Große Gastfreundschaft Delegation aus Polen in Ostercappeln empfangen

Von Rainer Westendorf


Ostercappeln. Willkommensgrüße, die Vorstellung der Gruppen und der beiden Kommunen sowie natürlich die Übergabe von Gastgeschenken samt Erläuterungen: Übersetzer Lukasz Wagner hatte viel zu tun im Ratssitzungssaal Ostercappeln. Dort fand nämlich der offizielle Empfang der Delegation aus Olsztynek (Hohenstein) statt. Ziel ist es, eine Partnerschaft zwischen den beiden Orten zu begründen.

Voraussetzung dafür ist ein (besseres) gegenseitiges Kennenlernen. Und diesem Zweck diente der Besuch der Gruppe aus Polen in der Wittlager Gemeinde. Im Frühsommer war wie berichtet bereits eine Delegation aus der Gemeinde Ostercappeln zu Gast in Olsztynek. Die Aufnahme dort war überaus herzlich. Daran erinnerte Bürgermeister Rainer Ellermann zu Beginn des Empfangs. So hieß er denn auch „unsere Freunde aus Polen“ in Ostercappeln willkommen. Dass sich die Gastgeber und Gäste tatsächlich als Freunde betrachten, machte auch Ellermanns Amtskollege Artur Wrochna deutlich. „Die Gastfreundschaft ist auf jedem Schritt zu spüren.“

Olsztynek zählt 14000 Einwohner. In der Stadt selbst wohnen 7000 Bürger, die anderen im Umland der Kommune. Der Ort gehört zum Kreis Olsztyn (Allenstein). Der Landkreis Osnabrück pflegt eine offizielle Partnerschaft mit Olsztyn. Allenstein wiederum gehört zur Woiwodschaft Ermland-Masuren. Eine Woiwodschaft entspricht in etwa den früheren Regierungsbezirken in Niedersachsen. „Olsztynek ist dabei der einzige Ort, der in Masuren liegt“, erläuterte Wagner. Die anderen Kommunen im Osnabrücker Partnerlandkreis liegen dagegen im Ermland.

Wichtigster Wirtschaftsfaktor in Olsztynek ist der Tourismus. „Es gibt 14 Hotels und Pensionen im Ort“, so Bürgermeister Wrochna. Das große Freilichtmuseum zieht jährlich rund 100000 Besucher an. Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung sind weitere wichtige Wirtschaftszweige. Vor allem Getreide werde angebaut, sagte Wrochna.

Der Gruppe aus Hohenstein gehörten Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Politiker an, außerdem Unternehmer, Vertreter von Landwirtschaft und Tourismus. Auf Ostercappelner Seite hat eine Arbeitsgruppe den Besuch und das Programm vorbereitet. Vor allem Edeltraut Altemöller-Menke hat sehr viel Zeit dafür investiert. Ihr, Frank Imbusch und den anderen Aktiven galt der besondere Dank des Bürgermeisters.

Rainer Ellermann sprach bereits die nächste Einladung aus. „Sie müssen unbedingt wiederkommen.“ Schließlich gebe es zudem noch vieles zu besichtigen, das in der Kürze der Zeit nicht mehr auf dem Programm stehen konnte. Immerhin, einiges haben die Gäste schon gesehen. Die Stadt Osnabrück, das Krankenhaus St. Raphael, das Ortszentrum Ostercappeln und St. Lambertus und die Venner Mühleninsel. Besichtigungen von Oberschule, Kindergärten und Waffelfabrik Meyer zu Venne waren ebenso Bestandteil des straffen Programms wie eine Begegnung der Vereine und ein Besuch bei der Feuerwehr Venne.

Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert, haben sich gleich mehrere Bürger aufseiten der Gastgeber als Dolmetscher engagiert und die verschiedenen Stationen im Wechsel begleitet. Das waren Andreas und Andrina Wollherr, Katharina Ballmeyer, Jolanta Göckemeyer, Albert Rattay und Marzena Izbicki.

Bei einem offiziellen Empfang werden Gastgeschenke ausgetauscht. Das war auch in Ostercappeln so. Die Gäste können unter anderem eine Collage mit zwölf Motiven aus der Gemeinde Ostercappeln mit nach Hause nehmen. In Ostercappeln wird dagegen ein schönes Bild mit dem großen Rathaus von Olsztynek hängen, das grundlegend saniert werden konnte. Angesichts dieses Motivs wurden die Gastgeber aus dem Wittlager Land durchaus etwas neidisch …