet. „Die jährlichen Kostenersparnisse und Senkung der Energieverbräuche liegen bei rund 40 Prozent“, so Ellermann.

Zudem wurden in den vergangenen Jahren alle kommunalen Gebäude hinsichtlich ihrer Tauglichkeit für Fotovoltaikanlagen untersucht. Dort, wo diese Dachnutzung möglich war, sind Anlagen installiert worden. Zum Beispiel auf dem Dach der Schulsporthalle Ostercappeln. Generell werden schon seit 2002 bei allen kommunalen Bauvorhaben Möglichkeiten effizienter Energienutzung geprüft. Übrigens können auch alle Bürger selbst im Internet nachschauen, ob sich ihr Haus oder Gebäude für die Installation einer Fotovoltaikanlage eignet. Für diesen Zweck ist landkreisweit ein Solardachkataster erarbeitet worden. Die Kommunen des Landkreises Osnabrück haben dieses Projekt gemeinsam finanziert. Das Ostercappelner Kataster ist zu finden unter www.solardachkataster-lkos.de/s/ostercappeln . Entsprechend können Nutzer aus den Gemeinden Bad Essen und Bohmte verfahren.

Blockheizkraftwerke

Mit dem Bau der Mensa für das Schulzentrum ist ebenfalls ein Nahwärme- und Energienetz aufgebaut worden. Das heißt, die Mensa, die Grundschule am Wiehengebirge, die Ludwig-Windthorst-Oberschule und die Sporthalle werden mit Strom aus einem Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Spitzenlastkessel versorgt. Hier beträgt die Kosteneinsparung laut Ellermann etwa 30 Prozent.

Ein weiteres BHKW arbeitet in Schwagstorf. Die zentrale Kinderkrippe der Gemeinde, das Museum Schnippenburg, die Kindertagesstätte und die Grundschule Schwagstorf sind in einem Nahwärme- und Energienetz verbunden. Kosteneinsparung: 40 Prozent. Eine wichtige Rolle beim Thema regenerative Energie spielt auch Ilek – das integrierte ländliche Entwicklungskonzept für das Wittlager Land. Die drei Wittlager Kommunen beteiligen sich an verschiedenen Projekten zur Energiewende. So sind unter anderem Energieberater ausgebildet worden, die kostenlos und neutral agieren. Zudem werden im Rahmen von Ilek Informationsveranstaltungen organisiert. So fand wie berichtet eine geführte „Energie-Radtour“ statt. Die Teilnehmer haben Fotovoltaikanlagen, Biogasanlagen, ein Nahwärmenetz und eine Geothermieanlage besichtigt. Am Donnerstag, 6. November, wird eine Veranstaltung zum Thema „Heizen mit Holz“ im Hotel Niemann, Leckermühle, angeboten.

Windenergie wird in der Gemeinde ebenfalls genutzt – allerdings nicht direkt durch die Gemeinde als Betreiber. Seit 2014 ist der Windpark Schwagstorf in Betrieb. Dort stehen zwölf Windkraftanlagen. Hinzu kommen in diesen Tagen die beiden Windkraftanlagen am Pöhleweg in Venne-Niewedde, die die Stadtwerke Osnabrück errichten.

Hinzu kommen – so Ellermann – zahlreiche andere Projekte wie die Anlage von Obstbaumwiesen, Wiesenauen, Vernässungen, Baumalleen oder Regenrückhaltungen – und zwar nicht nur als ohnehin gesetzlich vorgeschriebene Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen bei Bauvorhaben und der Ausweisung von Gewerbe- und Industriegebieten, sondern darüber hinaus. All diese Anstrengungen dienten nicht nur der Einsparung von Heiz- und Energiekosten für die Gemeinde. „Es kann festgestellt werden, dass dadurch auch die CO2-Emissionen erheblich sinken.“ Allein durch das zukünftige Nahwärmenetz in der Ortschaft Venne werden rund 1000 Tonnen Kohlendioxid jährlich nicht in die Atmosphäre geblasen – was der Klimabilanz zugutekommt.

Investitionen in diesem Bereich fielen Ostercappeln als finanzschwacher Gemeinde sicherlich manchmal schwer. Sei seien aber „unabweisbar erforderlich und auch in Zukunft unbedingt fortzusetzen“.


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