Festgottesdienst und Empfang 100 Jahre Paulus-Kirche Ostercappeln

Von Christa Bechtel

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Ostercappeln. „Weil Gott kein Alter hat, hat auch eine Kirche kein Alter“, unterstrich Superintendent Hans Hentschel während seiner Predigt zum Jubiläums-Gottesdienst „100 Jahre Pauluskirche“ in Ostercappeln. Den Festgottesdienst gestaltete er – Pastorin Bettina Lorenz-Holthusen ist leider erkrankt – gemeinsam mit Pastor Till Engelmann aus der Arenshorster Nachbarkirchengemeinde.

Arenshorst ist die Mutterkirche der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Ostercappeln und Bohmte. „100 Jahre alt ist diese Kirche hier geworden! Wenn es ein menschlicher Geburtstag ist, dann ist es die große Ausnahme, dass da noch einmal der Vater oder die Mutter das Wort ergreift. Das ist jetzt bei der Pauluskirche etwas anderes: Ich kann das Wort als Vertreter der Mutter-Gemeinde ergreifen“, sagte Pastor Engelmann.

„Mir tut es leid, dass der Herr Ihnen den Mund verschlossen hat zu diesem 100-jährigen Jubiläum“, ging Hans Hentschel zu Beginn seiner Predigt auf die Erkrankung der Pastorin Lorenz-Holthusen ein, die leider „nur“ mit ihrer Familie in der zweiten Reihe Platz genommen hatte, jedoch etliche Vorbereitungen „schweigend“ für dieses Jubiläum begleitet hatte.

„Die Osterkerze entsteht immer in ökumenischer ‚Wachs‘-Gemeinschaft“, ging Hentschel auf die Kerze ein, die sicher weit und breit die schönste in den Kirchen der Region sei. Seine Predigt eröffnete er mit einem Wort des Apostels Paulus aus dem Römerbrief, achtes Kapitel, um dann auf 100. Geburtstage einzugehen, die er besucht habe, und dem Thema „Alter“ nach zu sinnieren.

„Alt werden und alt sein kann ganz unterschiedlich sein“, akzentuierte Hentschel, der meinte, dass auch die Kirche viele Jahre auf dem Lebensalterkonto habe. Aber: „Unsere Kirche mag uralt sein, sie ist aber auch so jung, wie sie gelebt wird“, wandte er sich an die Gemeindeglieder mit dem Wunsch, aktiv Angebote wie Gottesdienste zu begleiten.

„Ich bin stolz darauf, dass wir unsere Kirchen haben, und ich bin stolz darauf, dass wir diese Paulus-Kirche haben“, betonte Hentschel. „Wir wünschen ihr und uns, dass ihre Disziplin belohnt wird und dass bald wieder ihre schöne Stimme im Gottesdienst erklingen wird“, sagte beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus Kirchenvorstandsvorsitzende Bettina Dittmer mit Blick auf die erkrankte Pastorin, für die sie stellvertretend sprach. Weiter wünschte sie sich: „Dass wir als Gemeinde zum Türöffner werden, dass wir uns darauf besinnen, was wir haben, und dass wir uns Hilfesuchenden zuwenden und sie aufrichten. Wenn wir uns darum bemühen, wird unsere Paulus-Kirche auch in den kommenden Jahren von Gottes Geist erfüllt sein.“

„Wahrhaftig, für die Paulus-Gemeinde und die katholische Nachbargemeinde St. Lambertus, in dessen Namen ich die Glück- und Segenswünsche übermitteln darf, ein Tag der Freude und des Dankes“, unterstrich Pfarrer Franz-Josef Rahe in seinem Grußwort.

Gerade in den letzten 20 Jahren sei zwischen beiden Gemeinden eine sehr lebendige Form von Ökumene auf verschiedenen Ebenen gewachsen, „dass wir heute darüber dankbar und froh sein dürfen“, so Rahe. Als Beispiele zählte er die ökumenischen Gottesdienste in beiden Kirchen, die Begegnungen im ökumenischen Gesprächskreis und der Erwachsenenbildung oder das gemeinsame Osterkerzengießen als Auftakt zur nächtlichen Osterbegegnung auf. Er wünschte sich: „Dass das Lob Gottes in den Kirchen nicht verstummt.“

„Es gibt keine Kirche bis nach Cloppenburg, wo ich nicht gewesen bin“, verriet Ortsbürgermeister Peter Kovermann als früherer Steinmetz in seinem Grußwort, mit dem er Glückwünsche im Namen seiner Amtskollegen und der Gemeinde überbrachte. Er sei Anna Meyer zu Nordhausen sehr dankbar, die die Kirchenfenster gestiftet habe: „Das sind meine Apostel, Petrus und Paulus, so hat man mich getauft“, erklärte Kovermann, der weiter herausstellte, dass dieser 26. April 2014 ein Tag der Dankbarkeit und ein Fest der Freude sei. In diese Freude bezog er auch den anwesenden Pastor i. R. Schröder ein, „der über ein Drittel der gesamten 100 Jahre hier segensreich tätig war.“ „Eine Tatsache, die viele Mitbürger aufrichtig begrüßen“, ging der Ortsbürgermeister auf die ökumenische Zusammenarbeit ein. „Möge das Zusammenwirken der Christen beider Konfessionen aus Ostercappeln wie auch aller Bürger erfüllt sein von offener Diskussion, gegenseitiger Achtung und Hilfsbereitschaft“, schloss Kovermann.

„Wir möchten eine bewegte Gemeinde sein! Denn wir bewegen uns und möchten etwas bewegen. Das nicht nur mit Bewegung, sondern auch mit Herz und Verstand“, sagte Annette Pösse, Leiterin der Tanzgruppen der Paulus-Gemeinde.

Dazu zählten eine Revue wie auch die Vorpremiere des Flashmobs, der am Mittwoch, 30. April, 18 Uhr, im Rahmen der Festwoche auf dem Kirchplatz präsentiert wird: 100 Tänzerinnen für 100 Jahre. Daran schließt sich eine Maifeier an.


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