Kandidatencheck zur Wahl Ostercappeln: Dialog von Podium und Publikum


WS Ostercappeln. Den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bieten, die Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters noch besser kennenzulernen sowie den Kandidaten eine Plattform geben, um Rede und Antwort stehen zu können. Das war das Ansinnen der Kolpingsfamilie Ostercappeln.

Am 25. Mai, am Tag der Europawahl, wird in Ostercappeln auch der Bürgermeister gewählt. Die Kolpingsfamilie hatte in das Gasthaus Wortmann eingeladen. Die Resonanz war sehr gut. Übrigens kamen auch viele junge Leute. Amtsinhaber Rainer Ellermann und Herausforderer Johannes Klecker stellten sich den Fragen der Wähler.

Bernd Diekhoff, Vorsitzender der Ostercappelner Kolpingsfamilie, betonte, dass Kolping als katholischer Sozialverband das soziale Handeln fördert, dass das Christentum nicht nur für die Kirche ist, sondern für das ganze Leben. So wollte er das Ganze auch verstanden wissen. „Also handeln, sich einmischen – auch in der Kommunalpolitik.“

Fragen sammeln

Frank Ortmeyer, ebenfalls von der Kolpingsfamilie , assistierte ihm, in dem er den Anwalt der Bürger gab. Er sammelte Fragen in schriftlicher Form, stellte diese den Kandidaten. Er war Bindeglied zwischen Podium und Publikum. Der Ablauf war sehr gut strukturiert. Es gab einige Schwerpunktthemen, dann eine offene Fragerunde.

Klimaschutzinitiative und der Gemeindehaushalt, der öffentliche Personennahverkehr, der Zustand der Straßen, das Ausweisen von Gewerbegebieten, das Vereinsleben, Förderung der Kindererziehung und die Jugendarbeit, die Schulformen, der Tourismus und viele weitere Themen boten reichlich Diskussionsstoff.

„Ostercappeln ist für mich...“ So stellte der Moderator einen zu vervollständigenden Satz in den Raum. Rainer Ellermann: „...der besondere Ort, die freundlichen Menschen, deren Offenheit, das gemeinsame Handeln, das Vereinsleben, das Engagement der Bürgerinnen und Bürger – nur so können wir gestalten“

Johannes Klecker: „...da, wo ich geboren und aufgewachsen bin, die Kindheit, die Familie, die Größe, eine Einheit, in der ich mich wohlfühle!“

Wenn er Bürgermeister bleibt, dann stehe bei Rainer Ellermann die schon gut angelaufene, weitere Haushaltskonsolidierung ganz vorne, ebenso der bedarfsgerechte Ausbau von Bildung und Betreuung, der weitere Ausbau des Breitbandnetzes (Schnelles Internet) sowie der Wege und Straßen.

Sollte Johannes Klecker Bürgermeister werden, stünde auch bei ihm die Haushaltssanierung ganz vorne an, dann die kindliche Förderung bis 18, die Verbesserung des öffentliche Personennahverkehrs, die digitale Infrastruktur, die Freiwillige Feuerwehr, der Gesundheitsstandort und die Gestaltung von Parkraum.

Au die Eigenwerbung angesprochen, erklärte Johannes Klecker das Motto „Einer von uns, einer für uns“ damit, dass er aus deren Mitte stamme, wofür er sich stark einsetzen möchte. Rainer Ellermann erklärte sein Schlagwort „Ehrlich – Erfolgreich – Ellermann“ damit, dass nach seiner Auffassung die Politik in Sachen Ehrlichkeit höchsten Ansprüchen genügen und dass die erfolgreiche Arbeit weiter fortgesetzt werden müsse und – „Das geht nur mit Ellermann.“

ÖPNV ein Thema

Der ÖPNV war mehrfach Thema. So der behindertengerechte Zugang zu den Bahnsteigen in Bohmte und die Busanbindung nach Osnabrück. Zum Bahnhof Bohmte stellte Ellermann fest, dass es nicht an einer, wie von Klecker in den Raum gestellten Zahl von täglich 1000 Personen festgemacht werden dürfe, ob umgebaut wird. „Wenn ich behindertengerecht baue, steigen auch mehr Personen ein“. Klecker betonte, dass der Bahnhof Bohmte nicht darunter leiden würde, wenn Vehrte wieder in den Fahrplan aufgenommen würde.

Zum Thema Sparen merkte der Bürgermeister an, dass dieses seit 1996 die Arbeit begleitet. Auch für Johannes Klecker hat es eine wichtige Bedeutung. Johannes Klecker thematisierte wiederholt den ÖPNV, worauf Rainer Ellermann daran erinnerte, dass vor geraumer Zeit im Altkreis Wittlage eine Aktion mit 40000 Fragebögen gestartet wurde, deren Resonanz äußerst schwach war.

Ob denn in der Gemeinde Ostercappeln noch mehr gebaut werde müsse, war eine weitere Frage. Hier wurde von beiden Kandidaten der demografische Wandel ins Spiel gebracht. „Bestandsprüfung, Entwicklung im Auge behalten, Altbestände renovieren“, so Ellermann. Klecker: „Die Politik muss die Gemeinde für Familien attraktiv halten.“

Von Bedeutung war natürlich auch das Thema Schulstandort und Kindergärten. Johannes Klecker sprach sich deutlich dafür aus, den Bestand hier zu erhalten und betonte: „Ostercappeln ist kinderfreundlich“. Diese Einrichtungen seien auch Orte der Begegnung. Rainer Ellermann: „Wir wollen, dass unsere Kinder das beste Schulangebot bekommen“ Bei der Argumentation zur Integrierten Gesamtschule sprach sich Rainer Ellermann deutlich dagegen aus und Johannes Klecker dafür.

Jugendarbeit: Hier betonte Rainer Ellermann, dass die Vereine, Verbände und Kirchen einen großen Teil der Arbeit leisten würden und darüber hinaus ein Jugendpfleger für die ganze Gemeinde im Einsatz sei. Der Herausforderer brachte auch die offene Jugendarbeit ins Gespräch. Auch der Tourismus wurde angesprochen. Ilek – das Integrierte ländliche Entwicklungskonzept für das Wittlager Land – wurde ins Gespräch gebracht und vom Bürgermeister sehr positiv bewertet. Beide Kandidaten gingen auf mögliche Tourismusförderungen ein. In Bezug auf die Freiwillige Feuerwehr betonte der Bürgermeister, dass diese zu 100 Prozent ausgestattet ist.

Was den aktuellen Schuldenstand der Gemeinde betrifft, nannte Rainer Ellermann die genauen Zahlen und betonte, „dass sich die Gemeinde auf dem richtigen Weg befindet.“

Bald eine Samtgemeinde?

Ein interessantes Thema bildete den Abschluss. Ob sich die Kandidaten denn eine Verwaltungsstruktur Samtgemeinde Wittlage vorstellen könnten. Johannes Klecker sah da eine mögliche Kostenersparnis. Rainer Ellermann stellte fest, dass die drei Altkreisgemeinden bereits seit ihrer Gründung 1972 gut zusammen arbeiten, Beispiele sind der Wasserverband, der Unterhaltungsverband und auch der geplante gemeinsamer Hafen Wittlager Land. „Die kommunale Identität muss erhalten bleiben“. Er Gemeindebürgermeister räumte aber auch ein, dass es 1972 ein Fehler war, die Bürgerinnen und Bürger nicht gefragt zu haben.


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