Was sich nicht wehrt, wird behäkelt... Kuriose Maschen in der Alten Mädchenschule Ostercappeln

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Ostercappeln. Wo gibt es so etwas bei einer Ausstellungseröffnung? Spontane Tanzeinlagen, rosafarbene Verlobungsringe und jede Menge Spaß. Die, die am Freitagabend dabei waren, kennen die Antwort: in der Alten Mädchenschule in Ostercappeln.

Der Ausgangspunkt: Susanne Winkler, die 2. Vorsitzende des Kulturrings Ostercappeln (Kurios), hatte die Aktiven der Maschengilde Osnabrück einfach bei der Kulturnacht vor gut einem Jahr angesprochen, ob sie nicht Lust hätten, in der Alten Mädchenschule auszustellen.

Das klingt noch ziemlich normal. Dabei bleibt es allerdings nicht. Das, was die Frauen der Maschengilde mit Nadel und Garn treiben, ist nämlich alles andere als gewöhnlich. Da wird nämlich alles, was sich nicht wehrt, kurzerhand bestrickt. Das können durchaus Haushaltsgegenstände sein oder Steine oder Sparschweine oder ein Regenschirm ...

Die nächste Stufe der Gestaltungskunst: Gegenständliches vom Adventskranz über einen Roboter bis hin zum Wassermann oder zum Froschkönig. Betriebsanleitung gibt es nicht. Probieren geht über studieren. Und wenn das Ergebnis nicht gefällt, dann wird aufgeräufelt. Zu entdecken gibt es im Ausstellungsraum der Mädchenschule allerlei. Höhepunkt bei der Eröffnung: Frauen der Maschengilde (und ein Mann) traten als Living Dolls auf. Das beantwortete die Frage, die der Eiermann, der Erläuterungen zum Tun der Frauen gab, sozusagen im Handumdrehen: „Wie stelle ich mich selbst aus?“

Wer mit Staubwedel (selbstständlich gehandarbeitet) und als Putzfrau verkleidet das Publikum abstaubt, fällt garantiert auf. Nicht minder gilt das für einen großen blauen Vogel, den Eiermann (der die eigentliche Kostümbesitzerin vertrat) oder die beiden Frauen, bei denen Weiß und Pink dominierten. Spätestens beim Blick auf die Vierbeiner, die als Pudel zu identifizieren waren, war klar, dass hier Doubles der Jacob-Sisters am Start waren, die Männer mit rosafarbenen Verlobungsringen bedachten. Angefangen hatte alles mit gesponserter weißer Wolle mit Schlaufen und der Frage: „Was machen wir daraus?“ Bis die Pudel als solche erkennbar waren, bedurfte es einiger Anläufe und Helfern, die das Innenleben gestalten. So haben die Vierbeiner gleich vier Holzbeine. Selbstverständlich behäkelt.

Der Eiermann alias Josef Overmann weiter: „Die Damen trauen sich was.“ Daraus ergibt sich allerdings ein Problem. Die Maschengilde fahndet stets nach Leuten, die die Kostüme bei öffentlichen Auftritten anziehen.

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Allemal gilt: Die Arbeitsergebnisse machen Spaß. Das gilt bei der Entstehung offenbar ebenso. „Bei unseren Treffen wird viel gelacht, ausprobiert und gestaunt, was letztlich als Ergebnis herauskommt“, meinte eine der Living Dolls in Ostercappeln. „Das alles macht süchtig nach Herausforderungen. Ich muss zu Strick- oder Häkelnadel greifen ...“

Für schwungvolle Musik, die sogar zum Tanzen einlud, sorgte Georg Wiese, ein Freund der Maschengilde. Sein Problem: Gibt es Lieder, die zu den kuriosen Maschen passen oder ein Kleidungsstück besingen? Er erbrachte den Beweis, dass es Passendes gibt – von den roten Lippen, die geküsst werden sollen, bis hin zum „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-strand-Bikini“.

Und dann waren da noch der immerwährende Kalender mit den Motiven der Kostüme und die kluge Kostümträgerin mit Maske, die in ihrem Pompadour den Strohhalm dabei hat, um an Getränke gelangen zu können.

Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 5. Oktober täglich außer montags von 15 bis 17 Uhr – ohne die Living Dolls.


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