Viele Besucher trotz Gewitters Mittelaltermarkt in Venne

Von Steffen Meyer

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Venne. Bis halb sieben am Samstagabend sah es noch danach aus, als würde der Mittelaltermarkt auf der Mühleninsel den Besucherrekord aus dem vergangenen Jahr toppen. Dann aber machte ein fast vierstündiger Gewitterregen alle Hoffnungen darauf zunichte. Die Publikumsresonanz am Sonntag verhinderte Schlimmeres.

„Wir hoffen, dass wir mit einem ‚blauen Auge‘ davongekommen sind“, so Udo Riemeyer, Vorsitzender der Mittelalterfans in Venne. Der Samstagabend sei für eine schwarze Null in der Kasse enorm wichtig. Nun aber fiel er anlässlich der sechsten Auflage der Großveranstaltung buchstäblich ins Wasser. Ob es trotzdem gereicht hat, wird erst die Endabrechnung zeigen.

Hinsichtlich der Organisation hatte der Verein „Mittelaltermarkt Venne“ alles richtig gemacht. Rund 100 Aussteller und Händler mit ihren Heerlagern waren angereist. Darunter etwa 20 Teilnehmer, die in den Vorjahren noch nicht mit von der Partie waren. Aber auch vertraute Gesichter wie das Team vom „Hexenbad“. Die Inszenierungen des Kieler Vereins zur Förderung des mittelalterlichen Brauchtums zählten erneut zu den Höhepunkten. Doch nicht nur sie luden zu einer faszinierenden Reise in vergangene Zeiten ein, indem sie die durch den „Hexenhammer“ überlieferte Rechtsprechung in augenzwinkernder Art und Weise in Szene setzen.

Darüber hinaus sorgten sehr unterschiedliche Akteure für eine beeindruckende Kulisse. Darunter waren Handwerker, Schankwirte und Gaukler, Musiker, Experten kulinarischer Genüsse und Gruppen aller Art.

Sie alle präsentierten am Samstagnachmittag bei beständig trockenem Wetter ihre Auslage, gewährten Einblicke in Handwerkskunst und historische Lebensweisen, inszenierten ebenso interessante wie humorvolle Auftritte und lockten das Publikum zahlreich auf die Mühleninsel. Als dann aber der Regen einsetzte und nicht mehr aufhören wollte, zeichnete sich ab, dass nicht nur die Besucher ausbleiben würden, sondern auch Veranstalter und Akteure erhebliche Probleme bekommen würden.

„Ohne den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr hätten wir den Markt mit Sicherheit abbrechen müssen“, ergänzte Oliver Barthold, Schriftführer des Vereins, rückblickend. Bereits am Samstagabend rückte die an, um vor allem die Veranstaltungswiese auf der Ostseite der Mühleninsel von stehendem Wasser zu befreien. Außerdem errichteten sie eine Brücke über den Mühlenbach, damit die Mittelalterfans der Heerlager trockenen Fußes zu ihren Autos gelangen konnten. „Ebenfalls unterstützt wurden wir von den Gastronomen im Umkreis bei der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten für all jene, die keine Alternative zu ihrem Heerlagerzelt hatten. Und natürlich gab der Heimat- und Wanderverein alles, um trotzdem zu einem guten Gelingen beizutragen. Vor allem das Backhaus war dicht umlagern. „Trotz Nieselregens standen die Besucher dort am Sonntagmorgen in Schlangen an, um frisch gebackenes Brot zu kaufen“, berichtete Barthold.

Echte Fans ließen sich auch von der mäßigen Witterung am Sonntag nicht abhalten. „Zwischen 2500 und 3000 werden es wohl an beiden Tagen gewesen sein“, so das einhellige Urteil aus den Vorstandsreihen. Die Besucher profitierten häufig sogar davon, dass nicht so viel Andrang herrschte, denn umso ausführlicher konnten sie Details im Gespräch mit Ausstellern und Händlern erfragen.

Überall erhielten sie bereitwillig Antwort darüber, wie in früheren Zeiten gelebt, gedacht und gehandelt wurde. „Ein Glück, dass heute alles anders ist“, so lautete vielfach das Urteil auf dem Nachhauseweg. Fasziniert, begeistert und amüsiert waren trotzdem all jene, die kamen.


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