Neuer Flächennutzungsplan Ostercappeln: Weichen für Wohnbau und Gewerbeentwicklung stellen

Von Rainer Westendorf

Das Venner Maislabyrinth bildet Ausschnitte des neuen Flächennutzungsplans der Gemeinde Ostercappeln ab. Foto: Jürgen RückinDas Venner Maislabyrinth bildet Ausschnitte des neuen Flächennutzungsplans der Gemeinde Ostercappeln ab. Foto: Jürgen Rückin

Ostercappeln. In der Gemeinde Ostercappeln läuft derzeit das Verfahren zur Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans. „Nach der frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligung wird im Herbst die nächste öffentliche Anhörung erfolgen“, so Bürgermeister Rainer Ellermann.

Im Juli hatte der Rat den sogenannten Abwägungsbeschluss gefasst. Das heißt, der vorliegende Entwurf wurde genehmigt und der Plan erneut in das Verfahren geschickt. Bürger und die sogenannten Träger öffentlicher Belange (Behörden und Verbände) können nun nochmals zu den Planungen Stellung nehmen und Bedenken sowie Anregungen vortragen. Ein Flächennutzungsplan gibt die Leitlinien für die künftige Entwicklung einer Kommune vor. Beschrieben ist unter anderem, welche Flächen für Gewerbe, Landwirtschaft, Wohnbebauung sowie Natur- und Erholung vorgesehen sind. „Es werden also wichtige Weichen für Wohnbau- und Gewerbeentwicklung gestellt“, betont Ellermann.

Wohnbebauung

An erster Stelle der Wohnbauentwicklung steht die Ortschaft Venne, in der es aktuell nur noch drei freie Wohnbaugrundstücke gibt. „Gleichzeitig werden aber auch weitere Wohnbauentwicklungen in Schwagstorf und Ostercappeln vorzubereiten sein, um allen Wünschen nach Wohnbauland gerecht werden zu können.“

Im Bereich Gewerbe ist wie berichtet eine Fläche an der B218 als neues Gebiet „Venne Ost“ vorgesehen. Der Bereich Schwagstorf-Eue ist übrigens bis auf drei Flächen bereits vermarktet – „weit vor der ursprünglich vorgesehenen Zeit“, erläutert Ellermann. Bebauungspläne müssen sich an den Vorgaben des Flächennutzungsplans orientieren. Über dem F-Plan wiederum steht das Landesraumordnungsprogramm. Hier sind Änderungen geplant. Das rot-grüne Kabinett in Hannover hat einem Änderungsentwurf zugestimmt. Danach sollen in Niedersachsen neue Prioritäten gesetzt werden. Angestrebt wird unter anderem, mehr Flächen für den Naturschutz auszuweisen.

Das gilt auch für Moore, wobei bestehende Abtorfungsgenehmigungen aber weiterhin gelten. Zudem soll der Flächenverbrauch für Straßen und Siedlungen begrenzt werden. Derzeit läuft auch dieses Verfahren. Das heißt, Kommunen, Verbände, Behörden etc. können ihre Stellungnahmen zu dem Entwurf einbringen.

„Die Raumordnungsziele sind zum einen Vorgaben für die kommunale Bauleitplanung, zum anderen sind sie in fachlichen Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren für raumbedeutsame Planungen und Maßnahmen zu berücksichtigen“, darauf verweist das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Spielraum eingeengt?

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund sieht den Entwurf übrigens eher kritisch. Unter anderem werde der Planungsspielraum der Städte, Gemeinden und Samtgemeinden weiter eingeengt. Dies könne zur Hemmung der Entwicklung, insbesondere in kleinen und mittleren Kommunen führen. Die geplante Neufassung gehe vor allem zulasten des ländlichen Raums.